Samstag, 13. Juni 2020

Anlegen bei Lendermarket

Lendermarket ist die neueste Plattform, die ich teste. Ich lege seit Anfang des Jahres eine kleinere Summe dort an und beobachte den Gang der Dinge.

Hinter Lendermarket steht zunächst einmal ein alter Bekannter von mintos: Creditstar. So ist man also kein Neuling in dem Geschäft sondern vergibt schon seit vielen Jahren Kredite im Hochzinsbereich und finanziert das über p2p-Anlagen gegen. Nun hat man sich im Herbst 2019 entschlossen, das auch einmal über eine eigene Plattform zu probieren und die Kosten von mintos zu sparen.

Die Plattform ist technisch recht spartanisch, aber funktional. Außer einem Zweitmarkt habe ich nichts Wesentliches vermisst. Autoinvest ist da und funktioniert. Es können 10€+x in Kredite angelegt werden, es gibt buyback-"Garantie" und feste Zinssätze, zunächst 12%, im Moment 14%. Das ist allerdings deutlich weniger, als wenn man über mintos bei Creditstar anlegt.

Bislang gab es zweimal Cashback-Angebote. Von daher errechtnet sich nach etwa 5 Monaten bei mir ein IRR von gut 16% und das, obwohl eine Menge Zinsen noch ausstehen.

Die Liquidität ist mäßig. Ohne dass das vorher absehbar war, wurden viele Kredite verlängert. So dass aus 30-Tage-Anlagen schnell mal welche mit einer Laufzeit von 4 Monaten + ggf. 2 Monaten bis buyback greift werden. Zum unveränderten Zinssatz von 12%.

Anlagen gibt es aus verschiedenen Ländern, bei Polen und Spanien ist eher ein Monat üblich, bei Estland oder Finnland laufen die Kredite auch gerne mal drei Jahre.

Für die verlängerten Kredite hat man sich schließlich zu einem Bonus aufgerafft, so dass der Zinssatz effektiv auf 15% steigt. Bis Ende Juni zunächst.

Ich habe etwas Kapital (20%) wieder abgezogen, da mich die Verlängerei und insbesondere die Kommunikation dazu etwas geärgert hat. Insgesamt ist Lendermarket  aber eine bequeme Anlagemöglichkeit mit einem vergleichbaren Risiko und - ohne "Großanlegerbonus" - der selben Rendite wie bei swaper. Die Cashbackaktionen sind ein netter Bonus. Der Arbeitsaufwand ist sehr gering, wenn man Autoinvest nutzt. Wie üblich kein Tagesgeldersatz, aber für drei- bis vierstellige Summen durchaus eine Anlagemöglichkeit die man ins Auge fassen kann, wenn man mit payday-Krediten klarkommt. Ich werde weiter beobachten.

Bondora - zurück zur Normalität?

Die Coronakrise brachte harte Einbrüche auf Bondoras Kreditmarkt. Die Neuabschlüsse brachen massiv ein, neue Kredite in Finnland und Spanien werden vorerst nicht vergeben. Auch in Estland gibt es nur noch die "mittleren" Bonitätsklassen B-E. (F und HR waren auch schon vorher fast nicht mehr ausgegeben worden). Ob im Moment niemand als AA oder A eingestuft wird, oder ob man keine Nachfrage nach so niedrig verzinsten Krediten sieht ist unbekannt.
Nach einem Peek auf dem Zweitmarkt im März, wo massiv Kredite mit Abschlägen auf den Markt geworfen wurden, ist das Volumen hier auch stark zurückgegangen. Liegt soweit ich das beurteilen kann eher am Angebot als an der Nachfrage.
Bei go&grow kam es zu massiven Auswirkungen aufgrund des Liquiditätshunger der Anleger. Konnte man Mitte März noch wie gewohnt Geld unmittelbar abheben, war das bald nicht mehr möglich. Bondora zahlte jeweils nur Rückflüsse (und ggf. Neuanlagen) an die Aleger, die Auszahlungen beantragt hatten aus. Dazu kam es zu stark verzögerten Auszahlungen, die pro Werktag nur etwa 1-6% (stark schwankend) der beantragten Summe ausmachten. Auszahlungen aus dem Cashkonto aus eigenen Anlagen hingegen waren davon nie betroffen und weiterhin binnen eines Tages möglich.
Viele Kredite wurden umfinanziert (was Bondora gute Einnahmen verschafft) und bleiben bis zu drei Monaten zahlungsfrei. Auch beim Ausrufen des Inkassofalls scheint man im Moment großzügiger zu Agieren.

Bondora scheint insgesamt in der Krise einen guten Job zu machen. Bislang sind die Rückzahlungen nicht wesentlich gestört, der Zweitmarkt funktioniert sehr gut und auch aus dem Inkasso kommt erstaunlicherweise nicht weniger als vor der Krise. DIe Situation scheint sich zu stabilisieren. Es gibt wohl wieder deutliche Zuflüsse zu go&grow, zumindest wurde berichtet, dass Abhebungen nun mit nur minimalen Verzögerungen wieder möglich sind. Spannend dürfte diebezüglich der Bericht über den Juni werden: im April und Mai wurde kein einziger Kredit aus g&g-Mitteln finanziert.

Auf dem Erstmarkt ist nun (soweit ich das beobachten kann) auch wieder ein Kapitalüberhang vorhanden. Zumindest sind längst nicht alle Gebote erfolgreich. Und diejenigen, die bislang auf AA/A gesetzt haben können ja gar nicht investieren.

Ich vermute, dass wir schon in 2-3 Monaten fast zum Normalmodus zurückkehren werden. Das hängt natürlich auch vom wirtschaftlichen Gesamtmarkt ab. Die Rezession schwebt ja über uns und sie lässt sich nicht verhindern. Der Aktienmarkt ignoriert das. Wenn es hier wieder zu massiven Einbrüchen kommen sollte (was nicht unmöglich ist), wird das auch die Liquidität am p2p-Markt gehörig stören. Von der Möglichkeit der Kreditnehmer ihre Kredite zu bezahlen ganz zu schweigen. Von göheren Ausfallraten die nächsten 1-2 Jahre gehe ich aus. Trotzdem sehe ich bei Bondora zumindest eine große Chance, kein Geld zu verlieren - und das ist in diesen Zeiten schon viel wert.

Donnerstag, 4. Juni 2020

Sonderaktion bei swaper für Neukunden

Auch swaper versucht im Moment an möglichst viel neues Kapital zu kommen. Kreditnachfrage gibt es offensichtlich genug, und bislang funktioniert es für Anleger auch mehr oder weniger reibungslos. Geboten werden 14% (bzw. 16% ab einer Anlagesumme von 5k), für die einmonatige Sonderaktion gibt es nochmal 2% Bonus.

Was gut läuft: Einzahlungen und Auszahlungen sind kein Problem. Das Autoinvest funktioniert im Moment reibungslos und der manuelle Aufwand beim Anlegen ist sehr gering. Zu Zeiten von Überfluss an Anlegerkapital wurde allerdings nicht immer alles Geld angelegt. Das ist im Moment nicht so.

Was man im Moment beachten muss: fast alle Kredite haben eine Laufzeit von 30 Tagen (es gibt auch 14d und längere Laufzeiten, kann man beim Autoinvest auswählen). Spätestens nach 60 Tagen greift cashback und man erhält Kapital nebst Zinsen (für den vollen Zeitraum) gutgeschrieben... es sei denn der Kredit wird verlängert. Und das passiert im Moment schon öfter mal. Dann muss man 4-5 Monate bis zur Gutschrift warten, manchmal gibt es zwischendurch Zinsen, oft auch erst am Ende. Ansich kein Problem, man muss sich dessen nur bewußt sein. Oft aber nicht immer funktioniert ein schnellerer Ausstieg per Verkauf auf dem Zweitmarkt.

Ein Plattformrisiko besteht natürlich. Es gibt hier auch keine verschiedenen Kreditanbahner wie bei mintos (kann man auch als Vorteil sehen). Ich bin seit vier Jahren dabei und bin bislang sehr zufrieden.

Nun zum Angebot was gerade per Mail reinkam:

Swaper has launched its first Cashback Campaign offering investors the opportunity to earn 2% extra of the investments made by Auto-Invest Portfolio during the campaign period from 04.06.2020 to 04.07.2020.

Here’s how new investors can participate: 

- Register to Swaper
- Confirm Cashback Campaign Terms & Conditions via e-mail
- Add funds to your investor account
- Activate your Auto-Invest Portfolio!

Earned cashback bonus will be paid out on 17.07.2020. Don’t forget to check if your Auto Invest portfolio is active on this date.

Please note that Bonus is applicable only to investments made with Auto-Invest Portfolio during the campaign period (04.06.2020 - 04.07.2020).

More information is available in the Cashback Campaign Terms & Conditions.
In order to accept the terms, please send Swaper an email to info@swaper.com to confirm your participation.

Auch für mich gibt es einen kleinen Bonus.

Mittwoch, 3. Juni 2020

Bondora: Trashanleihen für 1000€

Am 2.6.20 war ich risikofreudig genug ein Experiment mit der absolut höchsten Risikoklasse zu fahren: ausgefallene Kreditanteile bei Bondora. Mein Ziel ist es, auf Sicht von 4-6 Monaten meinen Einsatz zurückzuerhalten und langfristig mindestens 100% Gewinn zu vereinnahmen. Hauptsächlich durch Verkauf zunächst. Schaun wir mal. Ich werde fortlaufend berichten und analysieren.

Tag 0: Einkauf.

Bei Bondora kann man ja ganze Pakete kaufen, und das habe ich hier gemacht. Gut 9.300€ Nominalwert, Kaufpreis glatte 1k, alles ausgefallene Kredite. 89% Rabatt. Gut durchmischt, alle Länder dabei, Kredite, die laufend bezahlen bis zu solchen mit höchst unwahrscheinlicher Rückzahlung.

Im Moment bekommt man spätestens bei 94% Rabatt alles los. Von daher könnte der maximale Verlust 50% betragen.


Ein bisschen etwas zur Verteilung: der Anteil an estnischen Krediten ist unerwartet hoch. Natürlich vorwiegend schlechtere Risikoklassen.

Auch wenn das nicht soviel aussagt: 2300€ stehen noch an Rückzahlungen aus, rund 7k sind verpasste Zahlungen, und dann wären da noch etwa 30k an unbezahlten Zinsen und Strafzahlungen.

Ich stelle etwa die Hälfte sofort in den Verkauf, mit Abschlägen zwischen 35% (mit laufenden Zahlungen) bis 90% (write off wg Bankrott, krimineller Absicht, etc).
Insgesamt sind es knapp 600 Anteile, davon nur eine Handvoll mit einem Nennwert unter 1€.

Immerhin 160 davon haben die letzten 30 Tage eine Zahlung geleistet. Das sind 2600€ Nennwert und wenn ich diese mit 50% Abschlag verkaufen kann, bin ich schon gut im Gewinn.

250 mit einem Nennwert von knapp 5000€ haben schon länger als ein Jahr nichts mehr bezahlt. Diese sollte ich eher versuchen ohne größere Verluste loszuwerden.

Tag 1 zäher Beginn

Nach einem Tag habe ich knapp 7% meines Kapitals zurückerhalten. Davon 81ct als Rückzahlung, den Rest per Verkauf. Ich hatte etwa 220 Kredite/5000€ in den Verkauf gestellt. Der durchschnittliche Gewinn lag bei gut 90%. 28 Kredite wurden verkauft, 60%EE, 30%FI und 10% ES.
Statistik zu treiben macht jetzt noch keinen Sinn.
Auch wenn das noch kein großartiger Rücklauf ist, 7% sind deutlich mehr als die Rückzahlquote bei Go & Grow, und die Rendite ist deutlich besser :)

Und noch etwas Statistik zu den Krediten:

Amount bezieht sich auf meinen Kaufpreis, die Ausfallprozente auf die Gesamtsumme des Kredits.
Natürlich gibt es noch keine Rückzahlungen oder gar Zinseinnahmen, das bisherige Recovery ging an den Vorbesitzer. Nicht alle Kredite mit Inkassozahlungen zahlen immer noch.

Tag 3: Wenig Änderungen

Zweitmarkt ist gerade ziemlich Ebbe, sowohl beim Angebot als auch bei der Nachfrage. Das wird sich erfahrungsgemäß zur Monatsmitte wieder beleben, wenn die Hauptrückzahlungen kommen.
Kurzer Zwischenstand:


InvestedRepaidSold    InterestsOutstandingUnpaidReturned

1000€1.67€72.92€0€0+0+2274.746735.07€7.46%

Ein bisschen was zum Zeitaufwand:
  1. Angebot zufällig beim Stöbern gefunden (10min)
  2. Überprüft, da Rabatt wirklich selten attraktiv war. Festgestellt, dass es eine gute Durchmischung ist und keinswegs nur im Status "write off" (10min) und deshalb gekauft.
  3. Grobe Sichtung und Einstellen in den Verkauf (gut 1h)
  4. Dokumentation, hauptsächlich hier im Blog (1h)
  5. Je Kurzauswertung - s.o. - ca 2-3min.
  6. Kredite aus dem Verkauf löschen und neu einstellen ca. 2min (angedacht einmal pro Woche).

Tag 6 Läuft doch

Heute gab es sogar die ersten Zinszahlungen. Da war ich schon etwas erstaunt.  Im Paket waren wohl auch 3 Kredite dabei, die schon alles Kapital zurückbezahlt hatten (die gab es daher gratis obendrauf) und bei denen noch wenige Euro Zinsen ausstehen.
Im Verkauf hehen eher die "schlechten" Anteile mit sehr hohem Abschlag weg. Ist mir auch Recht. Ich verkaufe ja auch, um Liquidität zu bekommen. Ich möchte im Moment bei Bondora kein Geld nachschießen, aber jederzeit für Schnäppchen bereit sein. Sonst hätte ich ja auch diesen Deal nicht machen können.

12,5% in unter einer Woche - das passt auf jeden Fall.

Aktueller Stand, 8.6.:

InvestedRepaidSold   InterestsOutstandingUnpaidReturned

1000€4.58€120.95€0.03€0+0+2223.916484.7€12.56%

Tag 11 Nur Rückzahlungen

Wenig passiert in letzter Zeit. 14,3% Rückfluss, davon knapp 2% durch Inkasso. Der Zweitmarkt schwächelt.

Tag 16 Inkasso zieht an 

Inzwischen sind über 30€ aus Inkasso zurückgekommen, das ist sehr positiv. Ich habe keine weiteren Anteile in den Verkauf gestellt, da tut sich auch wenig. Knapp 17% sind an Kapital zurückgeflossen.

Nach einem Monat

 .. sind gut 20% zurückgeflossen. Die letzten beiden Wochen fast ausschließlich aus Inkasso. Das trifft völlig mein am Anfang notiertes Ziel (das Kapital nach einem halben Jahr zurückzuhaben). Allerdings hätte ich die Verkaufsaussichten besser eingeschätzt. Vielleicht muss ich da irgendwann mal mit den Preisen runter. Da hatte ich jetzt 70% Gewinnspanne und das waren sicher nicht die besten der Kredite gewesen.
Inkassozahlung gab es bei 157 der Kredite, wie man sicher vermutet bei EE-Kreten mehr als bei FI oder gar ES. Die nächsten 2 Wochen werde ich alles mal weiterlaufen lassen.

Nach 6 Wochen (12.7.20)

 Wie gesagt, läuft alles und ich halte mich zurück. Es gibt momentan keinen Bedarf cash zu generieren. Alles läuft nach Plan und ich befinde mich weiterhin im Zielbereich.
Aktueller Stand von heute:


InvestedRepaidSold   InterestsOutstandingUnpaidReturned


1000€80.24€173.53€0.03€0+0+1884.956399.34€25.38%


Ca. 11% verkauft. Outstanding sind zukünftige, Unpaid verpasste Zahlungen.

Nach 8 Wochen (25.7.20)

Wieder sehr viel Rückzahlungen, diesmal hauptsächlich von spanischen Krediten.

InvestedRepaidSold   InterestsOutstandingUnpaidReturned


1000€127.86€176.59€0.03€0+0+1770.266431.53€30.45%


Durch nicht geleistete Zahlungen verschiebt sich die Summe von Outstanding->Unpaid.
Innerhalb der letzten 30 Tage gab es bei 152 Anteilen Rückzahlungen.

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Bondora ist bei mir eine erfolgreiche Anlageplattform mit zweistelligen Renditen und vielen Möglichkeiten, unterschiedliche Strategien auszuprobieren. Allemal riskant aber sehr spannend!

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Bitte informiert euch vor dem Investieren, Bondora ist nicht einfach zu durchschauen.

Samstag, 16. Mai 2020

p2p im 3. Krisenmonat

Spannend zu sehen, wie die einzelnen p2p-Plattformen im Krisenmodus agieren. Die meisten sind ja zu jung, um so etwas während der Finanzkrise schon mal ausprobiert zu haben, und das  war vermutlich ein Klacks gegen das was noch auf uns zukommt.

Die Aktienmärkte haben sich ja dank Geldschwemme schon wieder ganz gut erholt. Fundamental ist das aus meiner Sicht nicht zu rechtfertigen. Nichts gegen günstige Kaufkurse, aber wir werden in ein paar Monaten Kennzahlen sehen, da war der "Neue Markt" um die Jahrtausendwende nix dagegen. Auch wenn man jetzt die Wirtschaft gegenüber Kindern krass bevorzugt, wird das einen Einbruch nicht aufhalten können. Von daher halte ich an Liquidität und p2p-Anlagen fest, auch wenn mir das bei einer aufziehenden massiven Inflation nicht so viel helfen wird.

Zum Thema. Die p2p-Plattformen lassen sich grob in 3 Bereiche einteilen:

1) B2P - kein echtes p2p sondern crowdfinanzierung von Firmenprojekten. Beispiele sind ablrate, FC Germany, flender, crowdestate und teilweise estateguru.

Diese Kredite sind sehr stark betroffen, insbesondere wenn es um Geschäftsbereiche geht, die unmittelbar vom Lockdown betroffen sind. Die Plattformen agieren unterschiedlich und vor allem sehr unterschiedlich transparent. Ablrate fand ich vorbildlich. Hier gibt es Zahlungsaufschübe, Aussetzungen von Rückzahlung bis zur Reduktion von Zinsen, zunächst für drei Monate. Das ist halt so. Und 7% Zinsen sind kein Grund zum Heulen. Ob das am Ende reicht, kann man noch nicht absehen. Zahlungen finden statt, gefühlt etwa die Hälfte regulär.
Bei flender gibt es nur Allgemeinplätze. Schon vorher kamen die Rückzahlungen stark ins Stocken. Corona, dann noch Brexit, dann gute Nacht. Die Zinsen haben nicht nachgezogen. Wer hier noch anlegt, muss schon sehr sehr gute Nerven haben. Ohne mich.
Bei Estateguru haben die Zinsen angezogen, 2-3% mehr als vor der Krise. Höhere Ausfälle wurden angekündigt. Bislang läuft es nicht wesentlich schlechter als zuvor. Das Angebot hat zwar abgenommen, aber es gibt doch immer wieder neue Kredite. Ich bleibe investiert, auch mit den Rückflüssen.
Crowdestate ist mir zu heiß. Allerdings mache ich keine Panikverkäufe. Es gibt einige Rückflüsse, und auch Neugeschäft. Allerdings mit unveränderten Zinsen. Ohne mich.

2) BuyBack Plattformen. Also die, bei dem man garantierte Zinsen nach einem gewissen Intervall vom Anbieter erstattet bekommt. Garantierte Rückzahlung, solange niemand ernsthaft wackelt. Noch existierende Beispiele (ein paar sind ja Geschichte): mintos, swaper, lendermarket,  twino...

Es war zu bemerken, dass hier mit Beginn der Krise massiv Kapital abgezogen wurde. Teils um Liquidität zu generieren, teils um vermeindlich günstige Kurse am Aktienmarkt zu nutzen (was sich in einigen Fällen durchaus gelohnt hat). Entsprechend brachen die Zweitmärkte zusammen. Verkäufe waren nur schwieig oder mit Abschlag möglich. Die Anbieter selbst setzen auch alles daran, Liquidität zu generieren. Für die Anleger wurden die Zinsen erhöht (nur für neue Anteile), Laufzeiten werden (einseitig) verlängert. Ob und wie die Kredite bedient werden ist schwer einzusehen. Eher nicht. Wie lange das gut geht, wird man sehen müssen. Das Risiko ist hier beträchtlich gestiegen und die in der Regel 2% höheren Zinsen gleichen das nicht aus. Vorbei die Zeiten locker verdienter 12% p.a. In ein paar Monaten geht es ans Eingemachte und wir werden weitere Plattformen sterben sehen.
Ich ziehe Geld ab, aber nicht alles. Es kommen ja auch deutlich weniger Rückflüsse. Der cashflow bei swaper hat sich bei mir z.B. um 70% reduziert. Wurde mein Kapital sonst pro Monat einmal umgewälzt (mit entsprechen guter Liquidität), scheint das nun nur noch alle 3-4 Monate stattzufinden. Zum Glück bin ich nicht darauf angewiesen.

3) Klassische p2p-Plattformen, bei denen das Rückzahlverhalten des einzelnen Kreditnehmers auf den Anleger zurückfällt. Beispiele sind bondora und omaraha, ein bisschen auch estateguru

Was soll ich sagen, ich bin überrascht wie gut das läuft. Im Mai bin ich bei Bondora über Soll, der April war nach einem superguten März etwas schwach. Bondora hat auch reagiert: im Moment werden nur in Estland neue Kredite ausgegeben. Viele Anteile wurden umgeschuldet und auch ins Inkasso geht es im Moment nicht so schnell. Ich spreche allerdings vom cashflow, und da ist es egal ob der Kredit "nur" im Verzug ist oder schon im Inkasso.
Nachdem im April viele ihr Geld aus g&g abgezogen hatten (mit den zu erwartenden Verzögerugen bei der Auszahlung) und entsprechenden Schnäppchen auf dem Zweitmarkt zeigt sich nun ein völlig anderes Bild. Bei mir und anderen hat sich eine Menge Liquidität angesammelt. Der Zweitmarkt ist völlig überkauft. Sehr gut, dass Bondora das nicht ausnützt und super riskante Spanier auf den Markt drückt. Ich bin vorsichtig beim Investieren, Liquidität schadet nicht wirklich und die dafür fehlende Zinsen werden durch ab und an verfügbare Schnäppchen gut kompensiert. Mein Geld dort bleibt investiert. Auch wenn ich für die nächsten ein, zwei Jahre mit höheren Ausfallraten rechne.