Dienstag, 24. Mai 2016

(K)eine Empfehlung

Viele Plattformen bieten ein Empfehlungsprogramm, von dem Werbender wie Geworbener profitieren. Ich versuche hier ehrlich zu bleiben und das Wort Empfehlen auch ernst zu nehmen.

Keine Empfehlung wert sind aus meiner Sicht die deutschen Plattformen, insbesondere auxmoney, lendico und funding circle. Wie ihr aus einigen meiner Blogeinträge entnehmen könnt, ist die Zusammenarbeit mit diesen äußerst wenig zufriedenstellend, das Risiko hoch und die zu erzielende Rendite dürftig. Ich habe deshalb die Werbelinks entfernt.

Empfehlen kann ich hingegen die beiden Plattformen estateguru und mintos, mit gutem Gewissen. Für Neuanleger gibt es in der rechten Randspalte die entsprechenden Links - und die Prämie sollte man sich nicht engehen lassen ;) Beide Plattformen werfen bei sehr überschaubarem Risiko zweistellige Jahresrenditen ab und wären aus meiner Sicht die besten, um erste Erfahrungen zu sammeln.


Montag, 9. Mai 2016

Wie lendico Ausstände eintreibt

Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl einer p2p-Anlageplattform sollte es sein, wie mit überfälligen Zahlungen umgegangen wird. Wie werden Ausstände eingetrieben, wie hoch ist die Inkassoquote, wie lange dauert das Verfahren.
Bei lendico habe ich nur einen Kredit, der nicht bezahlt, alle anderen fallen unter die Garantie-Kulanzregelung.

Das Beitreibungsverfahren von lendico erscheint mir sehr transparent zu laufen: man tut einfach gar nichts.

Wie man sieht, wurden ab 1.2. einfach die Zahlungen aus dem Tilgungsplan gestrichen. Irgendeine Information an mich als Anleger gab es nicht.

Hätte ich meine Investitionen nicht schon längst eingestellt, jetzt würde ich es tun. Aber dazu kann sich ja jeder seine eigene Meinung bilden.

Nachtrag August 16: keine Änderung.

Freitag, 6. Mai 2016

p2p - wie lief der April 2016?

Durchaus unterschiedlich. Insgesamt aber wenig Veränderungen.
  • Von lendico und zencap habe ich mich endgültig verabschiedet. Bei zencap leider auch ein Teil meines Geldes. Beide Plattformen erweisen sich weiterhin als sehr unzuverlässig. Lendico informiert überhaupt nicht mehr über Ausfälle, viele Anleger berichten auch dass ihre Anfragen seit Wochen nicht beantwortet wurden. Es würde mich nicht wundern, wenn lendico bald ganz vom Markt verschwindet.
    Auch bei Funding Circel (ehemals zencap) wartet man vergeblich auf Erfolge beim Geldeintreiben. Auch rund 20 Tage nach dem Zahlungstermin stehen viele Zahlungen aus, nicht eine wurde nachbezahlt. Zwei meiner Kreditanteile sind mittlerweile im Inkasso. Keine Ahnung, wie das weitergeht. Ich habe nur wenige Hoffnungen, da die Reste von meinem Geld wieder zu sehen. Bürgen mit persönlicher Haftung - das hätte ich mir anders vorgestellt.
  • Ein paar neue Anlagemöglichkeiten bei ablrate und estateguru. Bei beiden läuft alles sehr unaufgeregt. Fällige Raten werden pünktlich oder mit sehr geringer Verzögerung bezahlt. Bei beiden Plattformen bislang keine Ausfälle. Zinssätze zwischen 8 und 13%, gerade für Anfänger empfehlenswert. Hierhin fließen meine Rückzahlungen der deutschen Plattformen (so sie kommen).
  • Auch bei twino und mintos geht alles vollautomatisiert seinen Weg. Ausfälle werden durch die Garantie aufgefangen, dadurch bleibt die Rendite stabil bei gut 12%. Irgendwie mag ich trotzdem nicht mehr investieren.
  • Bondora läuft ganz gut. Weiterhin kommen gute Rückzahlungen aus dem Inkasso. Leider gelingt es mir nicht, den Inkassobestand abzubauen, er nimmt aber auch nicht groß zu. Die Rendite vor Ausfällen bleibt bei 30%, die Rendite die Bondora nach Ausfällen bei gleichbleibender Zahlungsquote aus dem Inkasso (aber wohl ohne neue Ausfälle) berechnet steht bei 16%. Das Ergebnis wird durch Zweitmarktaktivitäten aufgehübscht, wobei ich mich von aussichtslosen Anteilen (write off) auch mit hohen Verlusten trenne (aus steuerlichen Gründen).
    Die Möglichkeiten der Neuanlage auf Erst- und Zweitmarkt bleiben gut. Ich habe keinerlei Probleme, meine beträchtlichen Rückflüsse (auch durch Verkäufe) relativ zeitnah wieder anzulegen. Leider ist vieles bei Bondora weiter undurchsichtig. So werden Gebühren an Inkassounternehmen immer noch nicht ausgewiesen. Fallen diese massenhaft an, wird die Anlage bei Bondora uninteressant.
    Immerhin könnte ich wohl die Hälfte meines angelegten Geldes zeitnah verflüssigen. Der Rest steckt in Krediten mit Spätzahlung oder im Inkasso. Die Spannung in wieweit das gut geht wird wohl noch Jahre anhalten.
  • Smava und auxmoney laufen weiter aus. Längst habe ich alles eingezahltes Geld zurück. Die verbliebenen Restsummen lohnen eine weitere Beschäftigung kaum. Vom verbliebenen Anlagekapital kommen jetzt <90% zurück.
  • Als neue Anlageplattform werde ich jetzt moneything testen. Bislang habe ich nur sehr kleine Beträge angelegt. Der Zinssatz beträgt 10-12%, die Laufzeiten sind nicht sehr lang bzw. es gibt einen gut funktionierenden Zweitmarkt (nur zu pari). Allerdings alles in Pfund. Das macht die Sache etwas komplizierter und riskanter.
Insgesamt lege ich deutlich weniger an als die Jahre zuvor. Man kann nicht immer nur sparen ;)

Freitag, 15. April 2016

Funding circle - kleine Zinsen, großes Risiko

Die Idee

die hinter zencap (jetzt funding circle Deutschland) stand, hörte sich für mich sehr vielversprechend an. Mittelständische Unternehmen auf solider Basis bekommen Kredite zu fairen Zinssätzen, das Risiko ist sehr überschaubar, der Anleger geht mit 4-5% Jahreszinsen nach Hause.

Ich habe einiges Geld dort angelegt. Dabei habe ich auf eine eher konservative Risikostruktur geachtet:

Fast alle meine Anlagen hatten gute Geschäftszahlen vorzuweisen, waren durch eine Bürgschaft abgesichert.

Erste Irritationen

Ähnlich wie bei lendico gab es anfänglich keine Verzüge bei den Zahlungen. Aber auch zencap war (oder ist noch) ein Unternehmen der rocket internet Gruppe. Da schreibt man zwar angeblich Transparenz groß, lässt aber die Geschäftspartner trozdem gerne nicht die ganze Wahrheit sehen. Kurz gesagt, offensichtlich hat auch zencap zunächst Verzüge aus eigener Tasche bezahlt. Ob aus technischer Unfähigkeit (die bis heute anhält) oder um die neuen Anleger nicht zu verschrecken, ist nicht klar. Bis heute hat die Firma dazu nicht Stellung bezogen.

Steigende Verzüge

Irgendwann hat man dann ebenfalls die Reißleine gezogen und die Auszahlung nach hinten verschoben. Seitdem nehmen die Verzüge dramatisch zu. Bei mir sind das bei der Auszahlung inzwischen über 20% - trotz vermeindlich guter Bonitäten.
Natürlich sind Verzüge noch keine Ausfälle, allerdings ziehen sich die Zeiten bis zur Auszahlung auch immer weiter in die Länge. Zwei Anteile sind inzwischen in Insolvenz gegangen.
Auf der Webseite werden sie weiter als "Verzug" geführt. Das ist nicht ehrlich.

Leider sind die Bürgschaften keinen Pfennig wert - zumindest ist bisher kein Fall bekannt, wo tatsächlich etwas vom Bürgen zu holen war. Besonders ärgerlich: auch die A+ Kredite sind bei den Ausfällen gut vertreten. Auf das Rating ist also nach meinen Erfahrungen nichts zu geben.

Fazit

Auch aus zencap/FC ist keine empfehlenswerte deutsche Plattform geworden. Man ist den Kunden gegenüber nicht ehrlich und veröffentlicht keine Statistiken. Die Versprechungen mit der Bürgschaft sind bislang nicht engelöst worden.
Für das Risiko sind die Zinsen viel zu niedrig.

Meine Investitionen bei zencap ist meine bisher schlechteste Anlage auf dem p2p-Markt und die einzige die ich eventuell mit Verlust abschließen werden. Auch wenn die Zinsen inzwischen etwas nach oben angepasst wurden, würde ich eine Anlage bei FC nicht empfehen.

Mittwoch, 6. April 2016

Mintos oder Twino?

Beide Anbieter von p2p-Krediten sind nun (fast) ein Jahr im Rennen und bieten Kreditanteile mit Rückkaufgarantie. Bei twino durchweg, bei mintos größtenteils.

Für den Anleger sind beide Plattformen sehr ähnlich, wobei mintos mit einem deutlich größeren und ständig erweiterndem Spektrum an Kapitalverleihern zusammenarbeitet. Auch sind bei mintos viele Kredite zusäzlich noch besichert, z.B. durch KFZ oder Immobilie. Twino arbeitet eher mit payloans, die den Kreditnehmern zum Teil extraorbitante Zinsen abknöpfen. Das muss man dann schon mit seinem Gewissen in Einklang bringen können.

Die Zinssätze von 10-13,5%, schwanken von Monat zu Monat.


Das buy-back funktioniert sehr gut. Durch Ausfälle habe ich bislang bei beiden Plattformen noch keinen Cent verloren. Bislang wurde immer inklusive Zins alles erstattet. Und so viele Verzüge sind es gar nicht. Z.B. bei mintos:

Oder bei twino:



Bei den Details gibt es kleine Unterschiede, so zahlt twino inzwischen die Zinsen garantiert zum Zeitpunkt des Anfallens aus, auch wenn der Kreditnehmer im Verzug ist. Dafür gibt es hier in der Regel nur noch 10% Zinsen für Kurzläufer, inzwischen aber wieder 12-13% für länger laufende Kredite. Das Angebot ist sehr groß.

Die Webseiten sind funktional, die Übersicht könnte allerdings noch besser sein. Die aus meiner Sicht sehr wichtige Autobid-Funktion funktioniert leider nicht völlig zuverlässig.

Ich investiere in der Regel in Portionen von 10€-40€. Aufgrund der buy-back-Garantie schaue mich mir die Kredite nicht mehr genauer an. Ich investiere hauptsächlich in kurze Laufzeiten von einem Monat bis 6 Monaten. So ist die Anlage eine Art Ersatz für Tagesgeld, da zumindest der größte Teil der Investitionen sehr schnell wieder zurückkommt.

So ganz traue ich dem Braten allerdings noch nicht. Von daher habe ich eher kleiner Summen investiert. Und wie gesagt, payday-loans mit dreistelligen Zinsraten sind mein Ding nicht so.