Freitag, 13. September 2019

OT: Sodapop Lautsprecher

So, wirklich off topic aber mit voller Überzeugung.

Ich habe ja hier schon sehr lange mehr keine Werbung für ein Produkt außerhalb der Finanzszene gemacht. Hier gibt es aber etwas sehr interessantes zu eine Schnäppchenpreis und da mache ich mal eine Ausnahme.

Der Sodapop ist ein Bluetooth-Lautsprecher der besonderen Art. Er kann auf jede Softdrinkflasche aufgeschraubt werden (Plastik, Glas ist nicht so gut) und diese dient dann als Resonanzkörper und sorgt für erstaunliche Bässe.

Ich hatte meinen (in schwarz) bei Kickstarter geordert, vor fast einem Jahr, und so gut wie vergessen. Diese Woche kam er dann an. Die Freude währte nur kurz - das Ding ist so phantastisch, dass jeder in der Familie ihn sich sofort unter den Nagel reißen wollte. Mit Versand hatt mich der Spaß - early bird - knapp 60$ gekostet, aber das ist das Ding wert! Klingt für einen so kleinen Lautsprecher wirklich sehr gut.

Da die Aktion inzwischen längst ausgelaufen war, habe ich geschaut ob man sonst wo weitere Modelle kaufen kann. Und fand ihn ihm Webshop für etwa den selben Preis (49€), soviel zu early bird, aber egal. Dann aber der Hammer: Amazon haut ihn gerade zum Einführungspreis für 40€ raus, und kurzzeitig gibt es (für wie lange weiß ich nicht) noch eine extra-Rabattgutschein von 10%. Leider nur für ein Exemplar. Es sei denn, man hat mehrere Amazonkonten ;)
Das rettet den Familienfrieden. Also, ein heißer Tipp für alle, die solche Spielzeuge interessiert.

Montag, 9. September 2019

Bondora Inkasso

Bondora bietet ja seit einiger Zeit zwei grundlegend verschiedene Anlegemöglichkeiten an:
Das rundum Sorglospaker Go&Grow, mit zur Zeit 6,75% fixer Jahresverzinsung (gedeckelt, kann aber reduziert werden) und normale P2P-Anlage in einzelne Kreditanteile.

Ersteres hat denn Vorteil, dass man sich wirklich um absolut nichts kümmern muss und, solange alles gut geht, täglich seine Zinsen gutgeschrieben bekommt und das Geld jederzeit abziehen kann. Da Bondora nach wie vor große Zuströme verzeichnet, gab es hier bislang auch keinerlei Einschränkungen. Lediglich 1€ Gebühr fällt pro Auszahlung an.

Wer in Kredite investiert, bekommt deutlich höhere Zinsen. Das geht bei ca. 9% für AA-Kredite los und geht bis um die 70% für spanische Schrottanteile. Entsprecht ist auch das Ausfallrisiko einzustufen. Und Ausfälle gibt es, egal in welche Risikokasse man investiert.

Mache Kreditnehmer zahlen noch nicht einmal die erste Rate. Ein kleiner Teil davon sind sogar Betrüger. Bondora versucht das durch aufwändige Datenanalysen einzugrenzen. Ganz verhindern kann man das aber nicht. Die meisten Ausfälle ereignen sich aber während der Laufzeit. Das kann im schlimmsten Fall durch den Tod eines Kreditnehmers passieren, oft aber durch zeitweise schwierige Umstände. Bondora heuert in solchen Fällen Inkassounternehmen und Gerichtsvollzieher an und geht auch vor Gericht.

Insbesondere bei Krediten aus Estland ist man da auch recht erfolgreich. Der Erfolg kostet den Anleger aber gleich mal 35% der eingetriebenen Summe. Da bleibt in der Regel für diese Kredite kein Gewinn übrig, selbst wenn auch alle Zinsen eingetrieben werden. In vielen Fällen kommt es aber zu einem Vergleich und so bekommt man auch nicht unbedingt das ganze Kapital zurück.

Trotzdem arbeitet Bondora in diesem Bereich sehr erfolgreich. Etwa 40% meiner beträchtlichen Ausfälle wurden zwischenzeitlich eingetrieben und das ist eine gut fünfstellige Summe. Erstaunlicherweise kommt es auch immer mal wieder zu Zahlungen bei Krediten, die seit Jahren keinen Cent bezahlt hatten. Wenn ich da an meine Anlagen bei Auxmoney, Zencap oder auch moneything denke, ist das Ergebnis beeindruckend. Schließlich sind alle Kredite be Bondora ja unbesichert.

Von daher sollte man nicht den Fehler machen ausgefallene Kredite mit immensen Abschlägen zu verkaufen. Ein Verkauf mit Abschlägen bis 40% macht auf jeden Fall Sinn - aufgrund der Gebühren und der langen Wartezeit ist es unwahrscheinlich, dass man beim Abwarten besser fährt.

Insgesamt sind ausgefallene Kredite ein Bestandteil der Anlage. Sie werden durch hohe Zinssätze kompensiert. Ob am Ende die Rechnung aufgeht und die Rendite höher ausfällt als bei G&G ist schwer vorhersehbar. Ich glaube ja. Aber nur bei einem sehr langen Anlagehorizont von 5-10 Jahren. Für schwache Nerven ist das nichts, als eine Anlage unter einigen anderen aber durchaus erwägenswert. Ich bleibe weiterhin investiert.

Freitag, 6. September 2019

Anlegen bei Crowdestate

Crowdestate ist eine weitere baltische P2P-Immobilienplattform, in die ich seit einiger Zeit mit wachsender Begeisterung investiere. Sie hat z.B. gegenüber estateguru einige Vorteile.

Die Immobilien sind alle von gewerblichen Eigentümern. Es gibt Entwicklungsobjekte, aber auch Geschäftsdarlehen die üer eine Immobilie abgesichert werden. Die Zinssätze sind durchgehend zweistellig und reichen in Ausnahmefällen bis 18%, im Schnitt dürften es etwa 13-14% sein.

Anlegen kann man in Stückelungen von 100€. Es gibt die Möglichkeit automatisch zu investieren. Sonst wird man bei neuen Projekten per Mail benachrichtigt und hat dann in der Regel ein paar Stunden Zeit, sich das Investment anzusehen. Nur wenige Kredite sind länger als einen Tag zu zeichnen.

Bislang habe ich eine Rendite im Berfeich von ca. 15% und keinen einzigen Ausfall, was aber auch an meiner Strategie liegt.

Crowdestate hat nämlich einen hervorragend funktionierenden Zweitmarkt. Seine Anteile bekommt man mit einem bescheidenen Aufgeld sehr schnell, sonst auch manchmal los. Beim Erstellen eines Zweitmarktangebots bekommt man sowohl seine eigene Gesamtrendite als auch die des Käufers angezeigt. Letztere sollte schon noch im zweistelligen Bereich liegen.

Ich verkaufe alle Kredite, die mir ein schlechtes Bauchgefühl verursachen sofort. Babei versuche ich zumindest die Zielrendite zu erhalten und das klappt eigentlich immer. Auch wenn der Kredit schon ein paar Tage im Zahlungsverzug ist. Lange Verzüge habe ich nicht anstehen lassen und kann dazu nichts sagen.

Auch kurz vor Laufzeitende (etwa 1-2 Monate vorher) verkaufe ich meine Kredite und umgehe so das Risiko eines Ausfalls bei Rückzahlung.

Die Plattform wirkt insgesamt sehr seriös und ist gut zu handhaben. Im Moment fließen einige meiner Rückflüsse zu Crowdestate. Ich halte das Risiko dort für erheblich geringer als z.B. bei flender. Soweit ich es erlebt hatte, unbedingt einen näheren Blick wert.

Mittwoch, 28. August 2019

Tschüß Fidor

Fidor war mal sowas wie ein Pionier im Banking, eine der ersten reinen Internetbanken mit trendigen Features wie einer großen Cummunity mit Bonussystemen, verzinstem Girokonto etc.
Ging seit einiger Zeit leider den Bach runter, Verkauf an eine französische Bank, unvermittelte Kündigung ungeliebter Kunden, Homepage und Community voller Werbung, schlechter Kundenservice, Gebühr für Auslandeinsatz usw.
Ja und jetzt als 5€/Monat Kontoführungsgebühr. Es mag ja sein, dass eine gute Bank auch irgendwie Geld erwirtschaften muss, aber ein Alleinstellungsmerkmal gibt es bei fidor schon lange nicht mehr.

Sie werden also ihren Kundenbestand um 80-90% eindampfen, mich und meine Familie inklusive.
Wer die Girokontogebühr umgehen will, kann das wohl über den Abschluss eines Sparbriefs erreichen (ab 100€, verschieden Laufzeiten, 0% Zinsen). Mal sehen, wie das mit meinem 8%igen Kapitalbrief aussieht, der noch einige Jahre läuft. Dafür habe ich nun auch ein höheres Risiko an der Backe...
Auch die Kreditkarte kostet nun 2€/Monat. Ein stolzer Gesamtpreis für eine eher nicht so renommierte Bank.

Zum Glück steht eine Anlernative schon bereit:

ich empfehle dir das Girokonto DKB-Cash: kostenloses Girokonto mit
Kreditkarte,
weltweit kostenlos Geld an Automaten abheben, faire Konditionen und
weitere Vorteile.

Alle Informationen zum DKB-Cash findest du hier:

https://www.dkb.de/s/3W1dJXlj4Pk8TWT23b2GOH 
 
Ja klar, ein Werblink. Aber wie immer auch eine ehrliche Empfehlung.
 
Ciao Fidor. Wird mich jetzt nur einige Zeit kosten, alle möglichen Kontoverbindungen zu ändern.  

Sonntag, 25. August 2019

Estateguru - sind 10% Ausfall zuviel?

Bei Estateguru investiere ich seit einigen Jahren. Alle Kredite sind über eine Hypothek gesichert, die Kreditnehmer kommen, mit wenigen Ausnahmen, aus den baltischen Staaten. 10-12,5% Zinssatz sind zu erzielen, die Laufzeit beträgt meist 1-2 Jahre.

Die meisten Zahlungen erfolgen mehr oder weniger pünktlich. In der Regel werden nur Zinsen bezahlt, etwa in der Hälfte der Fälle monatlich, manchmal auch vierteljährlich oder mit der Rückzahlung am Ende der Laufzeit. Bei den letzteren Fällen kann man zwischenzeitlich nichts von eventuellen Zahlungschwierigkeiten erahnen.

Im Moment sind knapp 10% (12 von 150) meiner Kredite Status "Inkasso". Das klingt zunächst einmal bedrohlich, 10% Ausfälle bei gut 10% Zinsen, wird da überhaupt ein Gewinn übrig bleiben?
Hinzu kommt ja noch, dass die im Moment noch laufenden Kredite, insbesondere mit Gesammtzahlung am Ende der Laufzeit, ja auch noch ausfallen können.

Allerdings sieht die Sache deutlich besser aus, wenn man einen genaueren Blick auf die Situation wirft.
+ Die meistem meiner Kredite sind inzwischen abgeschlossen. Das sind 63,5%. Dadurch vermindert sich die Inkassoquote auf 4,5%.
+ 3 Inkassofälle (insgesamt 5 Kredite) wurden erfolgreich abgeschlossen. Da ging kein Kapital verloren, im Gegenteil wurde noch einiges an Zinsen erwirtschaftet.
+ Bis heute erwirtschafteten Zinsen steht eine Inkassosumme von etwa 50% der Einnahmen gegenüber, falls überhaupt nichts eingetrieben werden könnte. Davon ist allerdings nicht auszugehen.

Das bedeutet, nach aktueller Statistik liegt die Rendite immer noch deutlich über 5%, vermutlich aber eher bei 8-10%. Dagegen kann man wenig sagen.

Aber auch die Nachteile sollen nicht verschwiegen werden:
- Zahlungsschwierigkeiten erfordern einen langen Atem. Auch letztendlich erfolgreiche Kredite werden häufig verlänger. Die Liquidität dieser Anlagen ist nicht sehr hoch. Das relativiert sich allerdings, wenn man sehr viele Kredite hält. Dann gibt es entsprechende ständige Rückflüsse.
- Die Inkassoverfahren sind sehr undurchsichtig, die von Estateguru angegebenen Werte werden bei Auktionen nicht erzielbar sein. Das kann sich über mehrere Jahre hinziehen und mit Kapitalverlusten im ein oder anderen Fall wird zu rechnen sein.

Insgesamt gefällt mir bei Estateguru, dass die Zinsen für die Kreditnehmer in Rahmen bleiben (für baltische Verhätnisse sind sie durchaus günstig), so dass hier eine echte Win-Win-Situation entstehen kann. Wucherzinsen wie bei mintos, swaper oder twino wird man hier nicht finden. Ein Ausfallrisiko ist vorhanden, aber auf lange Sicht und bei entsprechender Streuung wird die Gesamtrendite nicht zu sehr gedrückt. Die Sicherheiten sind zwar nicht einfach zu verwerten, begrenzen aber das Risiko beträchtlich.

Ich empfehle daher Estateguru weiterhin und werde investiert bleiben.

Nachtrag (31.8.19) Bei meinem ältesten Inkassofall, bei dem sich der Kreditnehmer mit allen Mitteln gegen eine Zwangsversteigerung zu wehren versucht hatte, wurde nun eines von drei Sicherungsobjekten verkauft. Nach Abzug aller Inkassokosten (und das waren sichlich nicht wenige) wurden immerhin 30% der Anlagesumme an die Anleger ausbezahlt. Da wird noch mehr kommen, und das ist sicherlich kein schlechter Anfang. Dauer des Verfahrens: knapp 2 Jahre bis heute.