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Freitag, 22. Mai 2015

Neuerungen bei zencap

"Zencap hört den Nutzern zu", so die Aussage des für die Anlegerkommunikation zuständigen Mitarbeiters. Und in der Tag, von Anfang an hat man immer wieder mal nachgebessert.
Schon recht bald wurden Vorlaufzinsen eingeführt, die Gebührenstruktur zumindest vereinfacht (wenn auch in der Summe nicht verbilligt) und früher ausbezahlt.

Jetzt wurde auch an Investoren gedacht, die mehr als ein paar Hunderter anlegen wollen: der Zwang zu einem eigenen Konto (allerdings bei einer Drittbank) wurde aufgehoben uns so kann auch ich nun wieder nach lukrativen Geboten Ausschau halten. Auch kleinere IT-Fehler in der Darstellung des Dashboards wurden (endlich!) behoben.

In Zukunft sollen auch die Auszahlungen übersichtlicher gestaltet werden. Es wird nur noch ein Betrag überwiesen, der an anderer Stelle aufgeschlüsselt wird - wie bei anderen Plattformen wie smava oder auxmoney schon seit langer Zeit üblich. Das ist auch ökologischer - wer noch Kontoauszüge auf Papier bekommt, spart sich einen Menter pro Monat von zencap.

Die wichtigsten Änderungen kann man unter https://www.zencap.de/blog/zencap-investoreninitiative-198.html nachlesen.

Etwas erstaunt bin ich allerdings darüber, dass für den Monat Mai noch keine Auszahlung stattfand. Zwar steht schon seit jeher der 25.-27. eines Monats als geplanter Auszahlungszeitpunkt, aber in den letzten Monaten kam das Geld meist schon am 18. Wenn es dafür Gründe gibt (ich persönlich sehe die bei Unternehmen als Kreditnehmer überhaupt nicht) hätte ich mir doch eine entsprechende Kommunikation im Vorfeld gewünscht.

Was hat sich sonst noch getan? Ein weiterer Kredit ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten, diesmal droht allerdings anscheinend kein unmittelbarer Ausfall. Mehrere Verspätungen kamen vor, die allerdings recht zeitnah ausgeglichen wurden. Insgesamt alles kein Beinbruch, erinnert uns aber immer an das real existierende Risiko des Totalverlusts bei einzelnen Krediten. Was die zwar im Vergleich zum Tagesgeldniveau ansehliche aber absolut doch nicht so hohe Rendite dann ganz schön bedroht - mehr als einen Ausfall auf 20 Kredite kann man sich eigentlich nicht erlauben.

Weiterhin gehört zencap zu den Plattformen, die ich eher empfehlen würde - wenn man sich des Risikos bewusst ist. Wenn man den Anlegern weiterhin zuhört, kann das für beide Seiten nur von Gewinn sein. Aus steuerlichen Gründen wäre es z.B. für die Anleger sehr interessant, die Anlegergebühr anders auszuweisen. Im Moment wird diese erst vom Anleger und dann noch einmal von zencap als Einnahme versteuert. Wesentlich geschickter wäre es, gleich einen um 1% niedrigeren Zinssatz auszuweisen und auf die Gebühr zu verzichten. Dem zahlenden Unternehmen, für das der Kredit gleich teuer bliebe, wäre das steuerlich sogar auch noch ein Vorteil... ein Weg, den mintos gerade vorgemacht hat. Und klar, in Sachen dashboard bleibt noch einige Luft nach Oben.
Eine Firma, die mein Geld verwaltet, muss alles richtig anzeigen. Wenn nach außen Fehler sichtbar sind, wer sagt mir dann, dass intern alle Buchungen stimmen?

Letzte Zahlung 13.05.2015 9,22 €

zeigt mir das Dashboard an. Eine freche Lüge - im Mai habe ich noch keine Cent erhalten.

Warten wir es ab.


Freitag, 15. Mai 2015

lendico bekommt den Laden nicht in den Griff

Mit was für Ansprüchen war man vor etwa eineinhalb Jahren angetreten, Platzhirsch wollte man werden, ja gleich der größte p2p-Kreditvermittler in (Kontinental)europa.

Daraus ist vorerst mal nichts geworden. Zu schlecht hatte man sich vorbereitet, den Fokus zu sehr auf Markteting und Aquise gelegt anstatt die technischen und finanzmathematischen Hausaufgaben zu erledigen.

Warum hatte man sich nicht die bereits seit Jahren erfolgreiche Konkurrenz angesehen? Warum hatte man nicht Leute mit an Bord geholt, die sich mit dieser Anlageform auskennen?
Wie kann man z.B. auf die Idee kommen, keine Vorlaufzinsen zu bezahlen? Verzüge nicht transparent dazustellen sondern aus eigener Tasche zu begleichen, bis es einfach nicht mehr geht? Und dann geht es doch wieder....

Zugeben, man ist auf die Kunden zugegangen. Selbst den Trollen im Forum hat man zugehört. Zumindest ein bisschen. Kulanzangebote hat man gemacht, und die sind wirklich fair, keine Frage.

Gleichzeitig kommt man mit der Technik nicht hinterher. pacta sunt servanda, diese Generalfomel des bürgerlichen Rechts gilt auch für etwas arrogant daherkommende Zöglinge des Samwer-Clans. Bei den sehr umstrittenen Klingelton-Geschäften mit Minderjährigen hatte man sich ja auch darauf berufen.

Das heißt klipp und klar, am Auszahlungstag ist auszuzahlen. Im Mai war das der 11. Der 1+5. Werktag, der Tag im Zahlungsplan. Dass es ausgerechnet mit dem hochgelobten Premiumkonto sowie schon mal immer einen zusätzlichen Tag Wartezeit bedeutet, mag gerade mal noch zumutbar sein. Aber dann müsste zumindest mal bis zum Mittag des Folgetags gebucht sein. Das wäre der 12. gewesen. Statt dessen ist am 15. um 19h immer noch keine Buchung erfolgt. Das bedeutet, dass das Geld frühestens (Wenn es überhaupt kommt) mit einer Woche Verspätung verfügbar sein wird. Und dann ist es ja noch lange nicht auf dem Referenzkonto.

Von Zerknirrschung keine Spur. Man hält es nicht für nötig, die vorläufig Geprellten überhaupt zu informieren geschweigen denn das Missgeschick zu erklären.

lendico, so nicht. Das war schon eure zweite Chance. Ihr habt sie vertan.

Nachtrag : inzwischen sind die Zahlungen mit einer Woche Verspätung eingetroffen. Alle Zahlungen? Keine Ahnung. Keine Abrechnung, keine Nachprüfbarkeit, keine Entschuldigung, keine Erklärung. "Stiftung p2p-Test": Gesamturteil mangelhaft.
Kleiner Lichtblick: die Überweisung auf das Referezkonto ging echt schnell.

Mittwoch, 8. April 2015

lendico oder wer einmal lügt...

dem traut man nicht. lendico hat diesbezüglich leider keinen guten Start hingelegt. Doch der Reihe nach.
Seit einem guten Jahr investier(t)e ich auch bei lendico, einer relativ jungen p2p-Plattform, die zu Rocket Internet gehört. Aus dem Stand heraus, so die Ziele, wollte man Marktführer in Europa werden und eröffnete daher gleich Marktplätze in einigen europäischen Ländern.

lendico - mein Kurzsteckbrief

lendico vermittelt im Moment Anteile an deutschen Konsumentenkrediten. Den spanischen Markt hat man sehr schnell wieder aufgegeben, deutsche Unternehmensanleihen sind geplant aber noch nicht in größerem Umfang verfügbar.
lendico hat ein eigenes Bewertungssystem, das sich hauptsächlich am Schufa-Score orientiert. Danach richten sich im Wesentlichen auch die Zinsen, die meist zwischen 2 und 14% liegen.
Wie bei deutschen Plattformen üblich, erhebt lendico eine Anlegergebühr. Sie beträgt 1% aller Einnahmen (Zinsen & Tilgungen) und wirkt sich insbesondere bei kurzen Laufzeiten und kleinen Anlagesummen deutlich renditemindernd aus. Vor Ausfällen und Steuern lässt sich so bei breiter Streuung eine Rendite von 6-7% gut erzielen. Angebot ist in der Regel ausreichend vorhanden, allerdings wird nur ein Anteil von weniger als 50% am Ende tätsächlich finanziert und besteht die Prüfung.
Gebote und Auszahlung können über ein Verrechnungskonto (normles Girokonto bis 10k Anlage) oder ein eigens eingerichtetes "Premium"konto bei der wired-Bank geführt werden. Das Konto ist kostenlos.
Auf der Webseite werden Buchungen und Kredite gelistet. Leider sind nicht alle Informationen unmittelbar einzusehen (z.B. die Laufzeit). Teilweise gibt es Exportmöglichkeiten.

Meine Erfahrungen

Ich muss zugeben, schon seit den Klingeltonzeiten habe ich so meine Vorbehalte mit Unternehmen der Samwers-Brüder. So ging ich zunächst sehr vorsichtig ans Anlegen, wurde dann aber sehr positiv überrascht: im ersten Jahr kein einziger Ausfall, ja nicht einmal ein Verzug. Da schien jemand seine Hausaufgaben bei der Kreditprüfung sehr ernst zu nehmen.
Leider kam dann im Februar das große Erwachen: lendico hatte seine Anleger einfach angelogen nicht vollständig informiert. Wie sich später herausstellte, waren rund 30% meiner Anlagen zumindest mal kurzzeitig im Verzug gewesen. Ob aus technischer Unfähigkeit oder bewußtem Kalkül wurden diese zunächst von lendico selbst übernommen - bis die Summen dann doch mal zu hoch wurden. In einer sehr unschönen Aktion wurden so alle Zahlungen um bis zu 10 Tage nach hinten verschoben und die Verzüge seither ordnungsgemäß aufgeführt und nicht ausbezahlt.
Allerdings ist noch immer nicht nachzuvollziehen, ob eine Rate zu spät bedient wurde oder immer pünktlich bezahlt.

Die Rendite scheint immer noch ok zu sein und die Verzüge (Ausfälle gibt es noch keine) halten sich im branchenüblichen Rahmen.

Mein Fazit

lendico hat sich mein Vertrauen ganz schön verspielt. Auch wenn jetzt einige PR-Aktionen und Kulanzangebote laufen, werde ich auf längere  Zeit bei diesem Unternehmen nicht mehr investieren.

Für Neuanleger sollte die Situation jetzt ok sein denn man wird jetzt offen(er) informiert. Wenn man auf der Webseite auch mal Statistiken zur Verzugs- und Ausfallrate finden würde und diese ehrlich kommuniziert, wäre man da einen bedeutenden Schritt weiter.

Sollten sich, und davon ist inzwischen auszugehen, die Ausfallquoten in den Größenordnungen der Mitbewerber einpendeln, ist insbesondere eine Investition in gute Bonitäten wohl kein gutes Geschäft. Bei Zinsen von gut 2% und einer Gebühr von 1% bleibt da wenig Raum, Ausfälle zu kompensieren.

Man wird den Markt bei lendico gut beobachten müssen. Bei der aktuellen Zinslage und der nicht vorliegenden Statistik zu Ausfällen scheint ein Investment recht riskant.