Dienstag, 24. März 2020

Swaper erhöht die Zinsen

Swaper hat vor etwa einer Woche die Zinsen um 2 Prozentpunke (auf 14% bzw. 16% bei über 5000€ Anlagesumme erhöht.
Swaper ist schon einige Jahre auf dem Markt und bislang lief immer alles reibungslos, auch Rückzahlungen werden immer noch sehr schnell durchgeführt. Allerdings ist der Zweitmarkt gerade ziemlich von Angeboten geflutet. Das liegt nicht nur an der angespannten Marktsituation, sondern auch daran, dass viele Bestandkunden iher 12%er verkaufen und auf 14% umsteigen wollen.

Gerade erreicht mich folgenes Angebot:
"Interest rates on Swaper have increased! 

As a special offer, Swaper would like to announce that interest rates have increased. Now you can earn 14% as a regular investor and 16% as Loyalty Investor. If
a new investor registers through a Circlewise publisher, they will get the Loyalty Bonus immediately and earn 2% higher returns on all investments made during the first three months. 

What’s in it for new investors:
- Receive a 16% interest rate on all your new investments during the first three months;
- The bonus will be activated after the first successful payment. In case the investor account value is under 5K after three months, the bonus will be revoked. 

Here’s how to get started as a new investor:
- Sign up to Swaper through Target Circle affiliate link;
- Transfer first funds to your Swaper investor account;
- Set up Auto-Invest Portfolio & start earning 16% profit!

This campaign is valid from 18.03.2020 until 30.04.2020.

In case of questions, you can contact Swaper directly at anni.eerik@swaper.com or me.

Thank you!"
Ob dies ein guter Zeitpunkt ist, um bei p2p einzusteigen, muss jeder selbst wissen. Mir haben bislang meine Anlagen tüchtige Verluste am Aktienmarkt erspart. Aber natürlich ist das Risiko in den letzten Wochen erheblich gestiegen. Dafür sind im Moment wirklich ausreichend Kredite vorhanden, das Problem dass vorhandes Cash nicht angelegt werden kann besteht nicht mehr,

Wer das mit einer kleineren Summe ausprobieren, sollte die 2% Zusatz nicht verschenken.


Hier noch der notwendige Link: https://c.trackmytarget.com/q5c5fn.
(An mich geht bei erfolgter Neuanmeldung auch eine kleine Prämie). 

Dienstag, 17. März 2020

P2P in Krisenzeiten

Zunächste inmal bin ich im Moment um jeden Cent froh, den ich statt am Aktienmarkt in P2P angelegt hatte. Da gab es soweit kaum Verluste.

Nun ist natürlich Liquidität Trumpf, und die ist nicht in jedem Fall einfach herzustellen. Der Zweitmarkt funktioniert bei den meisten Anbietern zwar noch, aber die Nachfrage ist erwartungsgemäß deutlich reduzierter. Außer man ist bereit, für Liquidität einen Preis zu zahlen.

Der reicht im Moment von 0% (swaper) über 3-4% (Bondora) bis hin zu 20% (Ablrate). Alles Lapalien gegenüber den Aktien.

Die Kredite laufen einstweilen weiter und werden auch im üblichen Maß bedient. Das wird sich natürlich ändern. Mehr Kredite werden ausfallen oder die Laufzeiten werden deutlich verlängert werden müssen.

Jetzt bei P2P neu einzusteigen ist erstmal keine gute Idee. Das werden harte 1-2 Jahre. Wer sein Geld braucht, sei es für andere Investitionen oder um Einnahmeausfälle auszugleichen sollte rasch handeln. Cash schadet nie.

Die Anbieter fangen an zu reagieren. Zinssätze werden erhöht und cashback-Aktionen gestartet. 2% cashback nutzen aber wenig, wenn der Anbieter das kommende Chaos nicht übersteht.

Wenn investiert bleiben, dann ausschließlich bei den großen Plattformen.

Soweit kurz meine aktuelle Lageeinschätzung.

Mittwoch, 26. Februar 2020

Box of Bondora: Update 26.2.

Zunächst war es nach Bondoras starken Einschränkungen an der API nicht absehbar, ob das Tool überhaupt noch verwendbar ist.

Aber es kam nicht so schlimm, wie zunächst befürchtet. Und so benutze ich das plugin weiterhin jeden Tag. Ein paar kleine Neuerungen kommen heute mit dem ersten Update seit einem halben Jahr:


Zunächst einmal hat es mich geärgert, dass Kredite, die am aktuellen Tag hätten bezahlen müssen aber das nicht (vollständig) gemacht habe, trotzdem als grün angezeigt werden. Das ist zwar nicht falsch und einige wenige zahlen tatsächlich noch in den Abendstunden, bedeutet aber für mich als Käufer ein gewisses Risiko, dass ich das übersehe. Im Zweitmarktmodul (ausschließlich Pro-Version) werden die Namen der Kreditnehmer in diesen Fällen rot markiert.

Bei sehr kleinen Anteilen mit Rating A oder AA kann es sein, dass gegen Ender der Laufzeit keine oder nur sehr wenige Zinsen bezahlt werden. Deshalb erfolgt bei erwarteten XIRR-Werten unte 10% jetzt rehts unten bei den Kreditdetails ebenfalls eine rote Anzeige.

 Bondora lügt hier ganz klar mit der XIRR-Angabe. Laut Zahlungsplan wird hier für das nächste Jaqhr kein Cent(bruchteil) mehr an Zinsen bezahlt. Nur gut, dass man solche Anteile sofort ohne Aufschlag verkaufen kann...

Ich analysiere sehr viel die Zahlungsflüsse des letzen Tags. Deshalb habe ich für diese eine Filtermöglichkeit eingebaut:


Hier kann man die Auflistung beispielsweise auf die Rückzahlung aus roten Krediten oder Käufe auf dem Zweitmarkt beschränken. Leider ist die Erstellung des notwendigen Reports (New Bal.) seit ein paar Wochen oft ziemlich buggy. Da muss man schon Geduld mitbringen.

Die Suche auf dem Zweitmarkt funktioniert nun etwa 6x pro Stunde. Der Erstmarkt ist ja schon seit langen nicht mehr manuell nutzbar. Portfolio Pro und/oder Bots sind aber eine gute Alternative.

Seit dieser Woche habe ich auch meine Strategie umgestellt. Nach der Notwendigkeit für Zweitmarktkäufe auf webhooks umzustellen habe ich zunächst etwas die Qualität vernachlässigt. Da gleichzeitig auch die Verkäuflichkeit der Kredite dramatisch abgenommen hat (kaum jemand scheint Lust zu haben, sich näher mit webhook auseinander zu setzten) führte ein "hauptsächlich billig" Einkaufen zu deutlich mehr ausgefallenen Krediten. Ich stelle num auf qualtity&hold um.

Wie gehabt kann sich jeder die Basisversion kostenlos herunterladen, auch ein Update der Sponsoren bleibt kostenlos. Weitere Infos und den Download gibt es rechts im Menu unter "Seiten".

BTW: Für Neuanleger gibt es über diesen Link 5€ für die Erstanlage.

Montag, 24. Februar 2020

bondora: ausgefallene Kredite

Immer mal wieder ein interessanter Aspekt: wie läuft das eigentlich mit den ausgefallenen Krediten.

Zunächstmal: es sind viele. Knapp 2/3 meiner Kredite sind ausgefallen (von der ausstehenden Summe). Die meisten davon sind tatsächlich bei mir ausgefallen, nur rund 20% habe ich im bereits "roten" Zustand gekauft.

Insgesamt sind rund 33k ausstehend und 35k habe ich dafür bezahlt. Allerdings wurden bereits 12k an Tilgung und Zinsen abbezahlt, so das letztendlich 23k im Risiko stehen - der Restwert wird um die Hälfte höher angegeben.

Gute Nachricht: rund 40% der ausgefallenen Kreditsumme wurden inzwischen zurückbezahlt. Leider seit ein paar Jahren unter Einbehalt von 35% Gebühren, sonst wäre es bereits über die Hälfte.

Auch für rote Kredite bekommt man auf dem Zweitmarkt Geld. Soll der Verkauf einigermaßen flott vorangehen, kann man für nicht zahlende etwa 12%, für solche mit Zahlungen etwa 50% ansetzen. Da würde bei bir einen Wert von etwa 12k bedeuten, die aufgelaufenen Verluste betragen also rund 10k und müssen mit den erzielten Zinsen und Verkaufsgewinnen gegengerechnet werden.

Ich habe rund 100k Kredite verkauft, die inzwischen ausgefallen sind. Dabei habe ich 2,2k durch höhere Preise verdient und zusätzlich 2,7k Rückzahlungen und 3,4k Zinsen erhalten.

Das Bild ändert sich allerdings komplett, wenn man nur die Kredite betrachtet, die ich im Zustand "ausgefallen" verkauft habe. Das habe ich zum Teil gemacht, um aus meiner Sicht "aussichtslose" Kredite abzustoßen, zum Teil um die Verluste gegen andere Verkaufsgewinne aufrechnen zu können.
Gut 20k Kredite habe ich als ausgefallen verkauft. Der Einkaufspreis war um knapp 40% tiefer.
Der erlittene Verlust  beträgt trotzdem über 5k, was bedeutet dass ich mit einem Abschlag von im Schnitt etwa 70% verkauft habe. Der Verlust wird etwas gemildert durch Rückflüsse inkl. Zinsen von etwa 1,8k. Diese Kredite sind in den o.a. enthalten und mindern also die erzielten Gewinne beträchtlich. Davon ist aber auch auszugehen, Ausfälle müssen stets in die erwartete Rendite einbezogen werden.

Ein Blick auf die "rot gekauften" Kredite, zunächst ohne bereits verkaufte (diese sind in den o.a. enthalten). Das sind etwa 1100 Anteile, für die ich knapp 4,2k bezahlt habe. Der durchschnittliche Rabatt betrug etwas über 50%. Etwas über die Hälfte davon wurde inzwischen zurückbezahlt, zusätzlich ganze 26,2 € Zinsen. Gut 7k stehen noch aus, dazu noch gut 20k an Zinsen.
Würde ich die Anteile mit 60% Rabatt verkaufen verbliebe ein Gewinn von etwa 800€ oder knapp 20%. Dieser Preis ist auf jeden Fall erzielbar, aber die Rendite ist nicht überragend.

Die Käufe verteilen sich über die Jahre 2015 bis heute, in keinem Jahr habe ich mehr erhalten als ich für den Kauf ausgegeben habe. Allerdings liegt die Rücklaufquote in späteren Jahren erwartungsgemäß niedriger als in früheren.

Bereits verkauft habe ich von diesen knapp die Hälfte: dafür hatte ich weitere 3,1k ausgegeben. Über den Verkaufspreis habe ich gut 600€ gewonnen, inkl. Rückzahlungen und Zinsen etwa 30%.

Alles in allem sind etwa 80% meiner Ausgaben zurückgeflossen. Wie gesagt, ich werde dabei nicht drauflegen, es bleibt aber ein ziemlich riskantes Spiel und ich begrenze die dafür eingestzen Mittel.

Samstag, 15. Februar 2020

Estateguru - mehr Licht als Schatten

Ich bin nun über fünf Jahre Investor bei Estateguru und wie man sieht immer noch dabei. Seit einiger Zeit habe ich mein Anlageziel dort erreicht und investiere keine neuen Mittel mehr, reinvestiere allerdings alle Rückflüsse (Tilgungen und Zinsen). Meine geschätzte Jahresrendite ist zweistellig.

Estateguru finanziert mit Hilfe seiner Anleger Immobilienprojekte, meist kommerzielle Entwickler. Diese benötigen Kapital von kanapp 100 bis ca. 300k, manchmal auch deutlich mehr. Oft wird das Kapital mit dem Baufortschritt in mehreren Tranchen aufgenommen. Der Zeithorizont der Anlage beträgt meistens ein Jahr, manchmal bis zu zwei Jahren. Durch "unvorhersehbare" Ereignisse verzögert sich die Rückzahlung in vielen Fällen um mehrere Monate, dieser Zeitraum wird selbstverständlich verzinst.

Die Zinsraten für die Kredite betragen in der Regel 10-11%, auch 8 oder 12,5% wurden schon gesehen. Der Zinssatz trägt dem Risiko Rechnung. Alle Kredite sind durch Hypotheken abgesichert, in der Regel erstrangig. Während der Laufzeit finden fast immer nur Zinszahlungen statt, meistens monatlich, in wenigen Fällen auch vierteljährlich. Bei einigen Krediten werden die Zinsen erst zu Laufzeitende bezahlt.

Der Vorteil der Anlage bei  Estateguru liegt auf der Hand: bei ordenlichen Zinssätzen ist das Risiko relativ beschränkt (darauf komme ich gleich noch zurück). Andererseits ist der Zinssatz auch für den Kreditnehmer erträglich. Im Baltikum sind Hypothekenzinsen wie bei uns nahe der 0% immer noch nicht üblich. Bei in letzer Zeit stark steigenden Immobilienpreisen sind die Zinsen schnell wieder hereinzuwirtschaften. Eine win-win-Situation und moralisch nicht so anfechtbar wie die Kredite mit sehr hohen Zinssätzen wie bei mintos & Co.

Zum Risiko: Kredite können ausfallen oder die Rückzahlung kann verzögert sein. Beide Fälle kommen regelmäßig vor. Bei mir liegt die Ausfallrate, bei nunmehr über 350 finanzierten und mittlerweile 220 zurückbezahlten Krediten, mit insgesamt 15 Fällen unter 5%. Zahlungsverzögerungen können von wenigen Tagen bis zu Monaten gehen. Ich schätze, dass das bei 20-25% vorkommt, zum Glück meist nur kurzzeitig.

Estateguru verfolgt ausgefallene Kredite über Inkasso und Zwangsversteigerungsmaßnahmen. Diese Verfahren sind in der Regel sehr langwierig und die Kreditnehmer wehren sich oft mit Händen und Füßen, allerdings sahen das die Gerichte, soweit ich das mitbekommen haben, am Ende stets anders. Dennoch muss man mit zwei Jahren oder länger rechnen, bis ein Kredit dann eingetrieben werden kann. Theoretisch stehen den Anlegern auch für diese Zeit Zinsen und sogar Entschädigungen zu. Manchmal werden diese auch bezahlt. Oft reicht aber das Geld am Ende nur für eine Teilzahlung der Zinsen. Immerhin wurde nach Angaben von Estateguru noch in jedem Fall eine positive Rendite erzielt, der kleinste Wert lag nach meinen Kenntnissen bei 4% Rendite p.a.
Bei mir wurden 3 Inkassofälle ausbezahlt, 12 harren noch der Dinge. Laut Aussage von EG gab es 14 erfolgreiche Eintreibungen, wie gesagt ohne jedweden Kapitalverlust.

Übrigens: einen signifikanten Unterschied zwischen Investments durch Autoinvest bzw. händischer Selektion kann ich nicht feststellen. Autoinvest erlaubt aber eine maximale Streuung. Wer also nicht viel Zeit investieren will, kann sich durchaus der Autoinvest möglichkeit bedienen. Je nach Gesamtanlagesumme empfiehlt es sich, dann 250€ pro Anteil zu wählen, da das einige Einstellmöglichkeiten mehr ergibt. Dann sollte man allerdings mit >10k dabei sein.

Im Moment liegen meine erzielten Zinsen ca. doppelt so hoch wie die ausstehenden Summen der Problemkredite. Auch bei einem Totalverlust würde ich also eine Rendite von 5% oder mehr erzielen, und das wäre in den aktuellen Zeiten immer noch ein sehr guter Erfolg.

Seit einiger Zeit gibt es auch einen Zweitmarkt, der vo rallem die Liquidität schaffen soll, wenn man plötzlich Geld benötigt. Die Rückzahlung der Kredite zum Fälligkeitsdatum ist ja wie gesagt nicht garantiert. Man kann diesen natürlich auch benutzen, vermeindliche Schnäppchen von Krediten im Verzug zu suchen oder Kredite vor der Fälligkeit zu verkaufen um dem Risiko von Zahlungsschwierigkeiten zu entgehen. Das hat aber seinen Preis. Estateguru knöpft dem Verkäufer 2% der Verkaufssumme ab. Das drückt die Rendite spürbar, wenn man vom Käufer keinen Aufschlag bekommt. Bei "vernünftigen" Preisen scheint der Zweitmarkt gut zu funktionieren.
Die noch ausstehenden Zinsen stehen übrigens immer dem Käufer zu - das führt dazu, dass überhaupt Aufschläge akzeptiert werden. Abschläge sind nicht möglich, Kredite können also nicht unter Nennwert verkauft werden, so dass man die wirklichen Problemfälle in der Regel nicht los wird.

Anleger kritisieren Estateguru oft wegen mangelnder Informationspolitik. Die Informationen bei Zahlungsverzögerungen sind in der Tat spärlich. Auch ist bei Krediten nicht immer einfach nachzuvollziehen, was die Vorgeschichte des Kredits war (etliche werden durch Folgekredite abgelöst). Nach meinem Empfinden muss ich allerdings, solange alles läuft wie bisher, gar nicht so viel wissen. All die schlechten Nachrichten regen mich nur auf. Am besten schaue ich daher nur selten genauer auf die Ausfälle, wenn ich davon ausgehen kann, dass diese irgendwann gelöst werden. Ob das so ist, kann man im Moment noch nicht mit Sicherheit sagen. Natürlich vermeldet Estateguru ausschließlich Erfolge - in den anderen Fällen ist ja noch nichts abgeschlossen.

Mein Fazit ist, dass ich weiter investiert bleibe und sogar darüber nachdenke, weitere Mittel einzubringen. Das werde ich entscheiden, wenn die nächsten Inkassofälle abgeschlossen sind. Aus meiner Sicht kann ich Estateguru also tatsächlich empfehlen. Wer eine Anlage ausprobieren möchte, bekommt über die Links im Artikem 0,5% Cashback auf die Investitionen der ersten drei Monate. Ich bekomme dann das gleiche ;)

Ergänzung: EG hat einen Blogeintag zu problematischen Krediten herausgebracht.

Angaben Estateguru Stand 1/2020

Samstag, 25. Januar 2020

Moneything in Abwicklung

Dieses Jahr sollen die bestehenden Kredite bei Moneything abgewickelt werden und die Plattform geschlossen. Seit etwa einem Monat sind keine Einzahlungen mehr möglich, keine Käufe oder Zweitmarktgeschäfte.Auszahlungen (ab 10L) werden aber wie gewohnt rasch vorgenommen, Zinsen gutgeschrieben und Rückzahlungen ebenso. Wenn sie kommen.

Meine Anlagen

Zwischen April 2016 und Dezember 2018 hatte ich rund 7500 Pfund zu MT überwiesen und in gut 50 verschiedene Projekte investiert. Viele davon haben erfolgreich zurückbezahlt. Ab Anfang 2018 habe ich auch Geld abgezogen, insgesamt rund 5200 Pfund. Die Schwankungen des Pfundkurses haben meine Anlagen nicht negativ berührt, vermutlich habe ich sogar ein wenig davon profitiert. Nach anfänglichen Experimenten mit Banküberweisungen, currencyfair und transfairwise habe ich fast alle Zahlungen mit meiner revolut Kreditkarte abgewickelt und bin damit sehr zufrieden. Äußerst einfach und keinerlei Gebühren.
Im Moment stehen also noch etwa 2300 Pfund oder gut 2600€ aus. Auf der Habenseite stehen zunächst noch etwa 3800L an Anlagen und rund 900€ ausstehende Zinszahlungen. Auf dem Papier. Bezahlt und versteuert wurden rund 1500L an Zinseinnahmen.
Wird die Hälfte der Anlagen zurückkommen (pessimistische Schätzung), ergibt sich nach Steuern ein Verlust von 3% pro Jahr. Bei einer realistischen Schätzung von 2500L Gesamtrückzahlungen komme ich auf etwa 1% Jahresrendite.

Warum Verluste?

Das Geschäftmodell, was MT die letzten Jahre gefahren hat, hat sich als nicht tragfähig erwiesen. Sehr viele der Immobilienentwicklungen sind gescheitert bzw. haben höhere Entwicklungskosten beansprucht als ursprünglich angenommen und sehr viel länger gedauert.
Etwa die Hälfte der ausstehenden Gelder sind daher in Projekte unter Zwangsverwaltung geraten. Das verursacht weitere hohe Kosten. Vom Rückfluss der gesamten investierten Summe oder gar einer Verzinsung ist daher nicht auszugehen. Der angegebene Beleihungswert war fast immer deutlich zu hoch angesetzt.
Ein Projekt, bei dem im wesentlichen Fahrzeuge beliehen wurde, hat sich als Betrug herausgestellt. Die Wertgegenstände wurden als Sicherheit für viele Kredite hinterlegt und keiner hat das bemerkt. Das lässt schon sehr auf mangelnde Professionalität schließen.

Viele der noch ausstehenden Gelder sollten schon längst, manche schon vor zwei Jahren zurückbezahlt werden. MT muss zwangsweise die Laufzeiten immer wieder verlängern um die Kreditnehmer nichts ins Inkasso zu zwingen (was auch geschieht, Folgen siehe oben). Das passiert zum Teil alle zwei Wochen. Ob man selbst daran glaubt, dass dann tatsächlich die Rückzahlung stattfindet oder man sich einfach nicht anders zu helfen weiß bleibt unklar.

 Fazit

Die Betreiber der Plattform waren einfach von der Komplexität des Unternehmens überfordert. So auch viele ihrer Kunden. Echte Betrugsabsichten waren nur in einem Fall zu erkennen, dieser spielt in der Gesamtsumme keine herausragende Rolle und wäre gut zu verschmerzen gewesen. Über die gesamte Laufzeit hat man wohl für die Anleger eine kleine positive Rendite erwirtschaftet. Je nach Anlagezeitpunkt und Projektauswahl haben manche am Ende aber auch 30-50% ihrer Anlage verloren.

Das Risiko in diesem Marktsegment sollte also nicht unterschätzt werden. Selbst wenn alle Beteiligten meinen alles richtig zu machen und man bei einer etablierten Plattform anlegt, kann es mit Verlusten enden. Zweistellige Zinssätze weisen aber von Anfang an auf dieses Risiko deutlich hin. Ich bin so oder so mit einem blauen Auge davongekommen und bleibe in Zukunft vorsichtig.




Montag, 20. Januar 2020

Fidor - oder wie tief kann man als Bank sinken?

Es läuft wirklich nicht rund bei der Fidor. Das Thema schafft es genau so sogar bis ins Handelsblatt.

Nicht nur, dass man für eine Onlinebank ohne große Alleinstellungsmerkmale inzwischen recht happige Gebühren verlangt, dass die Muttergesellschaft die Bank lieber heute als morgen loswerden will das aber nicht hinbekommt, nein auch der Webseitenauftritt inklusive einstmals hochgelobte Community verkommt zur Farce.

Werbung überall. Auf einer bankseite, wo ich für mein Konto Gebühren bezahlen soll? Sehr seltsam.

Die Community wird mittlerweile stark zensiert. So wurde z.B. ein Link auf den o.a. Handesblattartikel ebenso schnell gelöscht wie einige andere Fragen oder Anmerkungen. meist ohne Hinweis an den Ersteller. Was wirklich nur dann geht, wenn es sich um offensichtlich beleidigendes oder aus anderen Gründen inakzeptables Geschreibsel handelt (was durchaus auch einmal vorkommt), nicht aber bei kritischen Fragen oder Anmerkungen zur Bank. Zum Teil sind das übereifrige Moderatoren, zum Teil aber auch der Kundenservice selbst, der eigentlich Besseres zu tun hätte, als hier den Schein der heilen Fidorwelt durch Kommentarlöschungen aufrecht zu erhalten.

Grund für Kritik gibt es im Moment mehr als genug. Nicht nur dass die Technik die Kunden im Stich lässt, so dass zum Beispiel Anfang Januar Daueraufträge nicht ausgeführt wurden, man hat es nicht mal nötig, seine Kunden darüber zu informieren. Statt dessen wurden diese dann kommentarlos Wochen (!) später ausgeführt, nachdem man die Aktion mittlerweile händisch bereinigen musste.

Aber sich mit der Kritik konstruktiv auseinanderzusetzen ist nicht Fidors Ding. Da löscht man lieber den entsprechenden Hinweis.

Lange leben solche Unternehmen nicht. Aber vielleicht ist genau das das Ziel.

Freitag, 17. Januar 2020

P2P - der Spreu trennt sich vom Weizen

 Große Aufregung diese Woche bei den Anlegern baltischer P2P Plattformen. Nach dem ganzen Wildwuchs in den letzten zwei Jahren geht jetzt der Sensenmann rum.
Bislang erwischte es definitiv Kuetzal. Die Plattform hat ihr Ende angekündigt. Ob da noch etwas ordentlich abzuwickeln ist, bleibt zweifelhaft. Man spekuliert über SCAM, ob die Gelder der Investoren jemals überhaupt oder zumindest nur teilweise in Projekte angelegt wurden wird hinterfragt. Konten wurden eingefroren, die Polizei ermittelt. Da dürfte einiges Geld verloren worden sein.
Und wir Anleger fragen uns natürlich, wiecviel weiß ich eigentlich über das Unternehmen, bei dem ich da anlege? Gibt es die Firma überhaupt? Wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt bei den großen, mittlerweile etablierten Firmen wie Bondora oder Estateguru. Auch Mintos wirkt solide, dass gibt aber nicht für alle LOs, deren Kredite dort vertrieben werden. Da ist manch eher dubiose Gesellschaft dabei. we Anleger auch schon schmerzlich erfahren mussten. Und Mintos hält siche eher bedeckt.

Mit in den Sog von Kuetzal gerieten envestio und monethera. Ein schlechter Ruf kann für eine solche Gesellschaft schnell das (Liquiditäts)ende bedeuten, auch wenn man sich nichts zuschulden kommen hat lassen. Allerdings lässt die versuchte Schadensbegrenzung auf sozialen Medien potenzielle Anleger doch eher zurückzucken. Da fließt gerade viel Geld ab und in ein solch fallendes Messer sollte man nicht greifen.

Ich bin zum Glück vorsichtig gewesen und habe bei keiner der genannten ein Konto. Das alleine bewahrt mich allerdings auch nicht vor Verlusten. Ich will moneything ganz bestimmt keine Machenschaften unterstellen, aber deren Geschäftsmodell ist auch krachend an die Wand gefahren und etliche Millionen stecken noch in Krediten, die völlig illiquide sind und wohl auch nicht zur Gänze zurückbezahlt werden. Wenn überhaupt nach langer Zeit Geld fließt, mindestens einer der Kreditnehmer hat dort auch Betrug begangen, seine Sicherheiten vielfach hinterlegt und sich mit dem geliehenen Geld davon gemacht. Aufgeflogen ist das erst nach Jahren.

So oder so, zweistellige Zinssätze bedeutet immer ein entsprechendes Risiko. Angebliche Sicherheiten, buyback "Garantien" hin oder her. Das unverzinste Kapital auf den Tagesgeldkonten drückt - da lässt sich mancher auf waghalsige Geschäfte ein, die er oder sie später bereut. Alles schon mal dagewesen. Die Tulpenzwiebeln grüßen.

Sonntag, 5. Januar 2020

"Fixed interests" - crude Ideen von Bondora

Bondora entwickelt sehr krativ neuartige Rückzahlungspläne für Kredite aus Finnland - wider besseres Wissen und elementare Mathematik. 

 Der Witz an einem Anuititätendarlehen ist es, dass die aussehende Restsumme jeweils zum gleichen Zinssatz verzinst wird. Was auf den ersten Blick für den Anfänger etwas verwirrend aussieht, weil die (absolut zu zahlenden) Zinsen ständig sinken und der Gesamtzins nur in etwa der Hälfte der Zinssumme ohne Rückzahlung entspricht.

So ist allerding für beide Seiten für Gerechtigkeit gesorgt, auch wenn der Kredit vorzeitig abgelöst wird oder verkauft. Die Rendite bzw. der zu zahlende Effektivzins entspricht für jeden Zeitraum dem genannten Wert (bei dem Kreditnehmer kommen allerdings noch Gebühren obendrauf).


Zuerst glaubte ich ja an einen Bug, als ich das erste Mal von den "neuartigen" Rückzahlungsplänen bei finnischen Krediten hörte. Die sehen jetzt z.B. so aus:

Date Amount Principal Interest
03/10/2019 €0.02 €0.02 €0.01
04/11/2019 €0.18 €0.16 €0.02
04/12/2019 €0.18 €0.16 €0.02
07/01/2020 €0.18 €0.16 €0.02
04/02/2020 €0.18 €0.16 €0.02
04/03/2020 €0.18 €0.16 €0.02
06/04/2020 €0.18 €0.16 €0.02
Total €1.11 €1 €0.11


Auf den ersten Blick nichts Aufregendes, sozusagen "flat" 18ct Rückzahlunf und 2 ct Zinsen jeden Monat. Die Werte werden hier übrigens gerundet dargestellt, daher stimmt die Summe nicht ganz. Aber außer der ersten Rate (verkürzter Zeitraum seit der Auszahlung) sind sie alle genau gleich.

Und das ist Blödsinn. Denn so liegt die Verzinsung bei den früheren Raten deutlich unter dem Nominalwert, am Ende dramatisch darüber. Insgesamt bei einer Haltedauer über die gesamte Laufzeit stimmt dann die Rendite.

Diese Pläne scheinen bei alle Krediten aus Finnland seit Oktober (?) so gestaltet zu sein. Ein Information von Bondora dazu? Gibt es nicht.

Auf Rückfrage stellte sich heraus, dass es sich nicht um einen Bug handelt. Die Gesamtrendite  stimme ja. Das Risiko einer niedrigeren Rendite bei vorzeitiger Rückzahlung sei in den Zinssatz "eingepreist".  Zu bemerken ist, dass die Zinssätze aber gleichzeitig deutlich gesenkt wurden.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass der maximal erlaubte Zinssatz in Finnland auf 20% Effektivzins gedeckelt wurde, aber allein der beim Anleger angekommende Zins weiterhin knapp 40% beträgt. Außer für die ersten Raten. Da bleibt er bei 20%. Koinzidenz? ??

Insgesamt spielt Bondora hier ein sehr undurchsichtiges aber auch ein sehr riskantes Spiel. Ich werde definitiv die Finger von finnischen Krediten lassen. Vielleicht sogar ganz von Bondora.

Da kommt natürlich auch Go&Grow ins Spiel. Wenn Bondora hier mit seinen Winkelzügen etwas massiv an die Wand fährt, ist man auch da besser nicht allzu massiv investiert. Das Risiko hat sich aus meiner Sicht hier plötzlich stark erhöht.