Donnerstag, 9. September 2021

Bondora & Co: warum die Est:innen jetzt ihre Kredite tilgen

Zuerst fiel es mir bei Omaraha auf: ungewöhnlich viele Sondertilgungen im September. Dann schlug es auf die estnischen Kredite bei Bondora durch. Vorzeite Rückzahlungen in dreistelliger Höhe in meinem Depot, an einem Tag. Absolut ungewöhnlich.

Eine Nachfrage in meinem Lieblingsforum brachte schnell die Erkenntniss: nicht direkt Helikopergeld, aber doch eine spezielle Regelung für die Arbeitnehmer:innen in Estland, die jetzt einen Teil ihrer angesparten Altersversorgung anderweilig nutzen können. Um privat anzulegen (und damit womöglich am Ende besser darzustehen, das was man bei uns auch bei der Riesterrente oft zu hören bekommt. Oder eben Schulden zu tilgen und damit z.B. 30% oder mehr p.a. an Zinsen einzusparen.

Genaueres kann man z.B. unter https://www.bnt.eu/de/aktuell/aktuelle-rechtsthemen/3123-weg-frei-fuer-umstrittene-estnisches-rentenreform nachlesen. Jedenfalls fallen jetzt die ersten Auszahlungen an.

Erstaunlich ist aber, dass auch sehr viel Geld in das Inkassowesen zu fließen scheint. Am heutigen 9.9.21 habe ich deutlich über 300€ aus Inkassokrediten bekommen - soviel wie sonst in drei Wochen oder länger. Damit hätte ich so nicht gerechnet.

Ein super Geschäft übrigens für Bondora selbst. Die behalten ja von diesem unverhofften Geldregen 35% pauschal ein. Das dürfte diesen Monat die Kasse gewaltig klingeln lassen, ohne dass ein entsprechender Aufwand dahinter steht.

Den Anleger freut es irgendwie, aber nicht nur. Dass jetzt die Altersvorsorge abgegriffen wird, um unsere Rendite zu sichern verursacht auch ein etwas seltsames Gefühl. Vorzeitige Tilgung ist ja etwas freiwilliges und mag sich rentieren. Ok, Inkassoforderungen abzugelten spart auch viele Zusatzkosten. 

Ich wünsche den Betroffenen, dass sie sich da mal richtig entschieden habe und hoffe, dass sie nicht zur Auszahlung gezwungen wurden.

Samstag, 28. August 2021

p2p für Einsteiger - Rendite und Rückzahlungen

 p2p-Anlagen können eine gute Ergänzung zum Aktiendepot sein. Hier sind - bei entsprechendem Risiko - durchaus noch Renditen im zweistelligen Bereich möglich. Allerdings sollte man schon ein gewisses Wissen haben, bevor man hier groß einsteigt.


buy back oder nicht?

Die meisen Plattformen, z.B. swaper, peerberry, afranga  oder lendermarket bieten einen Risikopuffer an. Solange der Plattform und der Anbieter der Kredite entsprechend liquide sind, werden ausgefallene Kredite zurückgekauft und samt Zinsen von Loananbieter bezahlt. Was der dann über Inkasso wiederbekommt, kann dem Anleger egal sein. Man erhält sein Geld "garantiert" wieder, meist spätestens zwei Monate nach Endfälligkeit und kann seine Erträge und Rückzahlungen fest kalkulieren. Wer also z.B. in 30-Tage-Kredite investiert, hat nach drei Monaten oder früher die Möglichkeit sein Geld abzuziehen. Solange das halt gutgeht.

Wie ist überhaupt möglich? Der Anbieter gibt nicht den vollen Zinssatz an die Anleger weiter. Die erhalten z.B. 12% Jahresrendite (das ist wirklich ordentlich), er selbst nimmt aber von den Kreditnehmer 30% oder noch mehr. Oft für sehr kurze Zeiträume, so dass das den Kunden erträglich erscheint. Bei nicht pünktlichen Zahlungen kommen dann noch ein Haufen Gebühren obendrauf, so dass für den Anbieter schon trotz Ausfällen ordentlich was übrig bleibt. Es bleibt jedem Anleger selbst überlassen, ob er bei so einem Geschäftsmodell mitmischen will, aber lohnen kann sich das schon.

Die Garantie ist aber keine bombenfeste. Es kam schon vor, dass sich herausstellte, dass die Plattform Gelder veruntreute oder eben pleite ging. In diesem Fall wird man sein Geld gar nicht oder nur zu kleinen Teilen wiedersehen. Die Kreditverträge sind in diesem Fall wertlos. Wichtig ist hier der konkrete Anbieter, nicht die Platform selbst. Diese Erfahrung mussten einige Anleger auf mintos machen.

Bei buyback muss man also weniger auf die einzelnen Kredite schauen als auf die Anbieter.

Im Gegensatz dazu gibt es Plattformen wie estateguru, crowdestate (bei denen ich eher vorsichtig wäre)  oder auch bondora, wo man tatsächlich Anteile an einem Kredit erwirbt. Hier hängt alles davon ab, ob der Kreditnehmer bezahlt und ob er pünktich bezahlt. Weder die Rückzahlung noch die Liquidität sind in irgendeiner Weise garantiert. Oft schiebt sich das Rückzahlungsdatum weit nach hinten. Einige der Kredite fallen aus und werden erst viel später und nur teilweise über Inkasso eingetrieben. Da man diese Ausfälle in die Rendite mit einbeziehen muss, ist diese meist nur einstellig. Dafür hat man selbst gewisse Auswahlmöglichkeiten und die Zinsbelastung für die Kreditnehmer ist erträglicher - eigentlich eher das, was man under p2p versteht.

Selbstverständlich gibt es noch weitere Anbieter. Tatsächlich sind die meisten Plattformen im Baltikum. Es gibt auch auxmoney in Deutschland und flender in Irland (beide ohne buy back), bei beiden hatte ich eine deutlich geringere Rendite bei vergleichbarem Risiko und empfehle sie nicht. 

Bondora ist schon ziemlich speziell, ich habe hier im Blog auch recht viel darüber geschrieben.

Renditeberechnungen

Grundsätzlich kann man die tatsächliche Rendite immer erst am Ende der Anlagezeit berechnen. Und die liegt meistens unter dem, was der Anbieter anzeigt.

Bei vielen Krediten handelt es sich um Ratenkredite. Wenn man also 100€ zu 12% für 5 Jahre anlegt, erhält man also nicht 60€ Zinsen sondern nur etwa die Hälfte. Warum? Ein Teil des Kapitals wird ja regelmäßig zurückbezahlt und damit nicht mehr verzinst. Das könnte man, zusammen mit den ausbezahlten Zinsen, aber neu anlegen und käme dann so sogar über besagte 60€.

Die Rendite kann deutlich geschmälert werden, wenn Geld unangelegt bei der Plattform "herumliegt" oder erst ab dem tatsächlichen Vertragsbeginn verzinst wird, aber schon vorher gebunden ist. Das ist z.B. bei estateguru so der Fall und mindert meine selbst errechnete Rendite um ca. 1% gegenüber der von der Plattform angezeigten.

Startet man sein Investment und fährt es allmählig hoch, erscheinen einen die ausgezahlten Zinsen erstmal zu niedrig. Das liegt daran, dass die Kredite erstmal bis zur Zinszahlung "reifen" müssen, insbesondere wenn buyback und Verzüge eine große Rolle spielen. Bei peerberry z.B. können durchaus mal 30% im Verzug sein. Die Zinsen werden dann später nachbezahlt, aber zunächt mal wundert man sich, warum man bei 12% durchnittlichem Zinssatz (also 1% pro Monat) nur z.B. 0,7% ausbezahlt bekam. Das pendet sich später ein.

Zinszahlungen sind selbstverständlich zu versteuern, im Moment noch mit dem Kapitalertragssteuersatz von 25% (+ggf. Soli). Da die meisten Plattformen im Ausland angesiedelt sind, findet keine Abschlagbesteuerung statt und der Anleger muss diese bei der Einkommensteuererklärung nachmelden. Das macht ein wenig Arbeit, aber Steuerhinterziehung ist sehr riskant.

Hinweis

Bei allen genannten Plattformen bin oder war ich selbst investiert. Meine Erfahrungen sind subjektiv. Zum Glück fast immer positiv. Es gibt auch negative Beispiele wo durch Betrug oder schlichte Unfähigkeit die Anleger hohe Verluste hinnehmen mussten. Von daher ist eine Recherche vorab unbedingt empfehlenswert. Auch p2p ist keine völlig passive Anlage!

Bei den Links im Artikel handelt es sich in der Regel um Werbelinks. Meldet man sich über diese an, gibt es für Neukunden (und mich) eine kleine Prämie. Meist sind das 1% der Anlagesumme in den ersten 1-3 Monaten. Man kann das jeweils bei der Plattform nachlesen. Die von mir empfohlenen Plattformer nutze ich aktiv selbst, sie haben schon einige Jahre gezeigt, dass sie funktionieren. Was nicht heißt, dass das immer so weitergehen muss.

Freitag, 20. August 2021

Anlage in Forest - gutes Gewissen sonst nichts?

2010 -2018 habe ich einen Teil meines Geldes in Wald und ähnliches angelegt, insgesamt eine ganz schöne Summe. Etwa ein Jahreseinkommen oder meine gesamten Verdienste aus p2p-Anlagen der letzten zehn Jahre.

Ausschlaggebend waren für mich drei Gründe:

  1. Diversivizierung. Das ist eine komplett andere Anlageklasse und würde vielleicht auf Krisen anders reagieren. Sehr langfristig, kein typischer Rohstoff aber etwas in die Richtung.
  2. Das Konzept sprach mich insgesamt ein, der Anbieter war nach langer Recherche vertrauenswürdig.
  3. Ich möchte zumindest zum Teil ethisch investieren. Das hatte ich bei smava beachtet, solange es die noch gab, heute ist das bei p2p-Anlagen nicht mehr möglich.

Der Anbieter ist Forest Finance. Zumindest was den 3. Punkt angeht, wurden meine Erwartungen im vollen Umfang erfüllt. Alles, was ich bislang gesehen habe, spricht für eine ebenso soziale wie ökologische Anlageform. Die Mitarbeiter:innen in den Ländern Panama, Kolumbien, Vietnam und Marokko werden fair behandelt, weitergebildet und scheinen mit Eifer an der Sache zu sein. Für den Absatz sucht man, wenn es geht, nach lokalen Kooperationen und generiert win-win-Situationen. Insgesamt unterstütze ich eine CO2-Senke und kompensiere damit die eine oder andere Flugreise.

Jetzt zum finanziellen Teil. Insgesamt wurden mir knapp 10% meiner Einlagen als Erträge wieder ausbezahlt. Das ist jetzt noch kein Punkt, Wald wächst langsam und Teile der Anlagen haben einen Anlagehorizont von 20-25 Jahren. Die Haupternte findet am Ende statt.

Die Investitionen in Akazienholz sollten nur 6-8, maximal 11 Jahre laufen. Davon ist eine in Vietnam weitgehend abgewickelt. Da ist einiges an Pech zusammengekommen - verheerende Unwetter und dann Corona. Insgesamt werde ich hierbei mein Geld nicht wiedersehen. Leider ist die Abwicklung, was das finanzielle angeht, nicht ein Glanzlicht an Transparenz. Nach den vorliegenden Informationen droht ein Verlust von 30-40%. Ich bin gespannt, ob es eine Endabrechnung geben wird, und eine Verlustbescheinigung für das FA. So wie das im Moment aussieht, wird das ganze sowieso als Liebhaberei eingestuft :/

Auch die anderen Bausteine sind nicht gerade Renditebringer. Dieser Tage kam eine Auszahlung aus dem klassischen Waldbereich, Summe aus drei Zwischendurchforstungen. In Höhe von 0,2% des Anlagebetrags, nach etwa 10 Jahren Laufzeit. 

Eigentlich hatte ich ja gedacht, Holz boomt gerade. Liest man zumindest in der Presse. Aus dem Infoschreiben zur Auszahlung:

"In den vergangenen Erntephasen haben wir über alle Provinzen Panamas hinweg nur die aus forstwissenschaftlicher Sicht absolut notwendigen Durchforstungen vorgenommen. Der Grund dafür war, dass sich der Marktwert für jüngere und damit weniger durchmesserstarke Hölzer seit mehreren Jahren auf einem niedrigen Niveau bewegt. Eine noch akzeptable Ausnahme bietet dabei Teak-Holz, das aber auch erst ab ca. 25 oder mehr Jahren Wachstum und entsprechenden Durchmessern höhere Preise erzielt.
Junge Durchforstungshölzer werden aus Zentralamerika derzeit fast ausschließlich nach Asien exportiert und verkauft. Im Vergleich zu den Vorjahren waren hier die Preise nochmals gefallen, da es ein Überangebot von Hölzern mit geringem Umfang ab 35 Zentimeter auf dem Markt (insbesondere aufgrund von Hölzern aus Ecuador und Brasilien) gab und gerade die Aufkäufer aus Asien nur an Rundholz ab Umfängen von über 78 Zentimeter und guter Verholzung interessiert sind. Aufgrund der beschriebenen Marktsituation haben wir uns entschieden, umfassendere, nicht erforderliche
Durchforstungen, auszusetzen bis sich der Markt und die Preise wieder erholen bzw. mit den Hölzern durch weiteres Wachstum größere Durchmesser und bessere Preise erzielt werden können.
"

 OK, so ist das halt. Und es stimmt, Wald weiter wachsen zu lassen, bringt auf lange Sicht sicher höhere Erträge. Von daher zweifle ich die Entscheidung jetzt nicht an.

Insgesamt weiß ich nicht, ob ich diese Investitionen nochmal tätigen würde. Vermutlich in einem geringeren Umfang. Ob es sich irgendwie gelohnt hat, wird sich wohl erst in weiteren 10-15Jahren sagen lassen. Das war auch mein Hauptgrund, die Anlage nun zu stoppen. Für mein Alter ist der zeitliche Anlagehorizont einfach zu gewaltig.

Es bleibt das Gefühl, etwas Gutes mit finanziert zu haben. Am Ende zumindest nicht draufzulegen wäre allerdings auch schön. Zumindest die Inflationsrate sollte sich ergeben. Im Vergleich zu Tagesgeld & Co. ist man ja nicht mehr sehr anspruchsvoll. Und die Renditeknaller habe ich ja anderswo auch im Portfolio.

Ach ja, auf die Möglichkeit eines massiven Verlusts wird man natürlich beim Anlegen hingewiesen. Gibt ja auch noch Waldbrände und so, auch wenn ein Teil davon durch Versicherungen abgedeckt ist.

Mittwoch, 11. August 2021

Swaper's keep it simple

 Swaper ist eine seit über fünf Jahren bestehende P2P-Plattform mit buyback-Garantie. Mit Zinssätzen von 12-16% gehört sie sicherlich zu den Anlagemöglichkeiten für risikobereiteres Publikum. Meine Erfahrungen, und ich bin praktisch seit Anfang an dabei, sind allerdings durchwegs p ositiv. Mein eingelegtes Kapital hat sich inzwischen um mehr als 60% vermehrt. Zur Risikominderung habe ich ein Drittel inzwischen wieder abgezogen und trotzdem noch deutlich mehr als zuvor im Depot.

Bei swaper geht es im Moment praktisch ausschließlich um Privatkredite aus Polen und Spanien. Je nach Anlagesumme (über 5000€ und drei Monaten Anlagedauer zählt man als Bonusinvestor und bekommt 2% mehr, das lohnt sich!) bekommt man 14% oder 16% Verzinsung. Die Laufzeit beträgt in der Regel einen Monat, durch Verlängerungen, verspätete Bezahlung und Warten bis zum buyback kann es aber schon mal 3-5 Monate dauern, bis das Geld zurückkommt. Auch dieser Zeitraum wird verzinst und swaper hat immer akkurat abgerechnet.

Positiv ist, dass man dank Assistent sich eigentlich um nichts kümmern muss. Das Geld wird automatisch angelegt (insofern genügend Kredite vorhanden sind, dazu gleich mehr). Um die Kreditauswahl muss man sich keine Gedanken machen, entweder glaubt man an swaper oder man lässt besser die Finger weg. Wie gesagt, bislang läuft bei mir alles bestens. Im 2. Quartal 2020 gab es durch die Coronakrise an den Finanzmärkten deutlich verzögerte Rückzahlungen, aber auch das lief alles gut. Seitdem sind die Zinssätze 2% höher, ich vermute mal, dass das bald wieder auf 12/14% abgesenkt wird.

Swaper arbeitet profitabel, trotzdem besteht natürlich ein hohes Risiko. Man sollte hier also nur Geld investieren, dessen Verlust man notfalls verkraften kann. Das angezeigte Investitionsvolumen ist seit längerer Zeit bei etwa 6-7 Mio pro Monat. Nach eine Schneeballsystem sieht das also nicht aus, allerdings ist die Firmenstruktur nicht gerade transparent.

Das Kreditvolumen ist also begrenzt und das führt mitunter zu Problemen bei der Wiederanlagen. Zwar ist in der Theorie ein manuelles Investieren möglich, jedoch ist es schon ein arger Zufall, wenn man mal verfügbare Kredite tatsächlich findet. Ich habe das monatelang nicht geschafft. Von daher liegt teilweise ein nicht unbeträchtlicher Anteil des Geldes unverzinst in Lauerstellung. Bei mir waren das selten mehr als 10% der Gesamtanlagesumme, andere berichteten aber von höheren Quoten und der eine oder die andere hat deshalb auch schon aufgegeben.

Diese Woche hat swaper seine Assistenten umgestellt. Es gibt jetzt nur noch einen einzigen Autoinvest (vorher waren mehrere möglich und es war nie ganz klar, ob das einen Vorteil brachte), die Verteilung sollte damit gerechter werden. Es gibt die Möglichkeit des easy-modes zu nutzen (kaufe einfach alles) oder etwas mehr auszudifferenzieren (z.B. nach Ländern, keine Kredite die in Verzug sind...) Letztlich Geschmacksache, denn wie gesagt, alles steht und fällt mit swaper selbst.

Wie gesagt, ich selbst bin bislang super zufrieden und die Rendite ist fantastisch, die Handhabung sehr simpel.

Zum Werbeteil:

Bei Anmeldung über den Link https://www.swaper.com/#/ref/Ze1KY1CGM3 gibt es bei 500-2000€ 2% Bonus für Erstanleger, danach reduziert sich der Bonus bis runter zu 1%.

Alternativen aus meiner Sicht sind

peerberry (etwa 11% Zinsen), die eher den russischen Markt bedienen aber deutlich mehr Auswahl haben und

lendermarket (12-14%) mit Krediten auch aus Spanien und Polen im Kurzläuderbereich und Estland und Finland mit Laufzeiten von bis zu 5 Jahren.

Auch mit diesen bin ich sehr zufrieden, alledings noch nicht so lange dabei. Das Risiko scheint mir vergleichbar zu sein.

Alle drei Plattformen sind auch auf deutsch verfügbar. Bislang musste ich noch nicht viele Supportanfragen machen, aber wenn war die Antwort stets zufriedenstellend.

Fazit: p2p ist eine interessante Anlagealternative. Die genannten Plattformen bieten Renditen von über 10%. Das Hauptrisiko ist, dass der Anbieter selbst unseriös ist oder bankrott geht. Die einzelnen Kredite sind letztlich irrelevant und wirken sich ausschließlich auf die Anlagedauer aus. Bei FInanzkrisen wird man auf sein Geld lange bis sehr lange warten müssen, auch ein Verlust ist dann nicht mehr auszuschließen. Die genannten Plattformen haben eine Geschichte die über einige Jahre geht, trotzdem bleibt die Anlage im Hochrisikobereich.

Samstag, 10. Juli 2021

P2P Depot Mitte 2021

 Meine Anlagen im p2p-Bereich haben seit einem Jahr weiter zugenommen, und das nicht nur durch reinvestierte Beträge. Noch immer verzeichne ich mit wenigen Ausnahmen zweistellige Renditen. Richtig schmezhafte Ausfälle blieben mir bislang erspart.


Bei Bondora musste ich Geld abziehen. Trotzdem liegt hier insgesamt knapp die Hälfte meiner Anlagen. Ein guter Teil ist in g&g gewandert, hier liegt über alle Konten verstreut mehr als ich insgesamt eingesetzt habe. Vom eigentlichen Depot sind sehr viele Kredite im Inkasso, Das liegt nicht nur daran, dass ich viele Inkassokredite gekauft habe, sonder liegt an mangelnden Neuanlagemöglichkeiten kombiniert mit der relativ geringeren Rückzahlungsquote aus Inkasso. Aber zahlen tun die sehr wohl. Etwa die Hälfte meines monatischen Cashflows kommt aus diesem Bereich. Trotzdem bin ich froh, auch ohne diese Zahlungen mitlerweile nicht drauflegen zu müssen.

Estateguru ist mein zweitgrößter Posten. Hier kratzt die Rendite mittlerweile an der 10%-Marke. Läufut insgesamt sehr unaufgeregt, ich verkaufe manchen Schrott am Zweitmarkt und bin überrascht, wieviel man mir dafür zahlt. Die Wiederanlage ist im Moment nicht so einfach, ich habe zwischen 5 und 10% free cash. Zusammen mit den Wartezeiten, bis die Kredite in die Zinsphase eintreten, mindert das die Rendite.Ich werde hier eher Geld abziehen als neu einbezahlen.

Sehr lange bin ich schon bei swaper mit fast der gleichen Anlagesumme. Trotz gefühltem Risiko läuft das einfach super und beschert mir Reniten von 15%+. Ich ziehe ab und zu etwas Geld ein (mittlerweile ein Drittel meiner EInlage) um das Bauchgefühl zu beruhigen. Insgesamt habe ich (zusammen mit dem Finanzamt) etwa 50% an Kapitalzuwachs.

Die nächsten drei Plattformen sind etwa gleich hoch investiert wie EG.

Lendermarket läuft seit etwa 1,5 Jahren. Die Rendite liegt bei 14%. Auch hier spüre ich ein gewisses Risiko. Einzahlungen sollte man zum richtigen Zeitpunkt vornehmen, dann gibt es 1-2% Bonus obendrauf. Wie ich hier weiter verfahren werde, weiß ich noch nicht.

Peerberry teste ich erst seit 2 Monaten. Da bin ich aber gleich hoch eingestiegen, um mir die erste Bonusstufe zu sichern. Läuft soweit gut, das Investieren ist etwas mühsehlig, die hochverzinsten Kurzläufer gibt es oft nur manuell. Schaun wir mal.Rendite passt mit gut 11%.

Ablrate ist ein Klassiker bei mir. Naja, mit britischen Immobilien und Firmen war das so eine Sache. Ich bin auf jeden Fall im Gewinn und auf dem Zweitmarkt sind die meisten Anteile sehr begehrt und werden über pari gehandelt. Der Pfundkurs hat sich für mich positiv entwickelt. Ein paar größere Anlagen befinden sich im Inkasso, das würde mich im Fall der Fälle die Hälfte meiner Erträge kosten.
Ich ziehe hier die Erträge regelmäßig ab und verfrachte sie zu seedrs.

Seedrs liegt in der gleichen Größenordnung und wächst bei mir sehr stark. Hier von Gewinnen zu sprechen wäre vermessen. Auch ein Exit garantiert noch lange keine Gewinne, wie ich gerade feststellen musste. Da geht es aber nur um eine zweistellige Summe. Mein größter Posten von knapp 20% ist p2p-affin: estateguru.

Dann gibt es noch ein paar kleine Posten:

omaraha läuft so vor sich hin, liegt insgesant bei einer Rendite von 16% ist aber im letzten Jahr stark zurückgegangen.

Monacera wird von vielen Anlegern als extrem sicher empfunden, reißt mich aber noch nicht wirklich vom Hocker.

Afrango, ok, 16-18% buy back Zinsen. Von meinem Versuchsballon haben aber auch 95% der Kredite nix bezahlt. Wird bei mir wohl kein großer Aktivposten.

flender und moneything waren die flops und laufen aus, ebenso fundingcircle. Bei moeything werde ich wohl 20-30% meiner Einlage verlieren, das wars dann aber auch schon mit den Abschreibungen.

Dann waren da noch auxmoney, smava und lendico. Alles abgeschlossen und zumindest weit über Festgeldniveau, aber sicher nicht zweistellig. Bei mintos und twino war das der Fall, aber ich muss auch nicht überall dabei sein.

Donnerstag, 17. Juni 2021

Wie läuft's bei seedrs?

 Vielleicht fragt ihr euch, warum ich nichts mehr zu bondora&co zu sagen habe und plötzlich über seedrs schreibe. Der Grund ist einfach: bei ersteren gibt es nichts neues. Ich teste seit ein paar Wochen peerberry, da ist es aber noch zu früh. Und alles andere geht seinen Weg. Bringt gute Renditen. Wenn man anlegen kann...

OK, jetzt zu seedrs. Ich bin seit 14 Monaten dabei, habe mehr investiert als ich zunächst vorhatte. In rund 70 Firmen, etwa 60% neue Anteile und 40% auf dem Zweitmarkt. Ich habe ein wenig verkauft und einige neue Runden miterlebt, ein IPO steht an.

Das macht Spaß. Nicht in erster Linie finaziell, darauf komme ich gleich noch. Aber es gibt vieles neu zu entdecken, einiges so nach und nach zu entdecken (vielen Dank an Claus, der mir immer wieder auf die Sprünge hilft), eine ganze Welt der Startups tut sich auf. Und man kann mit wenigen Pfund schon mitmischen. Oft mit zu wenigen, denn es fuchst ein wenig, wenn der Wert eines Anteils sich fast verdoppelt und man ist nur mit 20L dabei. Aber wie immer, die Lernkurve am Anfang ist gewaltig steil und auch so habe ich eine mittlere vierstellige in Pfund umgetauscht (was erstaunlicherweise an sich schon kein schlechtes Geschäft war) und noch ein paar Bestände oben drauf gepackt.

Ja. Durch Verkäufe habe ich rund 300€ verdient. Das war eversend, die ich bestimmt zu früh größtenteils verkauft habe, und ein paar kleinere Zweitmarkttrades. Mitunter kann man zu par oder leicht darunter einkaufen und einen Teil mit 30, 40% Aufgeld wieder abstoßen. Klappt aber meist nicht so schnell. D.h. ich mache auch das nur bei Firmen, die mich ansich interessieren. Große Lots sind aber meist billiger, und mit groß meine ich erstmal nur dreistellig. Mehr als 300€ habe ich noch nie auf einmal investiert. Davon kann man dann kleine Einheiten teurer verkaufen. Oder eben zusehen, wie sich nicht weggehen ;)

Drei meiner eigenen, also nicht zugekauften Firmen haben eine Folgerunde gestartet. Die Preise waren zwischen 20 und knapp 50% höher. Papiergewinne. Aber schön mitzuerleben. Aussteigen will ich da noch nicht.

Bei zwei zugekauften ist mir das unverhofft auch passiert. Coole Sache. Meistens habe ich ein wenig aufgestockt. Wenn alles durch ist, werde ich etwa 20% Gewinn auf mein Gesamtportfolio haben. Wie gesagt, virtuell. Ich weiß nicht wie schnell sich im Zweifelsfall so ein Portfolio auflösen liese. Schaue ich auf die aktuellen Preise auf den Zweitmarkt, käme nocheinmal die gleiche Summe hinzu. Überhaupt nicht gleich verteilt. Aber insgesamt drohen auch nirgendwo bislang nenneswerte Verluste. Noch nicht.

Alles, was ich gezeichnet habe, wurde bislang finanziert (na ein paar sind noch offen und unter 100% funding). Oft bin ich aber auch erst im overfunding eingestiegen.

Die Rennen um die besten Schnäppchen am 1. Dienstag im Monat nerven etwas. Ein Windhindprinzip fand ich noch nie prickelnd, insbesondere wenn es zu technischen Problemen führt. Da ich meist um diese Zeit aber arbeite, sez´tze ich da einfach aus. Schade, wenn man manche Angebote vorher sieht, aber die Chacen sind sowieso nicht gut.

Tja, nächste Hürde wird der Jahreswechsel. Mal sehen, was da der Brexit diesbezüglich anstellt. Wäre schade. Für mich war seedrs eine gute Entdeckung.

Mittwoch, 5. Mai 2021

Estateguru - 2. Finanzierungsrunde bei seedrs

Update (6.5.) Das inzwischen benannte funding Ziel von 1,1 Mio dürfte spätestens morgen erreicht werden.

Nach gut einem Jahr will estateguru neues Geld einsammeln -500k oder mehr, etwa ein Prozent der aktuellen Bewertung. Nun bin ich froh, dass ich bei der ersten Runde recht mutig dabei war, der "Aktienkurs" hat seither um ca. 50% zugelegt. Die Firma macht auch gute Geschäfte im Moment. Die Ausweitung nach Deutschland scheint zumindest vom Absatz her erfolgreich anzulaufen - eine ganze Reihe von Millionenprojekten wurden finanziert. Wenn die alle gut laufen ist das unerwartet für mich tatsächlich ein neuer Markt.

Ich bin wieder dabei und stocke mein Investment um 500€ auf. Und beobachte wie das weitergeht, da scheint mir noch Luft nach oben.

Die Finanzierungsrunde läuft sehr schnell, nach einem halben Tag ist sie schon überzeichnet und im overfunding.

Wer auch mit am Rad drehen will und noch kein seedrs-Konto hat, kann sich über den u.a. Link anmelden. Gibt immerhin 25 Pfund Prämie (bei einer Investition von knapp 200€ in den ersten 30 Tagen.)

https://www.seedrs.com/signup?promo_code=Y4DCJ677

Auch meine weiteren Investments laufen gut. Zwei sind mit höheren Bewertungen in die nächste Fundingrunde gegangen, ein weiteres stebt einen Börsengang an. Die meisten sind auf dem Zweitmarkt mit leichten oder gar deutlichen Aufschlägen gelistet. Machts Spaß im Moment. Mal sehen wie lange der Boom anhält.

Mittwoch, 7. April 2021

Startups bei seedrs mitfinanzieren

Auch eine Form des crowdinvestings, aber eine ganz andere Klasse als die p2p-Kredite ist das crowdfundung von Startups. Der europäische Marktführer seedrs lässt auch deutsche Investoren zu.

Wie funktioniert das?

Mit einer in der Regel kleinen Summe, ab gut 10 Pfund, nach oben praktisch offen, beteiligt man sich an einem Startup und profitiert gegebenfalls von seinem erfolgreichen Wachstum. Das ist keine Investition für Eilige - üblicherweise muss man mit Haltezeiten von 5-10 Jahren oder länger rechnen.

Bei einenen Exit, verursacht z.B. einem Börsengang, erhält man dann "echte" Anteile am Unternehmen. Vorher ist man nur virtuell übere eine Holdingsstruktur (Seedrs nominee )beteiligt, auch wenn seedrs ebenfalls von "shares" spricht. Diese haben jedoch z.B. kein Stimmrecht und sind nur (wenn überhaupt) über den internen Zweitmarkt von seedrs handelbar. Dazu später mehr.

Die Anleger erhalten Anteile zu einem festgelegten Preis, der einem gewissen Prozentsatz des Unternehmes, z.B. 10%, entspricht. Der Rest bleibt in den Händen der Gründern und Vorinvestoren. Der geschätzte Gesamtmarktpreis des Unternehmens wird transparent angegeben. 

Oft kommt es zu einer Überfinanzierung. Meist wird dieses Geld auch gerne angenommen, es kann aber auch passieren, dass das mögliche Investment reduziert oder abgelehnt wird.

Neben dieser direkten Beteiligung (Equity) gibt es noch sogennannte convertibels. Hier bringt man Geld in das Unternehmen ein, die später, ähnlich wie bei einer Wandelanleihe, bei einer neuen Finanzierungsrunde unter festgelgten Bedingungen in Anteilsscheine umgewandelt werden. Dabei erhält man dann einen Rabatt von z.B. 20% auf den Ausgabepreis. Zusätzlich gibt es oft noch eine Verzinsung von um die 10% p.a. Es lohnt sich, das Kleingedruckte genau zu studieren.

Meine Erfahrungen

Eigentlich finde ich es eine großartige Idee, sich an Firmen, bei denen man zufriedener Kunde ist, auch zu beteiligen. Das hatte ich schon bei revolut versucht (auch bei seedrs) bin aber an der enormen Nachfrage gescheitert. Vor etwa drei Jahren hatte ich bei crowcube, einem Konkurrenten von seedrs, Anteile von Ablrate erworben, das Konzept aber nicht weiter verfolgt. Vor etwa einem Jahr dann estateguru bei seedrs. Immer noch mit 25% der dickste Brocken in meinem Depot dort. Inzwischen bin ich in bei einer mittleren vierstelligen Summe und etwa 40 Beteiligungen. Von gut 10 bis knapp 200€ (abgesehen von estateguru). Bislang habe ich hauptsächlich vom Kursgewinn des Pfundes profitiert, Wertsteigerungen nach dieser Zeit wären ansonsten ungewöhnlich.

Der Zweitmarkt

macht für mich einen großen Anteil des Anreizes aus. Zum einen wäre hier ein vorzeitiger Ausstieg möglich (für mich nicht so relevant, das dort investierte Geld brauche ich nicht und die Erfahreneren warnen sehr deutlich vor einem zu frühen Ausstieg). Zum anderen kann man Zukaufen und Spekulieren. Wenn einmal im Monat der Zweitmarkt für eine Wochne öffnet, heißt es schnell sein. Dann bekommt man machmal sogenannte lots (=eine gebündelte Summe an Anteilen) recht günstig, kann diese später zu einem deutliche höheren Preis, aufgeteilt in kleinere Pakete, weiterverkaufen. Oder behalten. Oder beides. Das ist natürlich Zocken, und nicht immer bekommt man alles wieder so los, wie man es erwartet hat, macht aber Spaß :)

Insgesamt möchte ich mir aber ein Portfolio mit 100+ Unternehmen aufbauen, deren Geschäftsmodell ich halbwegs verstehe und bei denen ich denke, könnte was werden. Und die dann behalten.

Das Risiko

ist enorm. Jeder, der sich in dieser Szene etwas auskennt, spricht davon, dass 80-95% der Firmen ihr 10jähriges Jubiläum nicht erleben. Die wenigsten, weil sie vorher aufgekauft werden, die meisten scheitern. Entsprechend braucht man bei den anderen einen entsprechenden Wertzuwachs um am Ende als Gewinner dazustehen. Schaun wir mal. Jetzt wird einem auch klar, dass nach einem Jahr mit 40% Gewinn zu verkaufen (nach der nächsten Finanzierungsrunde z.B.) meistens eine schlechte Idee ist.

Weitere Informationen

findet man natürlich überall im Netz. Ein gutes Forum gibt es bei Claus Lehmann - hier werden auch schon mal einzelne Gesellschaften durchdiskutiert. Und einen schönen Podcast zum Thema gibt es bei Thomas, sollte man sich vor dem Einstieg anhören.

Werbung

Wie immer gibt es die Möglichkeit, sich als Neuanleger werben zu lassen: https://www.seedrs.com/signup?promo_code=Y4DCJ677 

Bei einer Investionssumme von >150 Pfund, also knapp 200€, bekommen dann beide Seiten 25 Pfund aufs Investmentkonto gutgeschrieben.

Apropos Pfund: Einzahlen kann man per Kreditkarte. Ich nutze meine von revolut und tausche meistens bei einem etwas günstigeren Kurs bzw. lege meine Abflüsse von britischen Plattformen direkt in Pfund an.

Sonntag, 4. April 2021

Estateguru - Wachstum und Erträge

Estateguru hat in den letzten Monaten ordentliche Zahlen abgeliefert. Die Kreditsummen entwickeln sich in neue Höhen, man hat im neuen Markt Deutschland (erstaunlicherweise, bei Zinssätzen im zweistelligen Bereich) gut Fuß gefasst.

Ob sich ein Investment in diese Kredite lohnt, muss sich erst zeigen. Ich bin da recht verhalten und habe 3 oder 4 mal die Mindestsumme angelegt, um mir den Verlauf detailliert ansehen zu können.

Die meisten Märkte abseits vom Baltikum sind bislang sehr kritisch zu beurteilen. Je ein Projekt in Schweden und Spanien ist seit längerem im Verzug und inzwischen mit deutlichen Abschlägen auf dem Zweitmarkt zu haben (soweit ich weiß, gab es dort keine weiteren). Auch von finnischen Krediten halte ich inzwischen aufgrund der unzuverlässigen Zahlungen deutlich Abstand.

Zum Glück gibt es auch wieder in Estland gute Angebote. So habe ich wenig Probleme meine Rückflüsse wieder anzulegen und auch kaum damit, ein wenig aufzustocken. Ich habe für dieses Jahr mein Anlagezielkapital verdoppelt, u.a. auch, weil Bondora mich kaum noch anlegen lässt. Und Rückzahlungen hab es dieses Jahr schon einige. Das ewige Verlängern, das ich früher beobachten musste, scheint abgenommen zu haben.

Estategugu hat auch mal ein bisschen an der Webseite gebastelt, das war auch notwendig. Wirkt übersichtlicher jetzt. Immer noch nerven die mitunter zu langen Ladezeiten.

Fast 70%  meiner Anlagen sind inzwischen erfolgreich zurückbezahlt. 8 Kredite sind noch im Inkasso, 5 weitere hatte ich mit sehr überschaubaren Verlusten (deutlich unter 5%) verkauft. Inkasso ist eine Geduldprobe, da können einige Jahr ins Land gehen. Allerdings übertreffen meine bislang erzielten Zinseinnahmen das im Inkasso stehende Anlagekapital um einen Faktor 5. Und bislang habe ich nur bei einem einzigen Kredit knapp 10% verloren, alles andere ging am Ende gut. Soweit es ein Ende gab.

Ich streue breit und wende wenig Zeit für Analysen auf. Bei Anlagesummen von maximal 250€ pro Einzelkredit bzw. mehreren stages eines Projekts lohnt sich das nicht. Naja, wie gesagt, manche Länder meide ich. Bislang bin ich mit dieser Strategie gut gefahren, meine Rendite ist zweistellig. Estateguru zählt nach meiner Ansicht zu den weniger riskanten unter meinen p2p-Anlage, da mit Hypotheken abgesichert und bestimmt besser geprüft als jeder Kredit bei Bondora & Co. Auch wenn die angegeben Nennwerte meist bei den Auktionen nicht zu erzielen sind ist ein Totalverlust extrem unwahrscheinlich.


Disclaimer: der Autor hält bei seedrs einen (überschaubaren) Anteil an Estateguru. Meine Erfahrungen sind rein subjektiv, ein mögliches Invest ist kein Tagesgeldersatz - die Risikobewertung sollte sich an der erzielbaren Rendite von etwa 10% p.a. orientierten. No free lunch, selbstverständlich, insbesondere kann sich die Kapitalbindung ziemlich hinziehen.

Wer es trotzdem als Neuanleger probieren will, sollte einen Werbelink mitnehmen und damit auf seine ersten Anlagen einen Bonus von 0,5-1% nicht verschenken.

https://estateguru.co/en/investor-referral/?switch=en&userPromotionCode=EGU07259 

The details: 

The campaign is open to all new investors who register and invest before April 30th (30th April included). Both the new investor and the person who refers them will receive a 1% bonus for all their investments made during April. You will both continue to earn the standard 0.5% bonus for the balance of their first three months as an investor.

Freitag, 2. April 2021

Finanzielle Freiheit...

 Seit 12 Jahren investiere ich nun bei P2P und kann immer noch nicht davon leben :)

Plattformen kommen und gehen, zumindest in meinem Anlageportfolio. Smava, moneything sind nicht mehr präsent, ebenso lendico und zencap (die ich schon vorher abgeschossen hatte). Auxmoney und flender treffen nicht meine Renditeerwartungen und bei twino und mintos sagte mein Bauchgefühl nein, bzw. war mir das Aufwand/Spaß-Verhältnis zu schlecht geworden.

Bleiben vier große im Moment: Bondora, Estateguru, swapper und lendermarket, außerdem noch ein paar wenige kleinere mit kleinen vierstelligen Einlagen. Ach ja, Ablrate hängt da noch irgendwo dazwischen - was da am Ende rauskommt, weiß ich nicht. Aber die Hälfte der Anlagesumme sind mittlerweile Erträge, ich halte dort nur den aktuellen Anlagestand.

Mein Ziel bleibt es, 1000€ netto pro Monat an Einnahmen zu generieren. Dafür werden am Ende 150-200k Anlagen notwendig sein, vielleicht auch mehr, wenn die Rendite sinkt. So etwa 20k/Jahr muss der Ertrag schon sein, vor Steuern und mit einem gewissen Risikopuffer bzw. Inflationsausgleich.

Wenn mir keine Krise in die Suppe spuckt, ist das zu schaffen. Die Hälfte habe ich schon und der inzwischen auf 10 Jahre zusammengeschrupfte Zeithorizont korrospondiert mit höherem Gehalt und Profitieren vom exponentielle Wachstum. Das Geld ist zu 50% eher risikoreich und renditestark angelegt (16% Rendite im Moment). 

Auf diese Anlage könnte ich zur Not verzichten. Weh täte es natürlich schon ziemlich. Aber ich habe stets nur "überzähliges" Geld angelegt und natürlich die Zinsen reinvestiert. Insgesamt hat sich meine Einlagesumme etwa verdoppelt.

All die Zeitungsartikel mit einem Ruhestand mit um die 40 kann ich nur belächeln. Zumindest mit einem mittleren Einkommen (nicht im Sinn von gewissen CDU-Politikern) im mittleren vierstelligen Bereich. Das kann gehen, wenn man einen sehr bescheidenen Lebensstandard einhält. Was bewundernswert ist, aber nicht so unbedingt mein Ding. Spargel essen muss schon mal drin sein und in Urlaub gehen (ab 2022 halt erst wieder) auch. 

Trotzdem ist ein Überblick über die Finanzen und eine gewisse Sorgfalt bei der Geldausgabe der erste Schritt. Wer nichts zurücklegt, hat später keine Zusatzeinnahmen. Das geht auch ohne den Gürtel enger zu schnallen. Der zweite Schritt ist dann die breite Streuung der Anlagen. Das ist mir bislang ganz gut gelungen. Einen Verlust gibt es trotzdem immer mal wieder, aber er tut nicht so weh und ist meist durch die anderen Anlagen nur eine kleine Delle in der Bilanz.

Mittwoch, 31. März 2021

Bondora Q1/2021 Alles wurde anders

 Tja, Bondora ist irgendwie auch im Pandemiemodus. Insgesamt läuft es aber nicht schlecht - nur deutlich anders als die Jahre zuvor.

Investment

Zur Zeit geht da wenig. Über Go&Grow kann man 400€/Monat anlegen, dass ist sehr wenig, wenn man eine mittlere Summe investieren möchte. Für einen Sparplan jedoch recht ordentlich. Die Verzinsung beträgt weiterhin 6,75% pro Jahr effektiv, auch wenn es Zweifel gibt ob das Bondora langfristig erwirtschaften kann, bin ich da im Moment noch optimistisch. Warum kommt später. Die Anlage ist, solange keine Krisen mit entsprechendem bank-run auftauschen sehr liquide, das Risiko zumindest auf mittelfristige Sicht recht überschaubar. Anstatt meine Rückflüsse komplett abzuziehen lege ich die 400€ im Moment hier an. Sollte Bondora irgendwann mal wieder zum alten Modell zurückkehren, kann ich dann sehr rasch umschichten.

In neue Anlagen lässt sich nur sehr schlecht investieren. Etwa 2-4€ sind drin. Alles in 1€-Stückelung. Da kommt nicht viel zusammen. Über API geht nichts, aber Portfolio Pro/Manger macht das alles bequem automatisch. Ab und an gehe ich die Käufe durch und verkaufe alles, was mir nicht gefällt, mit 3-4% Aufschlag. Geht binnen eines Tages weg, auch das ganze Zeug aus Finnland, verstehe, wer will.

Auf dem Zweitmarkt ist nicht viel zu holen, vieleicht 20-30€ im Monat. Wer verkauft schon billig, wenn man hohe Aufschläge erzielen kann.

Ich investiere aber weiterhin 100-250€/Monat in rote Kredit mit Abschlägen zwischen 30%(selten) bis 80%.

Depotzusammensetzung

Inzwischen bin ich bei 72% rote Inkassokredite angekommen. Ist ja auch kein Wunder, die grünen zahlen zurück und sind kaum ersetzbar. Kredite im Verzug sind auch weniger geworden. Auffällig ist, dass die neu erworbenen Anteile nicht so häufig schon bei der ersten Rate in Verzug gehen wie vor z.B. einen Jahr. Deshalb glaube ich auch an die ca. 7% Rendite die Bondora für g&g erwirtschaften muss.

Spanische Kredite gibt es keine neuen, und das ist gut so. Auch finnische kaufe ich nicht.

Zweitmarkt

Beim Verkaufen lassen sich teilweise unglaubliche Aufschläge erzielen, ganz anders als noch vor einem halben Jahr. Von daher bekommt man alles ungeliebt Zeug, solange es nur grün ist, sofort und mit Gewinn gut los. Auch rote Kredite sind deutlich wenige im Angebot, zumindest nicht mit den Abschlägen, die sie für mich attraktiv machen würden.

Verkaufsgewinne sind ziemlich niedrig, unter 100€ pro Monat. Zum Teil deutlich darunter.

Cashflow

Was soll ich sagen: der ist top. So gut, dass ich 40-70% jeden Monat abschöpfen muss. Allerdings haben sich auch hier die Anteile verschoben: deutlich über die Hälfte kamen aus dem Inkasso. Klingt gut, bedeutet aber, dass wenig Zinsen fließen und 35% von Bondora als Eintreibegebühr abgezwackt werden. Löhnt also nur, wenn man die roten Anteile billig eingekauft hat oder die Kredite erst ausgefallen sind, nachdem sie zuvor viele Zinsen bezahlt hatten. Noch immer sind Zinsen, die von ausgefallenen Krediten kommen eher die Ausnahme und machen unter 10% meiner Gesamtzinserträge aus.

Auch werden einige Inkassokredite, meist mach einer höheren Teilzahlung, gänzlich abgeschrieben. Für das zuende gegangene Quartal ist die Summe nicht allzu hoch (ca. 0,5% des Portfoliowerts). Und wird ziemlich genau abgedeckt durch Gewinne von billig gekauften Inkassokrediten, die bis dato mehr als ihren Kaufpreis zurückbezahlt haben.

Fazit

Das Quartal lief überraschend gut. Bondora bleibt bei mir auf jeden Fall einer der Top Anbieter. Die Rendite erreicht zwar lange nicht mehr die Spitzenwerte der vergangenen Pionierzeit, aber das Risiko scheint mir auch deutlich gemindert,.

Werbung

Wer neu bei Bondora einsteigen will, kann das jetzt mit kleineren Summen gut tun. Ein bisschen an Erfahrung sammeln, bevor man das große Rad dreht. Für die Werber neuer Kunden bleibt die Provision nun bescheidener, da niemand binnen eines Monats große Summen anlegen kann. Das ist ok so. Für den Geworbenen gibt es weiterhin 5€ ins Depot.
Link: https://bondora.com/ref/oktaeder