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Mittwoch, 20. Januar 2016

Bondora wieder lukrativer?

Mal abgesehen vom geschlossenen Forum und gesunkener Transparenz auf dem Dashboard, hat Bondora in den letzten Monaten auch einige positive Veränderungen eingebracht:
  • Die API ist für die, die sie benutzen, ein echter Gewinn. Vor allem kommt man so auch endlich wieder an lukrative Angebote auf dem Primärmarkt (auch wenn Kredite mit kleineren Summen weiterhin nicht zugänglich sind).
  • Auf dem Zweitmarkt kann man endlich auch ohne zusätzliche Hilfsmittel seine eigenen Verkäufe suchen (und finden) und so auch bequemer canceln.
  • Ebenso kann man nun auch nach Auf-/Abschlag filtern und so das ganze uninteressante Zeugs ausblenden.
Es gab noch andere Änderungen. So wurde mal wieder am Rating gedreht (das ist sinnvoll und notwendig, wenn man Verbesserungen erzielen will), die Interpretationen über dessen Zuverlässigkeit gehen allerdings weit auseinander. Ich mag mich täuschen, aber es sieht so aus als wären Kredite mit absolut hohen Zinsen bis über 90%p.a. sehr selten geworden. Ich werte das als gutes Zeichen und hoffe, dass es daran liegt, dass man auf diese Kreditnehmer verzichtet.
Am anderen Ende sinken auch die Zinsen für estnische Top-Bonitäten. Hier scheint in Zukuft eine einstellige Rendite zur Regel zu werden. Das war zu erwarten und ist im aktuellen Zinsumfeld auch eher ein Zeichen, dass Bondora sich dem wahren Leben nähert. Der Investor, verwöhnt durch hohe nominelle  Zahlen ist erstmal nicht begeistert.

Wer glaubte wirklich, dass Anlagen bei Bondora auf Jahre hinaus 20% und mehr Rendite abwerfen können? Reichlich naiv. Schade nur, dass Bondora durch ihre XIRR-Spielchen solche Annahmen weiterhin fördern.

"Am Schluss wird abgerechnet" - das ist nicht nur beim Skat oder der Bierrunde so. Nur, wann ist Schluss? Wenn alle Kredite abgezahlt oder uneinbringlich sind. Erstere Bedingung ist leicht zu erfüllen und wird im Regelfall spätestens nach 5 Jahren erreicht. Ein nicht unbeträchtlicher Prozentsatz braucht aber deutlich länger und gefühlt fast die Hälfte aller Kredite schulden irgendwann mal um. Die ausgefallenen Kredite sind schwerer einzuschätzen. Auch da wird man 5 Jahre bis nach dem Ausfall warten müssen, was dann noch aussteht, kann man getrost abschreiben. Das wird zur Rendite nicht mehr viel beitragen.

Immer noch befinden wir uns in einer Phase in der man über den Inkassoprozess noch nicht viel aussagen kann, insbesondere was Finnland und Spnaien angeht. Das ewige Ändern der Spielregeln durch Bondora trägt auch nicht gerade zur Karheit bei und ich wette mit euch, dass wir auch dieses Jahr weitere "Anpassungen" sehen werden.

Fest steht, dass es beträchtliche Zahlungen aus dem Inkasso gibt. Für einzelne Kredite kann das sogar zu Spitzenrenditen führen:


Noch habe ich nirgendwo mein Kapital verdoppelt, aber die "roten" Kredite rangieren bei der Rückzahlung ganz oben. Die Laufzeit spielt bei diesen Zahlen eigentlich nur eine zu vernachlässigende Rolle, das die Opportunitätsverluste auf dem TG-Konto sich im Centbereich abspielen.

Allerdings fehlen hier noch die "weißen", also komplett zurückbezahlten Kredite:


Das ändert auch nicht viel, denn auch hier waren alle einmal im Inkasso. Natürlich wird die Tabelle (der rechte Wert ist die Rückzahlung inkl. Zinsen und Strafen) mit 100% Rückfluss deutlich länger. Bei mir kommen gut 600/3400 über diese Grenze.

Leider ist eine komplette Rückzahlung bei Inkassofällen immer noch die große Ausnahme. Das liegt sicher auch daran, das die meisten bei mir noch keine zwei Jahre "alt" sind. Immerhin hat man - und das ist eine weitere große Verbesserung - inzwischen die Chance, seine Ausfälle auf dem Zweitmarkt zu verkaufen. Auch das geht am besten mit estnischen Krediten. Aber was da geht, ist wirklich erstaunlich. Außer ein paar aus meiner Sicht hoffnungslosen Fällen habe ich praktisch alle Anteile ohne Verlust verkauft (zuvor erzielte Zinsen und Abschläge beim Kauf mit einberechnet).
Das mag mit daran liegen, dass ich versucht habe realistisch zu bleiben - oder dass mancher Kredit trotz Verkaufsangebot bei mir hängen bleibt. Aber insgesamt sind Inkassofälle eben keine Totalabschreibung.

Mit spanischen oder gar slowakischen Krediten sieht das anders aus. Hier gibt es Unmengen Angebote mit 80% und mehr Abschlag. Das wird auch so bleiben bis das Inkassoverfahren deutliche Verbesserungen anzeigt. Davon ist trotz Bondoras Beteuerungen noch nicht viel zu sehen.

Dann hat man die CSV-Downloads wieder aktiviert. Das bringt meinem plugin die Benutzernamen wieder. Für die meisten kein großes Ding, aber ich finde es klasse.

Im Newsletter vom 20.1.16 wurde jetzt auch eine verbesserte Statistikseite für Experten angekündigt. Das lässt die Bedenken, die im ersten Absatz anklingen, eigentlich verdunsten. So wie das unter https://www.bondora.com/blog/a-brand-new-expert-center-and-advanced-statistics-page/ angekündigt ist, werden diese besser und informativer sein als je zuvor. Aber das will ich erst einmal live sehen :)

Es bleibt das (alte) Fazit: bei Bondora fährt man mit estnischen Krediten am besten. Die zu erzielende Rendite bleibt weiterhin lukrativ. Es gibt immer wieder interessante Angebote auf dem Zweitmarkt und auch auf dem Erstmarkt kann ich wieder investieren. Noch bin ich nicht soweit, dass ich frisches Geld einsetze. Aber die Rückflüsse bleiben dort.


Besser noch als die hier angezeigte Rendite entwickelt sich meine Anteil an Anteilen ohne Verzug. Nachdem es über ein Jahr immer nur und drastisch nach unten ging, scheint sich jetzt eine Trendumkehr abzuzeichnen. Immer noch steigen die Ausfälle, zum Teil systembedingt (Bondora lässt jetzt auch Kredite ins Inkasso wandern, die nicht mit der Tilgung im Verzug sind). Ohne diese Sondereffekte wäre ich mit den letzten drei Monaten sehr zufrieden.

Insgesamt lautet die Antwort auf die Frage in der Überschrift also ganz klar: ja.

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