Sonntag, 11. September 2022

p2p-Favoriten im September 2022

Meine subjektiven Favoriten aus eigener Erfahrung.

Disclaimer: 

  • Aussagen aus der Vergangenheit lassen nur bedingt in die Zukunft übertragen.
  • Das Risiko für Insolvenzen nimmt mit der rasant ansteigenden Inflation zu. Im Moment wird das nicht durch steigende Zinsen kompensiert.
  • Das Risiko gilt sowohl für die Plattformen, die einzelnen Kreditnehmer als auch insgesamt geopolitisch für das Baltikum.
  • Eine eigene Risikoabschätzung kann ich euch also nicht ersparen. 
  • Ich habe längst nicht alle Plattformen ausprobiert, vielleicht gibt es auch deutlich bessere.

Chancen

  • Die Renditen liegen immer noch deutlich über der Inflationsrate, auch nach Steuern bleibt ein (kleiner) Gewinn übrig, wenn keine wesentlichen Änderungen eintreten.
  • Die Plattformen/Kreditanbieter sind nun schon seit Jahren im Geschäft, zumindest ist ein Betrug auszuschließen (eine Insolvenz hingegen nicht).
  • Das Geschäftsmodell scheint zu tragen.

 Nun aber konkret.

Platz 1: SWAPER 

pros: seit vielen Jahren stabile Rendite von 14-16% (aktuell). Ausschließlich Autoinvest, also passiv. Buy back. Laufzeit 1-3 Monate in der Regel. Anlage von >5k erhöht die Rendite um 2%.
cons: Mitunter cashdrag, die Funktionsweise des Autoinvests nicht transparent. Bei mir war im Schnitt 95%+ investiert, andere hatten schlechtere Erfahrung. Plattformrisiko schlecht einzuschätzen, bislang aber keine Unregelmäßigkeiten.
Ich investere seit über 6 Jahren.

Platz 2: omaraha

pros: Hohe Rendite im Bereich 12-15% nach Verlustabschreibungen. Autoinvest funktioniert. Kaum cashdrag.
cons: Kein buyback, Verluste werden aber teilweise aus einem Pool kompensiert. Betreiberplattform nicht sehr transparent. Seite eher spartanisch und das seit vielen Jahren. Kreditlaufzeiten meist mehrere Jahre.
Ich investiere hier seit über 7 Jahren, allerdings nicht sehr umfangreich. Die Rendite schwankt stark.

Platz 3: lendermarket

pros: Hohe Rendite von z.Zt. 15%+. Buyback, Kein cashdrag, Autoinvest funktioniert sehr gut. Auswahl zwischen Kurzläufern (nominell 30Tage, in der Praxis meist 90Tage bis buyback). Oder Langläufer mit mehreren Jahren Laufzeit, leicht höher verzinst und deutlich zuverlässiger in der Rückzahlung. Immer mal wieder Cashback-Sonderaktionen für frische Einzahlungen.
Cons: Sehr hohe Verzugsrate (erhöht das Plattformrisiko, verringert die Liquidität, aber kein Renditenachteil). Rückzahlung sehr schwankend.
Ich investiere seit knapp 3 Jahren, bislang bin ich zufrieden.

Weitere Plattformen bei denen ich aktiv investiert bin, aber mit schlechterer Rendite: peerberry, afranga, moncera, estateguru, bondora.

Freitag, 12. August 2022

Warum ich bei estateguru investiert bleibe

Bei Estateguru, der estnischen P2P-Immobilienkreditplatform, bin ich von Anfang an dabei. Zwar habe ich den Vermögensaufbau gestoppt, aber die meisten Zinsen bleiben dort stehen und sie machen mittlerweile ein Drittel der Anlagesumme aus.

Kapitalanleger haben es gerade sehr schwer. Über 10% Rendite braucht es, um nach Inflation und Steuern sein Kapital auch nur zu erhalten. Das magische Dreieck sorgt dafür, dass man dann entweder bei der Sicherheit vor Ausfällen oder der Liquidität abstriche machen muss.

Estateguru findet hier einen ganz Mittelweg. Am Risiko muss man halt selbst ein wenig feilen, so investiere ich grundsätzlich nicht (mehr) in Kredite aus Deutschland, Spanien, Portugal oder Finland. Bleibt also im Moment das Baltikum.

Über 500 Kreditanteile sind bei mir abgewickelt. Kapitalverlust über alle (in einem einzigen Projekt): knapp 9€. Inkassofälle gab es ein paar mehr, ich schätze 20-25. Wenige davon habe ich auf dem Zweitmarkt verkauft, der dabei aufgetretene Verlust wurde insgesamt fast durch die bezahlten Zinsen kompensiert. Die meisten wurde aber eingetrieben. Das kann schon mal dauern. Mitunter 3-4 Jahre, und diese Zeit wird dann nicht zweistellig verzinst. Aber so zwischen 2 und 8% p.a. kamen bei mir auch bei den Inkassofällen rüber.

Die Liquidität ist selbstredend eingeschränkt. Das meisten kann man im Fall der Fälle auf dem Zweitmarkt verkaufen, oft sogar mit einem kleinen Aufschlag, der die happige 2%-Verkaufsgebühr zumindest abmildert. Bis zur regulären, oder meist irregulären, Rückzahlung dauert es. In der Regel mindestens ein Jahr (es gibt auch immer wieder vorzeitige Rückzahlungen oder Teilrückzahlungen). Oft wird der Kredit aber auch verlängert und da hat man kein Einspruchsrecht. So sollte man mit Laufzeiten von 15 -24 Monaten auch leben können. Diesmal wird selbstverständlich weiter zum vereinbarten Zinssatz verzinst.

Von 187 laufenden Krediten sind bei mir 4 im Inkasso (bei der Hälfte zeichnet sich eine kurzfristige Lösung ab), 5  ernsthalt im Verzug und damit inkassogefährdert und zwischen 5 und 15 immer mal wieder ein paar Tage oder Wochen im Verzug. Stört mich nicht. Am Schluss wird abgerechnet.

Am besten fängt man langsam an, konzentriert sich erstmal auf Kredite aus Estland mit einem niedrigen Beleihungswert und sammelt Erfahrung. Anlagen sind ab 50€ pro Anteil möglich, darüber geht jede Anlagesumme in ganzen Euro. Natürlich ist streuen Pflicht. Aber schon mit 1000€ kann man sich ein schönes Portfolio aufbauen.

Aus meiner Sicht gehört, wie gesagt mit etwas Vorsicht, Estateguru zu den empfehlenswerten Plattformen. Und das nicht, weil ich (wie der Neukunde auch) 0,5% Cashback auf die Anlagesumme der ersten Monten bei Anmeldung über diesen Link bekomme. Wer meine Beiträge liest, weiß dass ich nur Anlagen empfehle, hinter denen ich wirklich stehe. Und mitunter auch meine Meinung ändere.

Donnerstag, 4. August 2022

Meine p2p-Trends im August

Quick and dirty, und völlig subjektiv

Bondora: habe ich mehr oder weniger aufgegeben. Lediglich go&grow bleibt einiges stehen im Moment. Kompensiert die Inflation, zumindest zum größten Teil.

Peerberry: nach der jüngsten Zinssenkung habe ich ca. 30% abgezogen. 10% sind mir nicht risikoangemessen. Es gibt aber ab und an auch noch ein paar die ganz ok sind. 3 Monatsgredite zu 11% aus Litauen, ja.

Swaper: läuft deutlich besser, kaum noch cashdrag, bleibt.

Omaraha: weiß nicht. Die ganze Zeit zäh mit investieren, das hat sich gebessert. Aber doch deutliche Ausfälle. Rendite noch zweistellig, aber wer weiß. Ist halt eine der noch wenigen echten P2P-Plattformen.

estateguru: viel Umgeschichte die letzten Tage. Inkasso etwas abgebaut (eigentlich deutlich, 40% für mich persönlich). Keine deutschen Kredite für mich. Rendite eher einstellig, warum genau verstehe ich nicht - Zinszahlungsaufschübe?

lendermarket: läuft eigentlich prima. Aber mein Bauchgefühl sagt reduzieren. Darauf höre ich. Werde mal um 25-35% reduzieren.

Ablrate: wird abgewickelt. Hoffentlich kommt da noch was. Wenn die Hälfte meiner doch noch ordentlichen Anlagesumme zurückkommt, bin ich aus dem Schneider. Könnte schon gutgehen.

afranga: da werde ich etwas zulegen. 14%, läuft gut und ich habe noch nicht viel investiert.

monacera: wenn man mit 9-10% Zinsen zufrieden ist, völlig ok. Werde ich nicht ändern.

Zum Herbst hin brauche ich Cash, das passt also.

Sonntag, 17. Juli 2022

P2P schlägt Wertpapierdepot

Mitte Juli 2022 mal wieder ein Blick auf die Rendite meiner Geldanlagen. Ich habe immer das aktuelle Jahr und den letzten 2-Jahreszeitraum im Blick.

In diesem Jahr reicht es insgesamt nur knapp in die Gewinnzone, ein halbes Prozent habe ich zugelegt.

Auf zwei Jahre bezogen liegt der IZF dann schon bei 8,5%. Das ist zugleich auch die niedrigste Rendite, die mir ein (laufendes) P2P-Depot einbrachte, namentlich Estateguru. Dort reicht die Spannweite aber bis über 15% (lendermarket) und 16% (swaper).

Ein paar Abschreibungen gab es bei Bondora. Mein Depot dort wird aber langsam auslaufen. Längst habe ich meine Einzahlungen wieder erwirtschaftet und abgezogen. Auf g&g ist einiges zwischengeparkt und gleicht zumindest mehr oder weniger die Inflation aus.

Mein größtes Aktiendepot mit Einzelwerten brachte übrigens auch 15% auf die letzten beiden Jahre. Das lag hauptsächlich an GESCO, meinem größten Einzelinvest überhaupt. Da wird zudem bald eine vierstellige Summe an Dividenden ausbezahlt. 

ETFs hingegen waren insbesondere dieses Jahr überhaupt nicht der Bringer. Da das alles Sparpläne mit einem Zeithorizont von noch 8 Jahren+ sind, regt mich das nicht weiter auf. Aber einmal mehr zeigt sich, dass cleveres P2P-Sparen eine wirklich gute Ergänzung darstellt.

Schon sind aber die Zinsen wieder am Rutschen, afraga geht mal wieder von 14% auf 12% und auch peerberry hat deutliche Zinssenkungen angekündigt. Angeblich Sommerflaute. Ich werde umschichten.




Sonntag, 19. Juni 2022

p2p im Juni 2022

Ist p2p noch eine Alternative, gerade im Bärenmarkt? Halten sich die zweistelligen Renditen? Einige kurze Einsichten in meine laufenden Investitionen.

Bondora ist praktisch tot. Ich habe noch einiges in go&grow zu 6.75%, die "echten" Anlagen sind nicht mehr verfügbar.

Swaper läuft zwar sehr erfolgreich mit Zinsen von 16%, aber ich ertrinke im cashdrag. Inzwischen über 1/3 uninvestiert, mehr als im gesamten Juni (heute ist der 19.) überhaupt investiert wurde. Schade.

Estateguru ist wenig auffällig. Wenig Ausfälle. Die Zinsen geben wieder nach und bewegen sich um die 10%. Nachinvestieren eher schwierig weil ich keine deutschen, finnischen oder gar spanische Immobilien finanzieren möchte.

Lendermarket Anlegen zu 15% (30 Tage) kein Problem, aber die Rückzahlungen stocken. Eigentlich müssten bei meinen Anlagehorizont im Monat über 80% rollieren. Bis heute waren es um die 10%.

peerberry Die nicht vom Krieg betroffenen Kredite laufen prima, kein Grund weiter Geld abzuziehen. Aus RU kamen bislang ca 25% zurück.

afranga Die Zinsen haben wieder auf 12% nachgegeben. Läuft ansonsten problemlos.

Omaraha Hier stocke ich jeden Monat ein wenig auf. Allzuviel Investment ist bei kleiner Stückelung nicht möglich. Rendite deutlich zweistellig.

ablrate Hmm. Nicht gut. Die meisten Kreditnehmer gönnen sich eine Zahlungspause.

Noch läuft also im Wesentlichen alles deutlich besser als auf dem stock-market. Trotzdem werde ich vorsichtiger und ziehe eher Geld ab. Brauche ich auch für eine größere Investition (Wärmepumpe).