Samstag, 6. August 2016

Ferienlektüre

Gerade sind in ganz Deutschland Sommerferien. Zeit ein paar gute Bücher zu lesen, insbesondere wenn das Wetter mal gerade nicht zu Grillen verlockt.

Ich will euch eine neue Autorin ans Herz legen: Clair North

Vielleicht ist euch schon das Buch

Die vielen Leben des Harry August


aufgefallen. In dem knapp 500 Seiten starken Roman geht es um eine Welt, die es geben könnte. In der manche Menschen ihr Leben immer wieder leben. Und sich an den vorherigen Durchlauf erinnern können, frei sind Veränderungen vorzunehmen - bis zum nächsten Reset.
Nicht nur die Geschichte ist gut und wird zunehmend spannend, auch schafft es die Autorin eine Welt zu schaffen, die völlig plausibel klingt. Atmosphärisch sehr dicht, vermutlich, entsprechende Sprachkenntnisse vorausgesetzt, noch besser im englischen Original zu lesen. Von mir 5 Sterne.

Wem das Buch gefallen hat, oder noch besser bevor man es liest, kann sich auch noch Ken Grimmwoods

Replay - Das zweite Spiel: Roman


gönnen. Schon lange eines meiner Lieblingsbücher und ein etwas leichterer Einstieg in die gleiche Thematik. Idee geklaut? Vielleicht ein bisschen. Aber die Umsetzung von North ist dann schon eine ganz andere.

North hat zwei weitere Romane geschrieben, beide gibt es noch nicht auf Deutsch. In dem einen stecke ich gerade mitten drin:

The Sudden Appearance of Hope

Auch hier geht es wieder um eine fantastische Geschichte, die einem sofort packt. Eine junge Frau, die man sofort vergisst nachdem man sie gesehen hat. Und zwar vollständig. Und jeder. Das bietet gute Chancen als Auftragskiller oder Dieb, führt aber zu einem völlig einsamen Leben. Und dann gibt es noch eine APP, Perfection, die das Leben der Nutzer manipuliert. So ein bisschen pokémon go auf unheimlich... auch hier, ungeheuer dicht erzählt und irgendwie zwar nicht alles ganz neu aber unbedingt anders und ein erfrischender Erzählstil.

Und wer danach völlig angefixt ist kann sich noch auf

Touch - Dein Leben gehört mir: Thriller

freuen. Kommt im November auf deutsch oder eben gleich mal wieder in der Originalsprache. Auch hier verspricht der Klappentext einen äußerst spannenden Plot. Ich werde mir hier vermutlich das audible Hörbuch gönnen.

Viel Spaß beim Lesen.


Freitag, 5. August 2016

Aktuelle Trends meines Bondoraportfolios

Nachdem Bondore es heute endlich geschafft hat, die Reports wieder zu reparieren, habe ich den allmonatlichen Blick auf einige Statistikwerte meines Portfolios geworfen.

Zur Datengrundlage: mit insgesamt über 8000 und davon noch über 4000 unverkauften Anteilen ist schon eine gewisse Streuung vorhanden, allerdings stammen etwa 2/3 des Volumens vom Zweitmarkt und sind daher tendenziell deutlich schlechter als der Gesamtmarkt (ich kaufe fast nur mit Abschlag). Etwa 55% meines Portfolios sind im Default. Das waren schon 10% mehr.

Ich habe in den letzten Wochen erstmals nach längerer Zeit Kapital nachgelegt und meine Einlage um etwa 10% erhöht, da es sich zu lohnen scheint.

Zunächst einmal: das Rating scheint die Ausfallwahrscheinlichkeit sehr gut abzubilden. Sie steigt bei mit streng monoton mit schlechteren Ratingwerten. Lediglich zwischen A und B gibt es keinen signifikanten Unterschied. Sie ligt bei 1,7% bei AA (wenige Kredite) und 102% bei HR (haha. ist bezogen auf den Kaufpreis. Ist korrigiert.). Ich habe allerdings etliche ausgefallene Kredite mit sehr deutlichen Abschlägen gekauft was die Sache deutlich ins Negative verzerrt.

Interessant: von meinen Krediten am Erstmarkt sind nur 18% ausgefallen. Und davon wurden fast 20% eingetrieben oder wiedergewonnen wie man das jetzt etwas freundlicher nennt.
Überhaupt gibt es beim Recovery wenig Überraschung: Insgesamt knapp 30% und nur 3% in der Slowakei. In Spanien etwa 7,5%.

Die Ausgaben der Kredite aus 2012 und 2013 sind komplett zurückgeflossen. Hier beträgt das Recovery 85 bzw 54%. Für 2015 sind es nur 11% bei der zugleich höchsten Ausfallrate. Hier hätte ich das Investieren also besser gelassen. Kaufdatum ist damit gemeint. Und jetzt sehe ich's: da ist doch noch ein Fehler - Einstufung nach Ausfalldatum funktioniert nicht. Da muss ich gleich nachforschen...
blöde Umbenennerei. Default_StartDay heißt jetzt also DefaultDay. So etwas kostet insgesamt Stunden an Arbeit. Hoffentlich lässt Bondora das dann mal eine Weile bestehen - alles zu vereinheitlichen scheint mir ja schon richtig zu sein, aber doch nicht so schlampig und unstrukturiert. Und bitte, erst Fehler bereinigen und dann veröffentlichen.

Das Ergebnis:


Warum sind im letzten Abschnitt die Werte über 100%? Das liegt daran dass sowohl recovery als auch EAD1 auf den Anteil, nicht den Besitzer bezogen sind. Mein Wert unter Amount ist aber der Principalanteil zum Zeit des Kaufs. Beim Kauf eines Loans im Default kann dieser unter EAD1 liegen, wenn inzwischen etwas bezahlt wurden. Darum ist der recovery-Wert auch aus meiner Sicht systematisch zu hoch. Dafür ist er auch im Defaulted-Wert nicht einberechnet.
Per Mouseover gibt es weitere Details, z.B. beim Amount wie hoch jeweils mein Kaufpreis war.

Natürlich wäre eine Auswertung nach anderen Kriterien, soweit sie im Bondora Datensatz erhalten sind, auch leicht möglich.

Und während ich nebenher auf mein Portfolio schaue, hat dort anscheinend der neue Manager zugeschlagen. Nein, nicht meiner natürlich. Der bleibt schön deaktiviert. Um 23:15 estnischer Zeit wurden etwa 50 meiner Kredite verkauft. Und zwar an verschiedene Käufer. Binnen Minuten. Das kann nur der PM sein, der sich jetzt auch auf dem Zweitmarkt bedient. Bei mir gerne.

Gekauft wurde übrigens alles, was grün ist. Und kein Aufgeld hatte. Egal ob estnisch oder spanisch, rescheduled oder mit write offs. Wie erwartet, die Anwender der ersten Stunde bekommen mal wieder einen Haufen Müll ins Depot gedrückt. Zeit auszumisten also, die Chancen Ungeliebtes loszuwerden sind gut.

Nicht garantierte Kredite bei Twino - nein danke

Seit ein paar Tagen gibt es bei twino nun auch wieder die Möglichkeit, Kredit ohne Ausfallschutz (buyback Garantie) zu kaufen. Im Moment gibt es dafür Zinsen bis zu 40% (Kategorie C) mit einer erwarteten Rendite von 16%. Aus Polen, mit eine Laufzeit von 1-2 Jahren.

Im Vergleich dazu gibt es 10-13% mit buyback-Garantie, je nach Laufzeit und Land. Und ohne diese Garantie würde ich die Kredite nicht mit der Beißzange anfassen. All das, was ich bislang an Verzügen gesehen habe, war durchgehend zweistellig. Und dabei die Verlängerungen noch nicht eingeschlossen.

Mir ist schon klar, dass auch bei den 12% ein ordentliches Risiko, nämlich das der Plattform, mit eingepreist ist. Und zweistellige Renditen sind im heutigen 0%-Umfeld ganz ordentlich. Die Investitionen schichten sich automatisch per Autoinvest um, bei beschränkten Laufzeiten (ich habe bis 6 Monate gewählt) ist der Rückfluss beachtlich, die Kredite (solange alles gut läuft) sehr zügig auf dem Zweitmarkt zu verkaufen.

Warum sollte man also dieses zusätzliche Risiko eingehen? Gier frisst Hirn? Wegen angeblich zusätzlichen 4 Prozentpunkten?

Für den steuerpflichtigen Anleger, also all diejenigen die ihren Freibetrag schon ausgeschöpft haben, kommt erschwerend hinzu, dass Zinsen zu versteuen sind, die Verluste aber nicht abgeschrieben werden können. Und schon ist man unter den 10%. Wenn nicht sogar im Minusbereich.

Ich schaue also dem Treiben gelassen von außen zu und bleibe bei meinem kleinen vierstelligen Betrag, der sich immerhin ordentlich vermehrt, denn aus den in anderen Beiträgen genannten Gründen (Wucherzinsen, Plattformrisiko) werde ich mein Investment bei twino nicht aufstocken.



Donnerstag, 4. August 2016

Anlegen in GB - wie kommt das Geld dorthin?

Inzwischen gibt es ja einige Anlagemöglichkeiten in Großbritanien, z.B. MoneyThing, Ablrate, Saving Stream... bei denen man auch als Ausländer anlegen kann. Die  erzielbaren Zinsen liegen meist im zweistelligen Bereich, das Pfund ist deutlich billiger geworden als vor dem Brexit, ein gewisses Risiko dass es mit dem Sterling noch (deutlich) weiter abwärts gehen kann sollte einem aber bewusst sein.

Normale Überweisungen vom Konto der Hausbank sind durchaus möglich. Allerdings sind die Gebühren recht happig und meisten deutlich über ein Prozent.

Deshalb bieten sich zwei Alternativen an: https://www.currencyfair.com (Werbelink, gibt für Neukunden und den Werber eine freie Überweisung + jeweils bis zu 30€!)

Hier ist das Vorgehen so: nach der Anmeldung überweist man den gewünschte Betrag in € auf das angegebene Referenzkonto. Und dann kommt der Clou: man kann entweder direkt zu einem Kurs tauschen, der nahe am aktuellen Börsenkurs liegt. Oder man setzt ein Limit und wartet. Auf diese Weise habe ich schon mehrmals 1-2% eingespart.
Danach zahlt man das Geld in der Zielwährung auf das gewünschte Konto mit dem gewünschte Betreff aus. Die Gebühren sind währungsabhängig, z.B. 3€ oder 2,5 Pfund. Das ganze geht recht flott. Wenn man es nicht eilig hat, ist das wirklich eine hervorragende Möglichkeit.
Die Seite macht einen sehr soliden Eindruck und die Anmeldung ist zusätzlich über eine TAN ans Handy abgesichert.

Eine andere Möglichkeit ist https://transferwise.com/ (Auch hier bekommt der Neukunde eine Freiüberweisung bis 500€). Auch hier sind die Gebühren deutlich niedriger und werden transparent dargestellt. Von € nach L betragen sie ein halbes Prozent, mindestens aber 2€.
Aber - der aktuell angezeigte Wechselkurs gilt nur bei Zahlung mit der Kreditkarte und die hat ihre Tücken. Ansonsten gilt der Kurs bei Zahlungseingang (der angezeigte gilt allerdings in der Regel bis 48h), bei oft länger laufenden Überweisungen kann natürlich anders aussehen.
Bei mir hat aber die Abbuchung vom Girokonto gut geklappt und war am nächsten Tag vorgenommen. Insgesamt war das schnell abgewickelt.
Bei Zahlung mit der Kreditkarte wird zunächst mal eine zusätzliche Gebühr von 4% erhoben. Dann kann es gut sein, auch bei mittleren Beträgen (bei mir 500€), dass das Kreditkartenunternehmen die Zahlung ablehnt und/oder die Karte erstmal sperrt.
Und das dicke Ende kann dann eventuell noch mit der Kreditkartenabrechnung kommen: die Aktion wird als Barabhebung gewertet und es werden happige Zinsen fällig. So dass man am Ende gar nichts gespart hat. Das wiederum hängt natürlich von den Vertragsbedingungen der Kreditkarte ab - ich würde aber auf jeden Fall erstmal einen kleineren Betrag ausprobieren. Bei einer Prepaidkarte kann natürlich nichts passieren. Auch in Punkto Sicherheit hat mit Transfairwise nicht so wirklich gut gefallen. Schon Anmeldung per facebook schein mir in Finanzsachen nicht unbedingt der Clou zu sein. Und das Misstrauen der KK hat ja bestimmt auch einen Grund...

Insgesamt scheint mir, von eiligen Fällen abgesehen, https://www.currencyfair.com die deutlich bessere Wahl zu sein. Bei Transfairwise ging per Kreditkarte die ganze Prozedur nur wenige Stunden und hat mir so ein Schnäppchen ermöglicht, das sonst gelaufen gewesen wäre.

Ich wünsche euch erfolgreiches Anlegen.

Dienstag, 2. August 2016

API-Entwickung abgeschlossen

Ja, ich weiß schon, there's always another bug. And another idea. Und dann ändert mal wieder Bondora alles...

Trotzdem habe ich nun all das umgesetzt was ich mir vorgenommen habe und mein Firefox-Plugin ist meine Standardschnittstelle zu Bondora geworden. Ich zeichne damit Anteile auf dem Erstmarkt (und bekomme Informationen darüber, ob es gerade auf dem Zweitmarkt Anteile vom selben Kreditnehmer gibt oder ob ich sogar Anteile von ihm halte), ich handle auf dem Zweitmarkt und suche blitzschnell nach voreingestellten Kriterien und ich habe einen guten Überblick über meine Anteile:


Als letzte Funktion habe ich noch eine XIRR-Berechnung hinzugefügt, die mir verschiedene Kennzahlen ausspuckt
  • Die Rendite des Anteils bis heute, wenn er zum Nennwert verkauft wird,
  • ggf. unter Abschreibung verpasster Tilgungszahlungen (so rechnet Bondora)
  • bei ausgefallenen Krediten die Szenarien eines Verkaufs mit 25,50,75 oder 90% Rabatt
  • Bei auf dem Zweitmarkt ge- oder verkauften Anteilen die Rendite während meiner Haltezeit unter Berücksichtigung des Kaufpreises.
Auch global werden einige Statistiken auf Mausklick abrufbar
  • Anteil der laufenden, verspäteten oder aufgefallen Kredite
  • z.B. nach Monaten aufsummierte Ergebnisse des Zweitmarkthandels, direkt für die Steuererklärung einsetzbar.
  •  

     (wie man sieht, habe ich mich im Juli von einigen defaulted loans getrennt).


    Insgesamt habe ich ca. 5000 Codezeilen programmiert, sicherlich nicht optimiert und teilweise redundant,  da ich kein professioneller Programmierer bin und das Projekt als Stückwerk entstanden ist. Trotzdem bin ich ziemlich stolz auf das Ergebnis.