Donnerstag, 12. Januar 2023

Moncera mit (zeitlich begrenztem) Cashback

Für "kurze Zeit", was auch immer das heißen mag, sucht Moncera neue Investoren und bietet denen, wenn sie sich über einen Werbelink anmelden, 1% zusätzliches Cashback, obendrauf auf die Zinsen für die Anlagesummen der ersten 60 Tage.

Wie ihr wisst, empfehle ich grundsätzlich nur Plattformen bei denen ich selbst aktiv investiere und das auch weiterhin vorhabe.

Moncera gehört im Gegensatz zu Lendermarket sicherlich zu den unaufgeregteren Anlagemöglichkeiten, obwohl das Geschäftsmodell auf den ersten Blick ähnlich aussieht. Als Hauptpartner hat man die Placet Group, die schon weit über ein Jahrzehnt im Konsumerkreditbereich zugange ist und entsprechen an Erfahrungen gesammelt hat.

Das Modell ist wie gesagt sehr ähnlich, wir investieren ab 10€ in einen Kredit, bekommen die Zinsen und Tilgung und falls nicht bezahlt wird, greift nach 30 Tagen das Buyback und man bekommt Zins&Tilgung vom Anbieter erstattet. Das funktioniert auch und wie gesagt, sehr geräuschlos. Verlängerungen sind mir bislang noch keine untergekommen, meist werden die 30 Tage nicht einmal voll ausgeschöpft. Nur verhältnismäßig wenige Kredite sind überhaupt im Verzug. Investieren geht händisch oder per Autoinvest, funktioniert auch.

Schieben wir erstmal die cons ein, bevor ich auf einen letzten dicken Pluspunkt zu sprechen komme.

Die Zinsen sind für einen p2p-Anbieter mit Konsumerkrediten ziemlich mager. Im Moment mit 10% gerade etwas attraktiver, vor dem Jahreswechsel waren aber nur 7% oder sogar noch weniger zu bekommen. Das ist sicherlich nicht in der Nähe der Renditespitze des magischen Dreiecks, zumindest nicht auf dem p2p-Markt.

Und auch die Laufzeiten haben es in sich. Da ist nix mit 30-Tage-Kurzläufer. Die Regel sind eher mehrere Jahre, auch über 10 Jahre wurden schon gesehen.

Niemand will sich wohl solange binden und das wäre eigentlich aus meiner Sicht das aus für diese Plattform. Aber...

Nein, es gibt keinen Zweitmarkt. Auch der würde vermutlich nicht soviel helfen. Aber es gibt einen Schnellausstieg. Der kostet zwar ein wenig, funktioniert aber in Sekundenschnelle. Habe ich mehrmals praktiziert, um unliebsame Niedrigzinser mit langer Restlaufzeit loszuwerden, sobald deutlich bessere Angebote da waren.

Man kann seine Kredite also zurückverkaufen. Das kostet einem 0,5% der verbliebenen Darlehenssumme als Gebühr und alle im laufenden Monat angefallenen Zinsen. Es empfiehlt sich also, diese Option zeitnah nach eine Zahlung zu ziehen. Und damit ist man bei der Liquidität im Prämiumbereich. Wenn man also noch an ein eher geringeres Risiko glaubt (und die meisten tun das) eine interessante Beimischung im p2p-Portfolio.

Ich selbst habe da keine Unsummen investiert, so knapp 5% meines p2p-Portfolios. Und ich nehme eigentlich immer die Kredite mit den besten Zinsen, am liebsten aus Estland und mit der besten Risikoklasse A (weil das bei den Zinsen meist keinen Unterschied macht). Die Laufzeit ist mir völlig schnuppe. Ich kann ja jederzeit aussteigen, wenn ich das Geld brauche. Und ein ewiges hin-und-her habe ich schon bei anderen Plattformen mit Monatskrediten. Die Laufzeit dürfte sowieso nur bei wenigen Fällen durchgehalten werden. Viele Kredite werden vorzeitig getilgt, oder geraten irgendwann dann doch mal 30 Tage in Verzug und werden zurückgekauft. Ist mir auch recht, solange es attraktive Angebote gibt. Was, wie gesagt nicht immer der Fall war. Da habe ich dann auch liquide Mittel abgezogen. 6,75% bekomme ich auch bei g&g bei Bondora...

Ich wünsche euch ein glückliches Händchen bei euren Investionen in 2023.

 

Und hier findet ihr die T&Cs für die Cashbackaktion. 

Oder, kurz, 

"Get Your unique registration link from Your account My Menu, share it with Your friends, and earn 1% of Your friend’s deposit amount made during the first 60 days from registration. Also, 1% will be added to the Friend’s account as a payback."

Mittwoch, 4. Januar 2023

Lendermarket - das magische Dreieck schlägt zu

 Bei der P2P Plattform Lendermarket kann man in Kredite aus z.B. Polen und Spanien, Estland oder Finland investieren. Die Rückzahlungen und Zinsen sind jeweils durch BuyBack abgesichert, das 60 Tage nach dem Fälligkeitsdatum greift. Bei den ersten beiden Ländern ist das normalerweise 30 Tage nach dem Kauf.

Dafür werden Zinsen von in der Regel 15% p.a. bezahlt, bei den Langläufern auch 16%. Zudem gibt es immer mal wieder schöne Cashback-Aktionen von 2-3% auf frisch einbezahltes Geld.

Laut PortfolioPerformance betrug meine Gesamtrendite 2022 bei lendermarket daher satte 20%. Ausfälle sind soweit keine zu verzeichnen, zumindest für mich.

Das ist also die Renditespitze des magischen Dreiecks, da liegt der Punkt schon sehr in der Nähe. Und die anderen beiden Gesichtspunkte?

Bis vor einem halben Jahr war auch die Liquidität sehr gut. Spätestens nach 3 Monaten war ein Investitionszyklus durchlaufen, das Geld wieder verfügbar. Das hat sich nun dramatisch und leider auch sehr intransparent geändert. Die AGBs von Lendermarket erlauben eine Verlängerung auf bis zu 180 Tage Laufzeit. Davon wird nun sehr fleißig Gebrauch gemacht. Seit vier Wochen flossen bei mir Rückzahlungen praktisch nur bei den Langläufern, die in der Regel immer noch sehr zuverlässig bedient wurden.

Dafür gab es jede Menge Zinszahlungen. Bei einer Verlängerung sind die ganzen Zinsen für die Vergangenheit und die nächste fällige Zahlung sofort fällig. Ob die der Kreditnehmer oder Lendermarket selbst aufbringt, ist nicht erkennbar, das führt aber zu der o.a. satten Rendite. Bleibt abzuwarten, was passieren wird, wenn die 180 Tage ausgeschöpft sind. Ich bin bislang noch nicht soweit, das wird erst im März der Fall sein.
Korrektur: bis zu 240 Tage sind möglich. Mein ältester steht bei 183 und wäre damit Ende November (mal wieder) fällig gewesen.

Die Verlängerungen selbst sind auch etwas schräg, denn sie sind meistens nur sehr kurz, oft sogar weniger als 30 Tage. Dadurch ist der Kreditnehmer zwar wieder ein Stück weg von den 60 Tagen Verzug, ab dem BuyBack fällig wäre, bleibt aber ein paar Tage im Verzug. Das führt aktuell dazu, dass bei mir unter 10% im Zahlungsplan bleiben, fast ausschließlich besagte Langläufer.

Das führt auf der Risikoskala zumindest gefühlt auch zu starken Ausschlägen. Muss nicht so sein. Gerade bei den Verzügen, sofern der Kredit nicht endgültig ausfällt, verdient der LoanOriginator, Creditstar, am meisten. Hier werden saftige Aufschläge auf die sowieso sehr hohen Zinsen fällig. Nun ist Creditstar ja schon viele Jahre im Geschäft, die sollten wissen, was sie tun.

Allerdings hat Creditstar auch seine Probleme mit der Liquidität. Anleihen wurden nur teilweise pünktlich zurückbezahlt, auf der Plattform Mintos ist man mit den Rückzahlungen auch ständig im Verzug. Anscheinend hat man sich mit dem Kreditvolumen etwas verhoben - das ist das wahre Risiko.

Im Moment bin ich mit meinen Anlagen sowieso gefangen - einen Zweitmarkt gibt es nicht. Dieser würde auch nur mit Abschlägen funktionieren, denn das Angebot von neuen Krediten ist sehr groß. Cash drag, bei vielen anderen Plattformen ein Problem, gibt es hier nicht.

Klassische Situation - hohe Renditen haben ihren Preis. Wer breit streut, kann auch hier anlegen und auf ein gutes Ende hoffen. Immerhin verdoppelt sich angelegtes Kapital nach gut 6 Jahren und man schlägt die Inflationsrate selbst nach Steuern.

Wer einsteigen will, kann gerne mein Referral nutzen:

https://app.lendermarket.com/referral/link?code=6dqyz1ub,

das gibt immerhin einen Bonus von 1% auf die Einlagen der ersten 30 Tage. Danach Ausschau nach Bonusaktionen halten, diese sind aber oft an Bedingungen wie 3 Monate kein Geld abziehen, alles investiert haben, nur Langläufer etc. gebunden.

Mittwoch, 23. November 2022

Der Abstieg von Bondora

Bondora bietet aus meiner Sicht kaum noch attraktive Anlagemöglichkeiten. Zudem gibt es einige zweifelhafte Abrechnungsmethoden.

Go and grow

Seit einiger Zeit setzt Bondora fast ausschließlich auf go&grow. Das ist bequem - für beide Seiten. Bondora kann hier praktisch alle Kredite an den Mann/die Frau bringen. Und hoffen, dass das Berechnungsmodell inklusive Inkasso langfristig trägt und die benötigte Rendite erwirtschaftet. Die beträgt beim "klassischen g&g" immerhin von Anbegin an 6,75%, bei in normalen Zeiten exzellenter Liquidität und täglicher Zinsgutschrift immer noch attraktiv.
Allerdings ist dieses Angebot nur für Altkunden verfügbar und auf 400€ Einzahlung/Monat beschränkt. Immerhin, im Moment noch das beste Angebot. Mal sehen wie lange noch.
Für alle Neukunden oder die, die  mehr Geld anlegen wollen gibt es g&g unlimited. Da gibt es eine Rendite von "bis zu 4%". Die wird man einhalten können - aber es gibt anderswo deutlich bessere Anlagemöglichkeiten. Für 4% trage ich mein Geld nicht nach Estland und investiere in eine black box.

So oder so, der Anleger muss sich um nichts kümmern. Das scheint vielen auszureichen.

Anlage in Kredite
 
Tja, back in the day bot bondora mal echtes P2P. Man konnte in einzelne Kredite investieren, diese sogar manuell auswählen. Das alles ist längst schon Geschichte. Nun geht nur noch automatisiertes Anlegen in 1€-Stückchen. Und selbst davon bekommt man viel zu wenig als dass der Aufwand lohnt. Nach meiner Erfahrung sind mehr als 50€/Monat nicht zu erreichen. Ob man das weiterlaufen lässt oder irgendwann mal ganz abschaltet bleibt abzuwarten.

Investieren auf dem Zweitmarkt
 
War auch lange Zeit gut möglich. Eventuell mit etwas Aufpreis gab es eine gute Auswahl an Anlagemöglichkeiten. Das meiste war natürlich Schrott, deshalb waren gute Suchfilter, nach Möglichkeit auch automatisierte Käufe fast obligatorisch.
Da gibt es aber auch nichts mehr. Und für einen 1€-Anteil lohnt sich die Zeit einfach gar nicht.

Dubioses
1. Das Inkasso 
funktioniert zwar, irgendwie. Allerdings ist das Abrechnungsverfahren völlig unseriös. Bondora kassiert schon mal pauschal 35% von jeder Zahlung. Auch wenn diese komplett und sehr kurz nach dem Inkassofall auftritt. Aber das ist noch nicht alles. Bis vor etwa zwei Monaten gab es von Inkassokrediten zumindest teilweise auch mal Zinszahlungen. Nach vielen Jahren, die man mitunter auf das Geld gewartet hat, eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Bei den vielen tausend Inkassokrediten die ich habe, war das ein zweistellige, manchmal sogar dreistellige Summe im Monat. Und nun nichts mehr. 0ct. Ohne Grund, ohne Hinweis, ohne Transparenz. Das Geld scheint sich Bondora jetzt auch noch zusätzlich einzustecken.
2. Finnische Kredite
haben ein äußerst ungewöhnliches Verzinsungsverfahren. Obwohl es sich um Anuitätenkredite handelt (also mit monatlichen Tilgungen), bleibt die absolute Zinssumme jeden Monat gleich. Das führt bei z.B. angegeben 20% Verzinsung zu anfänglichen Rendite im einstelligen Bereich, die aber am Ende extrem nach oben schnellen. In der Summe mag der ausgewiesene Zinssatz stimmen, aber nur, wenn der Kredit von Anfang bis Ende in einer Hand durchläuft.
Das ist aber selten der Fall. Vom Zweitmarkt mal ganz abgesehen, werden sehr viele Kredite vorzeitig getilgt oder umgeschuldet. Und spätestens dann hat die reale Rendite mit dem ausgewiesenen Wert nichts mehr zu tun. Der Anleger wird hier getäuscht.

Persönliches Fazit
Ich war jetzt 10 Jahre bei Bondora dabei, habe viel Zeit und Geld investiert und gute Geschäfte gemacht. In diesem Monat habe ich in der Summe alles eingezahlte Geld auch wieder abgehoben. Einiges an Zinsen (die ich aber versteuern musste, von daher muss noch deutlich mehr zurückkommen) steckt noch in Krediten und in g&g. Ich bin kaum noch aktiv tätig. Die Rückläufe werden zu einem sehr geringen Teil reinvestiert, gehen auf g&g oder werden abgehoben. 
Meine ehemalige Lieblingsplattform empfehle ich niemanden mehr. Schade drum.

Nachtrag
Seit dem 25.11. hat man nun zumindest bei den Krediten aus Estland (die anderen beobachte ich nicht) die Zissätze um ca. 1/3 abgesenkt. Ich weiß nicht ob das so am Ene für Bondora gutgehen wird. Da kommt für die Anleger zuviel des Schlechten zusammen...

Freitag, 18. November 2022

Ecoligo - mit gutem Gewissen investieren

 Seit gut einem Jahr investiere ich auf der Plattform für Solarprojekte in Schwellenländern, habe mich inzwischen bei 35 Projekten mit jeweils 100-300€ beteiligt und werde weiter anlegen.

Was ist ecoligo? Lassen wir das Unternehmen selbst zu Wort kommen:

"ecoligo ist ein Impact-Investment-Anbieter, der Solar-as-a-Service-Projekte in Schwellenländern umsetzt. Das 2016 von Martin Baart und Markus Schwaninger gegründete Berliner Unternehmen treibt die Energiewende in elf Ländern wie Kenia, Vietnam und Chile durch die Umsetzung von Solaranlagen auf Firmengebäuden voran. Möglich gemacht werden diese von engagierten und umweltbewussten (Privat-) Anleger*innen, die mit ihren gezielten Investitionen in Solarprojekte die Klimakrise bekämpfen, während sie ihr Geld gewinnbringend anlegen. Indem ecoligo Gewerbe- und Industrieunternehmen in den ame schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt mit Solarenergie versorgt, trägt das Unternehmen messbar zur Einsparung von schädlichem CO₂ bei und schützt so aktiv das Klima. Die vollständig finanzierten Solar-as-a-Service-Projekte bringen ecoligo’s Kunden nicht nur finanzielle Ersparnisse, sondern ermöglichen ihnen auch, nachhaltig zu wachsen. Die bisher unterzeichneten Projekte werden zur Einsparung von über eine Million Tonnen CO₂ beitragen. "
Quelle: https://ecoligo.com/blog
 
Naja. Man kann es auch einfacher ausdrücken. Über ein Darlehen von 100€ oder mehr (in 50er Schritten) finanziert ihr mit eine Kaufzeit von 2 bis 10 Jahren eine Solaranlage z.B. in Vietnam mit. Ihr bekommt dafür einen vorher festgesetzen Zinsatz, üblicherweise um die 5% p.a. Die Einnahmen unterliegen der Zinsabschlagssteuer, das macht die Steuererklärung einfacher :) Die Steuernummer muss man hinterlegen.
Das Darlehen wird ab der 2. fälligen jährlichen Rate zurückbezahlt, üblicherweise der größte Teil erst zum Ende der Laufzeit.
Bei mir läuft alles soweit glatt. Etwa 1/4 der Projekte hat absolut pünktlich bezahlt, bislang nur Zinsen. Ich freue mich über kleinere Erträge, mehr aber noch darüber einen meßbaren Beitrag zur CO2-Vermeidung beizutragen, ohne dass es mich etwas kostet.
Neue Projekte gibt es regelmäßig, ich habe mir eher die kürzeren Laufzeiten herausgepickt. Seitdem die Inflation so stark angezogen hat, dauert es meist etwas länger, bis die ganze Finanzierung steht, das hat aber keinen Einfluß auf die eigene Ferzinsung die ab Eingang des Finanzierungsbetrags läuft.

Inzwischen hat man die Schwelle von 4000 Investoren überschritten und knapp 200 Projekte mit 90 Unternehmen auf die Beine gestellt. Die Gesamtinvestitionssumme nähert sich 30Mio, das Einsparpotenzial beträgt zund 23.000t CO2. Da bin ich gerne dabei,

Investitionen in Schwellenländer haben natürlich ein gewisses Risiko, weniger direkt finanziell als die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Allerdings muss die Welt genau hier ansetzen und solche Anlagen zum Laufen bringen.

Von daher setze ich gerne einen Freunde-werben Link.
Was bringt der euch?
"Ihr Freund erhält einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 1,00 % bezogen auf den Betrag seines Erstinvestments. Zusätzlich kann Ihr Freund den Neukunden Bonus in Höhe von 25 EUR mit dem Bonuscode NEU25 nutzen."
Und mir? Ich bekomme wohl den selben Bonus.

Ihr müsst den Bonuscode unbedingt auf der 1. Seite beim Investieren eintragen. Solche Codes gibt es übrigens immer mal wieder und bringen ein Cashback von 1-2% auf neue Investitionen. Die Auszahlung erfolgt durch Überweisung auf das Referenzkonto.

Das Verfahren des Investierens erscheint ein wenig sperrig, die Risikobelehrung etc. muss aber sein.

Was der Seite noch fehlt ist eine Anzeige des voraussichtlichen Cashflows. Für mich kamen die Zahlungen meist etwas überraschend :)
 

Dienstag, 1. November 2022

Renditewunder Lendermarket

 Während meine Gesamtanlagen (inklusive Wertpapiere) sich im Oktober für das Gesamtjahr 2022 gerade mal so über die 2%-Renditemarke hiefen konnten, sieht es im Teilsegment p2p-Kredite deutlich besser aus.

Nicht, dass es hier keine Problemfälle gäbe. Bondora nahm massive Abschreibungen vor, peerberry kämpft sich mit kriegsbedingt eingefrorenen Anleihen aus Russland ab (immerhin, knapp 40% wurden inzwischen zurückbezahlt, alledings inzwischen zinslos) und auch omaraha zeigt viele Ausfälle.

Bei dreien läuft es aber sehr gut: estateguru (bei denen ich zum Glück auf deutsche Finanzierungen fast komplett verzichtet habe) mit einer Rendite von über 9%, Swapper mit knapp 16% und Lendermarket mit brillianten 18%, alles gerechnet als Jahresrendite für die vergangenen 12 Monate.

Lendermarket ist schon ein wenig schräg. Der durchschnittliche Zinssatz liegt bei 14,7%. Wie kommt man da auf so eine Rendite? Auch wenn's freut, versuche ich immer gerne die Hintergründe zu verstehen. Das gelingt nur teilweise.

  • Cashback.
    Lendermarket bietet immer mal wieder Aktionen mit 1-3% Cashback an, absolut bezahlt auf neu einbezahlten Kapital. Davon habe ich dieses Jahr profitiert, denn ich habe meine Einlage fast verdoppelt.
  • Vorzeitige Zinszahlungen bei Kreditverlängerungen
    Normalerweise hinken die Zinszahlungen zeitlich immer etwas hinterher, da die Mehrheit der Kreditnehmer nicht pünktlich zahlt. Zwei Monate nach der eigentlichen Endfälligkeit bekommt man dann Anlagesumme + Gesamtzinsen für dann z.B. 3 Monate ausbezahlt.
    Bei verlängerten Krediten werden allerdings die Zinsen bis zum folgenden Zahlungstermin vorab abgerechnet. Das hat bei mir im Oktober zu der Situation geführt, dass ich über 2,5% Zinsen auf die Anlagesumme erhalten habe, aber fast keine Rückzahlungen. Das sollte sich wieder normalisieren.

Seit ich bei lendermarkt 2019 angefangen habe, lief alles letzendlich immer gut. Creditstar, die die meisten der Kredite vergeben, sind schon über ein Jahrzehnt im Geschäft. Zwar giert man des öfteren nach Liquidität, insbesondere wenn mal wieder eine börsennotierte Anleihe fällig wird und versucht dann wohl durch Cashbackaktionen und verzögerte Rückzahlung (mit Fragezeichen, da Mutmaßung) das Bargeld beisammenzubekommen.

Am Ende wurde aber jeder Cent korrekt bezahlt und die Rendite ist auch nach Steuern noch zweistellig. Dass das keine risikolose Anlagemöglichkeit ist, sollte jedem klar sein.

Wer bei einer der drei genannten Plattformen einsteigen will, kann das gerne über die nachfolgenden Links tun. Ich empfehle immer nur Anlagen, bei denen ich selbst gut investiert bin und die letzte Zeit zufrieden war (also z.B. nicht Bondora, trotz höchster Prämie). Wenn ihr euch darüber anmeldet, gibt es einen kleinen Bonus für euch und für mich.

Estateguru
Lendermarket
Swaper