Samstag, 15. September 2018

Bondora "schützt die Anleger"

Werden Veränderungen bei einer P2P-Plattform vorgenommen, so ist die Begründung fast immer, dass fast alle Anleger das so wollten oder dass sie davon profitieren. Gerade Bondora ist schon oft mit solchen Aussagen negativ aufgefallen, und praktisch nie haben sie die Realität getroffen.

Nun gibt es natürlich ein breites Spektrum an Anlegern und das was mir gefällt, muss nicht dem Wunsch des durchschnittlichen Investors entsprechen. Jeder verortet sich ein bisschen wo anders im magischen Dreieck aus Rendite, Risiko und Liquidität, hinzu kommt noch die Einfachheit und Transparenz des angebotenen Produkts. Nicht jeder will mit komplexen Skripten per API investieren.

So wurden der Portfoliomanager geschaffen (der IMHO allen nur Verluste einbrachte), der Portfoliomanager Pro, der nun wenigstens im engen Rahmen gewisse Auswahlmöglichkeiten erlaubt und vor ein paar Wochen go&grow, das Rundum-Sorglos-Paket für den absolut unmündigen Anleger.
Immerhin hat man in allen Fällen die meisten Alternativen (bisher) weiter bestehen lassen.

Bondora bewirbt g&g aggressiv als eine Art Tagesgeldkonto mit hoher Rendite. Täglich verfügbare Liquidität (solange der Vorrat reicht), 6,5% Verzinsung (auf keinen Fall mehr, kann aber ohne Kapitalgarantie auch schlechter laufen), tägliche Zinsgutschrift (so etwa 2ct pro 100€) und keine Gebühren außer 1€ je Abhebung. Klare Aussage, was die Steuern angeht. Also perfekt.

Das mag ja zutreffen, auch wenn das Risiko schwer einzuschätzen ist (ich halte es im Moment für ziemlich klein). Das Produkt trifft allerdings nicht unbedingt den Geschmack eines im Baltikum anlegenden p2p-Investor. Anyway. Das ist noch nicht der Punkt.

Neue Anleger machen häufig Fehler, die ihnen die Rendite vermasseln. Anteile mit hohen Zinsen und hohen Aufschlägen am Zweitmarkt zu kaufen ist einer, noch verbreiteter allerdings die besten Stücke mit nur kleinem Aufgeld dort zu verkaufen. Mit über 350.000 eingestellten Anteilen ist der Zweitmarkt durchaus interessant für Anlageprofis geworden, die über fundierteres Wissen verfügen, sehr gute Filter haben und solche Schnäppchen automatisiert innerhalb von Sekunden wegkaufen. Übrig bleibt dann oft der Bodensatz an früher oder später ausfallender Krediten, deren Verlust durch die paar Prozent Verkaufsgewinne nicht annähernd ausgeglichen werden kann. Bondora kalkuliert seine Renditeansprüche ohne Zweitmarktgeschäfte unter der Voraussetzung der Langzeitanlage. Abgesehen von den oft viel zu optimistischen Vorhersagen sind es eben diese Fehler, die zu Verlusten führen, die Anleger verärgern und Bondora in Schwierigkeiten bringen.

Anfänger sollten deshalb erst einmal nicht am Zweitmarkt handeln, besonders nicht verkaufen. So war das auch am Anfang, da musste man erst mal eine gewisse Zeit dabei sein, dann das besondere Risiko akzeptieren und erst dann durfte man loslegen. Auch dagegen ist nichts einzuwenden.

Aber jetzt kommt es: all denen, denen das Risiko jetzt doch zu groß erscheint, macht Bondora ein freundliches Angebot. Sie können ir komplettes Portfolio ganz einfach an g&g "verkaufen". Also raus aus der Einzelanlage, rein in den Fond. Das selbe, was die örtliche Sparkasse regelmäßig allen meinen in der Rente befindlichen Verwanden empfiehlt. Mit dem klaren Hintergrund erstmal einige Prozent Provision abzuzwacken.

Ähnlich vergiftet ist auch Bondoras Angebot, das selbstverständlich nur für die absoluten Rosinen gilt. Denn Kredite, die im Verzug oder gar ausgefallen sind, verbleiben beim Anleger. Und die laufenden, die grünen Anteile, sollte man ja gar nicht verkaufen (s.o.) ??!!
Und das Angebot selbst ist auch alles andere als lukrativ. Grüne Anteile bekommt man in fast allen Fällen so schnell man klicken kann zu pari verkauft. Oder mit einem Aufgeld, wenn man mehr Zeit aufbringt. Was aber bietet Bondora? Zu nächst einmal bekommt man nur ein Angebot für Anteile, die nicht im Verkauf sind,

Ein kleines Depot mit fast ausschließlich bester Riskoklasse (A/AA):
Current portfolio value * 143.79€
Our offer 139.48€
Wie bitte?
Dann mein fettes Portfolio mit 13600€ grünen Anteilen, gut gereift und viele Renditebringer
Current portfolio value * 10573.47€
Our offer 7906.1€

Und ein letztes Beispiel mit gut 1100€ grünen Anlagen:
Current portfolio value * 845.42€
Our offer 810.86€


Das ist absurd. Das ist Abzocke. Das ist kein Angebot!

So also schützt Bondora seine Anleger. Vielen Dank. So hohe Verluste würde niemand beim selbständigen Handeln erleiden. Schaltet euer Gehirn ein - oder eueren Anwalt wenn ihr schon darauf reingefallen seid.

Freitag, 7. September 2018

Flender und die Transparenz

Wie schon mehrmals geäußert, laufen meine Anlagen bei Flender gut. Sehr gut. Eigentlich zu gut um wahr zu sein. Wie auch bereits erwähnt bereitet mir das nach den Anlegertäu^^^ will sagen nicht immer ganz nachvollziehbaren Zahlungen die lendico und zencap "vorstreckten" um nichtzahlende Kreditnehmer unter dem Teppich zu halten, eher Bauchschmerzen.
Nicht ganz zu Unrecht wie sich jetzt mal wieder zögerlich herausstellt. Und doch anders.

Tatsächlich werden bei Flender im Moment noch alle Raten bezahlt und tatsächlich auch vom Geld der Kreditnehmer. Was aber bislang die Anleger nicht erfahren haben, ist dass die Kreditnehmer ein Deposit bei Flender hinterlegen müssen, und zwar eine Monatsrate pro Jahr Kreditlaufzeit. Bei Zahlungsverzögerungen wird dann darauf zurückgegriffen, anderenfalls werden die entsprechenden letzt Raten daraus bezahlt. Dadurch wird eine Zahlungsverzögerung nach außen zunächst nicht sichtbar und tritt erst mit 1-3 Monaten Verspätung auf. Sieht natürlich besser aus. Auch wenn die Wirklichkeit einem einholt.

Positiv: auf entsprechende Rückfragen werden diese Punkte klargestellt. Öffentlich. Allerdings mussten erst einmal diese Fragen gestellt werden (heraus kam es, da Gesellschaften auch bei anderen Firmen Kredite aufgenommen hatten, dort nicht mehr zahlten, bei Flender aber schon). Auch kam die Wahrheit erst einmal stückchenweise ans Licht. Das stärkt das Vertrauen nicht gerade.

Ist denn das Deposit überhaupt sinnvoll?
+ Das Ausfallrisiko wird dadurch initial um 10% gesenkt
+ Kleinere Verzögerungen werden völlig abgefangen (das was bei estateguru oft so ärgert)

- der Gesamtbetrag des Darlehens wird dadurch um 10% erhöht, das sorgt für zusätzliche Kosten ohne Gegenwert für den Kreditnehmer.
- Wie die entsprechenden Zinsen verrechnet werden ist bestenfalls unklar.

Wieder ein Stückchen schlauer. Beobachten wir Flender weiter, wie gesagt, soweit alles gut.

Samstag, 28. Juli 2018

MINTOS in der Kritik

Gehörte mintos seit langer Zeit eigentlich regelmäßig zu den am meisten geschätzten P2P-Plattformen, so hat sich das Blatt seit zwei Wochen radikal gewendet. Auch ich habe bereits 40% meiner sowieso nicht allzu großen Anlage abgezogen.

Der Grund war zunächst einmal gar kein besorgniserregender: mogo, der größte Anbieter der Plattform, hat auf dem Kapitalmarkt eine größere Anleihe plazieren können (was positiv ist), dadurch aber deutlich günstigere Rückfinanzierungsmöglichkeiten als die Kapitalanleger mit bis zu 14%. Also hat man nicht nur die Konditionen für neue Anlagen drastisch gesenkt, sonder auch in sehr großem Umfang bestehende Anlagen zurückgekauft. Das entspricht den AGBs, ist aber für Anleger sehr sehr ärgerlich. Denn plötzlich gibt es keine attraktiv verzinsten Anlagemöglichkeiten mehr. Der strengen Regel von Angebot und Nachfrage folgend senken natürlich auch die anderen bei mintos vertretenen Anbieter ihre Zinsen. So dass bislang gut funktionierende Autoinvestitionen nicht mehr greifen und auch von Hand das Geld nicht mehr gut anzulegen ist.

Gleichzeitig gibt es noch andere Dinge, die verärgern. Zum Nachteil der Anleger wurden die Spielregeln geändert, was Zinszahlungen für buyback-Kredite angeht. D.h. es gibt Beträge und Zeiträume, für die ein in Verzug geratener Kredit nicht mehr verzinst wird. Das kann die Rendite durchaus verhageln, vor allem bei kurzen Laufzeiten. Auch ist die Vorgehensweise nicht gerade transparent.

Jede Menge an Kreditanbietern, das war mir schon lange zu viel. Und paydayloans in Botswana oder demnächst vermutlich Venezuela brauche ich auch nicht. Mogo war für mich ein durchsichtiges Geschätsmodell, dass die Firma eng mit mintos verzahnt ist sah ich nicht unbedingt als Nachteil.

Nun, die Abbuchung geht schnell. Auch mit transferwise, was ich ebenfalls eher seltsam finde. Zuviele Anlageplattformen möchte ich sowieso nicht beobachten. Wenn sich die Umstände wieder ändern, bekommt man das ja schnell mit - dann ist auch schnell wieder Geld einbezahlt.

Donnerstag, 19. Juli 2018

0% Loss rate- based on total amount lost after recovery attempts

Das behaupten Flender und in ähnlicher Form auch estateguru. Bei Verzinsungen von größtenteils über 10%  wäre das natürlich sehr lukrativ. Inwieweit kann man das für bare Münze nehmen?

# Bei Flender läuft alles, soweit ersichtlich, wie am Schnürchen. Falls nicht von Flender selbst Raten vorfinanziert werden (kann man leider nie ganz ausschließen, da es entsprechende Beispiele schon bei anderen Plattformen gab), ist praktisch jede Rate pünktlich. Bis jetzt. Auch bei Moneything lief ja die ersten Jahre alles super und nun hagelt es Ausfälle. Bei Flender wird aber im Gegensatz zu Moneything (und auch estateguru) über die Laufzeit getilgt. Da sieht man die Schwierigkeiten eher kommen und zumindest hat mim Fall der Fälle einen Teil des Geldes zuzüglich zu den Zinsen bereits wieder.

# Bei estateguru ist die Aussage zwar bislang auch wahr, verscheiert aber bestehende Probleme. Viele (und damit meine ich deutlich mehr als 20%) der Kreditnehmer zahlen die Zinsen nur schleppend. Bei etlichen Krediten ist die komplette Zahlung inklusive Zinsen sowieso erst am Ende der Laufzeit fällig. Bei einem stark überwiegenden Teil der Kredite geht das gut. Zwar kann man sich auf den angegebenen Endzeitpunkt nicht so arg verlassen, aber der Rendite tut ein späteres Bezahlen dank Verzugszinsen eher gut (positiver Unterschied zu den deutschen Anbietern!).
Trotzdem sin inzwischen mindesten drei der Kreditnehmer in massiven finaziellen Schwierigkeiten (und ein weiterer ist wohl in ein Kapitalverbrechen verwickelt). Das Geld wird Jahre brauchen bis es, hoffentlich vollständig, nach Zwangsversteigerung und entgegen eingelegter Rechtsmittel bei den Kreditgebern wieder ankommt. Das ist einzupreisen und kürzt die Rendite um geschätzte 1-2%. Das ist im gesamten Umfeld nicht weiter tragisch. Wenn es nicht überhand nimmt. Was noch keiner weiß.
Estateguru würde gut daran tun, offen und vorallem zeitnah über die Vorgehensweise zu informieren. Anleger wollen nicht erst nach 2-3 Wochen Bescheid bekommen, dass die Versteigerung nicht geklappt hat, oder es aus Foren oder der Presse erfahren. Und die sehr häufig aufpoppenden Meldungen, Kreditnehmer XY hat versprochen an jenem Datum garantiert nachzuzahlen sind die Lesezeit nicht wert. Das funktioniert nämlich so gut wie nie. Fakten zählen, nicht Versprechungen.

Mein Favorit unter den beiden steht damit fest. Neues Geld fließt zu Flender. Dort gibt es zudem schöne cashback-Aktionen mit bis zu 10% Prämie. Und auch für Neukunden gibt es Cashback von 5% für die Anlage der ersten 30Tage (bei estategugu 0,5-1% für die ersten 3 Monate).

Referrallinks hierfür: https://flender.ie/referral-program?invitation=I772190E3892
und Estateguru.

Samstag, 30. Juni 2018

Flender Autobid nun mit cashback

Nur für Benutzer von Autoinvest, vermutlich werden in nächster Zeit viele neue Kredite kommen:

Cashback offer:
  • 5% cashback for all autobids €150 and above
  • 10% cashback for all autobids €300 and above 
for the next 30 days, only valid if Autobid is used.
Zwar war ich in letzter Zeit fast bei jedem neuen Kredit dabei, 150-300€ hätte ich aber nicht in jedem Fall investiert. Trotzdem probiere ich die Aktion mal aus. Cashback ist immer ein erheblicher Rendite-Turbo und bislang läuft Flender, wie bereits berichtet, absolut top.

Wer noch nicht bei Flender angemeldet ist, kann die Rendite durch einen Werbelink nochmals durch einen 5% Bonus in die Höhe treiben. Einfach einen Werbelink zur Anmeldung verwenden, z.B. https://flender.ie/referral-program?invitation=I772190E3892
Nachdem der Kredit vollständig investiert wurde, werdn dann 5% der Anlagesumme auf das Anlagekont gutgeschrieben, kumuliert also bis zu 15%! Dieser Betrag kann zunächst nur für weitere Investitionen genutzt werden (ggf. mit erneutem cashback), aber nicht gleich ausbezahlt werden. Das ist aber dann mit den ersten Rückflüssen möglich (zusätzlich muss man sich bei Flender mit Ausweiskopien authentifizieren bevor eine Auszahlung möglich ist).

Viel Spaß beim Investieren!