Mittwoch, 22. Mai 2019

Cashbestand meiner P2P-Anlagen

Cash auf dem Konto ist meistens nicht gut, es verdient nämlich keine Zinsen. Wie einfach sind Investitionen möglich? Hier ein Kurzüberblick über meine Plattformen

Swaper (14% fix): ziemlich unterschiedlich. Investition de facto nur automatisch möglich. Zwischenzeitlich 30-40% Cash. Seit etwa 2 Monaten wieder bei 0-10%.

Mintos (11-13%): Automatisches oder manuelles Investieren fast jederzeit möglich. Cashbestand in der Regel 0-5%.

Bondora (10-15%): Automatisches oder manuelles Investieren meist gut möglich. Cashbestand 2-3% um Schnäppchen kaufen zu können. Tägliche Rückflüsse und Investitionen, letztere meist automatisch per API-Skript (noch).

Flender (ca. 10%): Automatisches und manuelles Investieren möglich. Zwischenzeitlich längere Durststrecken. Cashbestand 0-5%, jederzeit sofortige Einzahlung per Kreditkarte möglich. Ich hebe auch mal was ab.

Omaraha (ca. 18%) Investieren eher zäh, wenn man wie ich auf maximal 20€/Anteil setzt. Ich schaffe (automatisch) ca. 20 Investitionen/Monat. Nur sehr kleine Anlagesumme.

Ablrate (12%): Anlage nur in Pfund, Transfer über revolut jederzeit möglich allerdings mit ca. 2 Tagen Laufzeit. Cashbestand 0-3%. Anlage jederzeit auf dem Zweitmarkt möglich. Nur manuelles Investieren.

Estateguru (10%): Anlage automatisch und manuell möglich. Aufgrund schlechter Selektionsmöglichkeiten beim Autoinvest bei meiner gewünschten Anlagegröße von ca. 50.-100€ investiere ich nur manuell. Meist 2-5% Cash, manchmal viele, manchmal kaum Anlagemöglichkeiten.

Unterschiedlich wird auch die Verzinsung ab Anlagezeitpunkt gehandhabt. Hier fallen insbesondere Flender und Estateguru mit mehreren Tagen bis Wochen unverzinster Kapitalsperrung negativ auf.

5% Bonusaktion bei Flender für Neukunden

Update: Im Moment gibt es mehrere gute Investitionsmöglichkeiten - ein günstiger Zeitpunkt um einzusteigen.

Bei Flender gibt es wie schon berichtet immer mal wieder nette Aktionen, die die Rendite erheblich aufbessern können. Im Moment gibt es 5% für alle Investitionen der ersten 30 Tage:
For you:
Invite your friends to Flender and we'll top up your account with a 5.0% of any investments they make in their first 30 days.
For your friends:
Your friends will also receive a bonus of 5.0% of any investments they make in their first 30 days.
Wie man sieht, bedarf es dazu eines Werbelinks wie z.B. https://flender.ie/join?invitation=I389722U3892. Die Präme gibt es für beide Seiten. Sie wird dem Konto gutgeschrieben, sobald der Kredit komplett finanziert ist.

Kleiner Tipp: im Moment sind keine Kredite verfügbar. Um die 30 Tage optimal auszunutzen, am besten warten, bis es überhaupt Kredite gibt, s. https://flender.ie/marketplace

5% Prämie kompensieren einiges Risiko. Wie hoch dieses bei Flender ist, ist noch nicht wirklich abzusehen. Ich habe dazu ja beireits ein paar Beiträge verfasst. Meine momentane Einschätzung: ich stocke meine Investitionen langsam weiter auf und nehme jede Sonderaktion mit :) Ich rechne im Moment mit einer Rendite von 7-8% nach Ausfällen. Positiv ist auf jeden Fall, dass man bei Flender den Dialog mit den Kleinanlegern ernst nimmt und sich transparent zeigt. Entscheidend wird aber auf Dauer sein, wie man mit Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten umgeht. Zuletzt wurde ein Kredit umgeschuldet und die Laufzeit von 2 oder 3 auf 10 Jahre gestreckt. Wenn das klappt und die ganze Zeit Zinsen bezahlt werden, kann ich damit leben. Auf jeden Fall ist man hier proaktiv tätig geworden.

Sonntag, 5. Mai 2019

Bondora: mögliches Ende der Oktaeder-Bots

Es könnte schon am 20.5. zu Ende gehen. Bondora hat per Mail angekündigt, dass einschneidende Änderungen in dem API zu diesem Datum anstehen. Abfragen sollen auf sogenannte webhooks umgestellt werden, das bisherige API nur noch Afragen einmal pro Stunde erlauben. So ganz schlau konnte ich aus der Mail nicht werde - ob das nur einige Funktionalitäten betrifft oder z.B. den gesamten Zweitmarkt.
Webhooks gibt meine Schnittstelle nicht her. Und was ich von einem Forumskollegen darüber gelesen habe, sieht auch nicht so aus, als lohne sich disbezüglich eine eindringliche Beschäftigung.

Es kann also sein, dass die bisher wunderbar funktionierenden Plugins von Oktaeder zum 20.5.19 ihren Dienst einstellen. Beschwert euch dann bitte bei Bondora und nicht bei mir. Eine Anpassung wird es nicht geben, das ist nicht möglich.

Genaueres auf Anfrage an Bondora:
I have some more information for you. Also, I’ve noted your suggestion about updating the public reports but we are not planning to change this right now.

1)      Basically the main change here is the throttling of specific endpoints:


These are all GET methods, none of the POST-s will be affected by the 1 hour throttle.
There are 2 new endpoints to counter the change to 1 hour, „api/v1/loanpart/list“ & „api/v1/secondarymarket/list“ (Max list is 1000), because their single item counterparts would have completely hindered the usage of API. Also they are one of the widely used endpoints.
Damit ist die API praktisch tot.


Einen kleinen Vorgeschmack gab es übrigens schon gestern (4.5.19). Da hat nämlich Mozilla die Erneuernung der Zertifizierung für den Firefox verschlafen, wodurch sämtliche Plugins deaktiviert wurden.

Genaueres kann man z.B. nachlesen unter
https://stadt-bremerhaven.de/firefox-erweiterungen-wurden-automatisch-deaktiviert/

Dort findet man auch die Lösungen des Problems (in den Kommentaren, 12:11h und später).

Samstag, 23. März 2019

Bondora Q1/19 - läuft gut!

Endlich wieder ein Quartal bei Bondora das mich sagen lässt: prima. Kann ich empfehlen. Läuft gut.

Was ist geschehen? Meine Anlagen scheinen nun ein stabiles Gleichgewicht gefunden zu haben. Will sagen, die Summe der Ausfälle bleibt im Wesentlichen konstant. Und das bedeutet, die Summe meiner "guten" Anlagen steigt.

Ich bin nun endlich da wo ich hin wollte, nämlich ich Plus. Meine freien Mittel, Bondora Go&Grow und die Anlagesumme in grünen Krediten überschreitet meine Einzahlungen um 10%. Hinzu kommen 20% in orangen und knapp 200% in roten Krediten. Im Moment kann ich also bequem aussteigen, habe sofort keinen Verlust gemacht und bekomme auf Jahre hinaus noch Monat für Monat ordentlich was auf's Konto.

Habe ich meine Strategie gewechselt? Ein wenig. Ich kaufe immer noch das meiste auf dem Zweitmarkt. Fast immer zu pari, oder mit 5-20% Abschlag bei ganz kleinen Restverzügen. Ich stelle Kredite mit schlechter Zahlungsgeschichte sofort wieder in den Verkauf, mit 1-3% Aufschlag. Die Verkäufe generieren ein nettes Zubrot, was mich realistischerweise auf eine Jahresrendite von ca. 15% hoffen lässt. Am Ende, wenn wesentliche Zahlungen aus dem Inkasso stattgefunden haben.

Wie schon oft gesagt, Inkasso ist bei Bondora das A+O. Und eines muss man sagen, Bondora macht da einen beachtlich guten Job. Auch wenn man sich das ordentlich bezahlen lässt, mit 35% flat aus jeder Inkassozahlung. Das heißt in der Regel, dass man zumindest bei den neueren Krediten mit Zinssätzen unter 25% jeder Hoffnung auf eine positive Rendite am Ende des Inkassoverfahrens besser aufgeben sollte. Aber he, wenn das klappt sind eine Rückgewinnungsquote von 65% und mehr ein toller Erfolg. Wie gesagt, bei allen Krediten ist das nicht so, eine ganze Reihe versandet ohne eine einzige Rückzahlung. Aber: die Zinsen bei Bondora sind auch um einiges höher als sonstwo in der P2P-Welt. So kommt man in der Summe und bei langem Anlagehorizont auff eine ansehliche Rendite. Bei mir ist die nonatliche Zahlung aus den Inkassokrediten über 1% der ausgefallenen Kapitalsumme.

Also: Anlegen bei Bodora braucht gute Nerven, Gelassenheit und ein langes Durchhaltevermögen. Vor allem aber eine gewisse Vertrautheit mit dem System p2p. Gier wird bestraft, Panik noch mehr. Eine gute Strategie ist es sich zunächst auf dem Zweitmarkt Kredite mit guter Zahlungsgeschichte und relativ geringem Aufgeld zukaufen, und davon nicht zuviele. Das macht die notwendige Lernkurve nicht allzu teuer und mit etwas Glück liegt man von Anfang an bei zweistelligen Renditen.

Jede Strategie kommt mit einem entsprechenden Risiko, denn der Markt funktioniert ganz gut. Wem das alles zu heikel ist, kann sich ja auch mit dem tagesgeldähnlichen (aber natürlich riskanterem als Festgeld) Go&Grow-Konto beschäftigen. 6,75% in heutigen Zeiten sind wirklich keine schlechte Rendite und soweit ich das sehe, läuft das alles bestens.

Wer noch kein Bondorakonto hat und mal sehen will, wie das funktioniert, bekommt über den Werbelink https://bondora.com/ref/oktaeder 5€ von Bondora geschenkt. Damit ich möglichst viel bekomme, müsst ihr dann soviel wie möglich innerhalb von 30 Tagen investieren ;)
Spaß beiseite, langsam angehen und nicht gierig werden, wenn nach ein paar Monaten eine Traumrendite angezeigt wird. Denn eines ist totsicher, die wird so nicht bleiben.

Donnerstag, 14. März 2019

Bondora: der Steuer auf der Spur

Wer Gewinne macht, muss diese Versteuern. Da gibt es kein wenn und aber und das gilt selbstverständlich auch für Gewinne mit p2p-Anleihen, egal im In- oder Ausland. Wer Einnahmen verschweigt, hinterzieht Steuern und da kann empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Disclaimer: Zu Beratung wendet euch an euren Steuerberater oder das für euch zuständige Finanzamt. Im Folgenden werden nur technische Möglichkeiten aufgezeigt. EIn Empfehlung stellt das nicht da.

Nun muss man die zu versteuernden Beträge erstmal kennen, bevor man sie auf dem Steuerformular angeben kann. Meist unterliegen diese keiner Quellbesteuerung, so dass normalerweise 25%+Soli+Kirchensteuer abzgl. ggf Freibetrag nachzuentrichten sind. In den Folgejahren ist bei größeren Zinseinnahmen auch mit Steuervorauszahlungen zu rechnen.

Die meisten Plattformen bieten Hilfen an, die die jährlich erwirtschafteten Zinsen ausweisen. Zur Not reicht auch ein am Neujahrstag gemachter Screenshot mit den bislang aufgelaufenen Gesamtzinsen, die man dan jährlich durch einfache Subtraktion auf den notwendigen Betrag verrechnen kann.

Schwieriger wird es mit Einnahmen oder Verlusten durch Käufe und Verkäufe. Selbstverständlich fordert auch hier der Fiskus seinen Anteil. Gewinne können entstehen durch
  • Verkäufe mit Aufgeld, 
  • Generell Verkäufe mit einem höheren Aufschlag als beim Kauf
  • Durch Tilgungen bei mit Rabatt gekaufter Kredite
  • Entsprechend können auch Verluste entstehen, die gegenzurechnen sind
Wie leider so oft gibt es nun verschiedene Betrachtungsweisen, wie  die Berechnung anzustellen ist.
Bondora z.B. rechnet jeden Preisvorteil beim Kauf als sofortigen Gewinn. Das ist nach meiner Auffassung Unsinn (Disclaimer oben beachten!) Kaufe ich einen Inkassoanteil mit 90% Rabatt, so sollte nicht einmal Bondora behaupten, dass ich da gerade 900% Gewinn gemacht habe. Das lässt sich nur sehr sehr selten realisieren. Und um die Realisierung soll es im folgenden gehen bzw. deren Aufsummierung,

Zum Einen sind die Verkäufe zu erfassen. Für all meine Berechnungen nutze ich das Tool "BoxOfBondora" in der Premiumversion.

Hier sind nur wenige Klicks erforderlich. Tool starten, MyInvestments... eine Minute warten... Sold... eine Minute warten... All (ggf., wenn man ganz viele hat, eine Minute warten, +20k).

Nun sind alle jemals verkauften Kredite samt ihren Daten in den Speicher geladen. Weiter geht's mit Stats.. Sold Loans.
Nun sieht man schön, nach Jahren und Monaten, wieviel Erträge durch Verkauf entstanden sind. Nur die 1. Spalte (Amount) ist relevant. Die anderen dienen nur der Information. Insbesondere die Zinsen sind nicht nur im benannten Jahr angefallen und werden ja von Bondora selbst perfekt im Cashflow oder im Steuerreport ausgewiesen.


Die Tabellenteile sind leicht zu markieren und dann in Excel zu kopieren, falls man das archivieren möchte. Ansonsten folgt die Berechnung in Echtzeit.

Jetzt zu den nicht verkauften Krediten. Auch da sind in erster Linie die interessant, die abgeschlossen sind. Erst dann ist angebbar, wie hoch tatsächlich ein Gewinn oder Verlust angefallen ist. Also entweder bei Verkauf (s.o) oder wenn der Kredit abbezahlt ist. Solange der Kredit noch, rot oder nicht, in den Büchern steht, ist das Geschäft aus meiner Sicht noch nicht abgeschlossen. Früher, oder manchmal auch viel später, wird aber einer der beiden Fälle auftreten und dann ist der Gewinn zu verbuchen.

An diese Kredite kommt man nur, wenn man die Grenzen der BoxOfBondora ausnutzt. Deshalb hier ein kleines HowTow (noch einmal: das ist keine Empfehlung hinsichtlich Versteuerung).

Zunächst einmal muss man sich klarmachen, was für Kredite man aus der ganzen Masse eigentlich herausfiltern möchte. Das sind die, die
  • zurückbezahlt sind, letzte Rate im zu betrachtenden Jahr
  • die mehr Tilgung (ohne Zinsen) geleistet haben als der Kaufpreis war 
  • und davon dann die Summe der Differenzen zwischen Kaufpreis und Tilgung.
Am besten laden wir unser Plugin neu. Mit MyInvestment (und falls erforderlich nach einer Minute +20k) werden alle aktiven und zurückbezahlten Anteile geladen. Bei mir steht jetzt z.B. unten links "All 3672 loans". 
 
Weil unser Anliegen recht kompliziert ist müssen wir mit drei unterschiedlichen Filtern arbeiten. Zwei davon müssen wir uns als sogenannte "Strips" erst definieren. Klicken wir also oberhalb der Tabelle auf Strip,

Eine Definitionsmaske erscheint. Zunächst einmal wollen wir alle Kredite verwerfen, bei denen die Rückzahlung höchstens so hoch war wie der Kaufpreis. Wir belassen dazu "Strip off", und stellen das Folgende durch Auswahl aus den Listen ein:





Weitere Einstellungen brauchen wir hierfür nicht. Wir wählen einen Button asu, z.B. Button1, geben eine Beschreibung ein, z.b. PrincipalWin, und klicken auf save.


Zurück zur Liste durch Klick auf MyInvestments. Noch hat sich nichts getan. Aber die Reihenfolge ist hier wichtig.

Links ist auch eine Suchmaske eingegeben, falls nicht, hilft ein Klick auf search...

Hier wählen wir nun:
  • nur "Weiße" Kredite
  • keine Einschränkung bei Ländern, Rating etc.
  • aber die letze Rückzahlung in z.B. 2018. 
Das letzte fordert ein wenig Rechnerei. Heute, am 14.3. habe ich den 63 Tag in 2019. Deshalb gebe ich last paym ago 429 (64+365) - 64 ein.  Klick auf Filter.
Macht bei mir 243 of 3672 loans , die jetzt also 2018 ihre finale Rate gezahlt haben. Nun zum Strip. Der befindet sich unterhalb unserer Tabelle und heißt St1. Klick.

Da bleiben bei mir tatsächlich 33 Kredite stehen! Wieviel habe ich damit verdient?

Das verrät mir die letzte Zeile der Tabelle wo aufsummiert wurde. Da steht nämlich unter Purchased
271.69 | 532.63|712 €

Und das bedeutet, ich habe für 271,69€ Kredite gekauft, bei denen noch 532,63€ Tilgung ausstand und die eine Ursprungssumme von 712€ hatten.  Ich habe alsi durch preiswerte Käufe 260,94€ verdient.

Doch halt, gleichzeitig wurde ja auch noch Principl endgültig von Bondora abgeschrieben. Das finde ich auf Bondoras eigener Seite, unter Cashflow. Ich wähle Jan-Dez 2018 und aktiviere das Feld WriteOff Principal.  Macht bei mir 163,12€. Die kann ich mit meinen Gewinnen verrechnen. Bleiben knapp 100€ Immerhin.



Sonntag, 10. März 2019

Zehn Jahre p2p Investment

2009 habe ich das erste Mal in p2p-Kredite investiert. Aufmerksam war ich auf diese Möglichkeit durch einen (Online-)Zeitungsartikel geworden und zwar auf die Plattform smava. Zunächst kam mir das sehr exotisch vor, Unbekannten über das Internet Geld zu leihen. Vielen Leuten, mit denen ich heute darüber spreche, geht das immer noch so. Für mich ist das Alltag geworden.
Der Einstieg damals hatte allerdings eine hohe Schwelle, bei smava betrug der Mindestinvestitionsbetrag in einen Kredit 250€. Zwar waren die Anlagen über einen "Pool" teilweise abgesichert, jedoch brachten nicht wenige Verluste ein. Da musste ich also schnell lernen: Ausfälle gehören zur p2p-Anlage dazu. Zweistellige Zinsen bedeuten noch lange keine zweistelligen oder auch nur positive Renditen. Wobei ich letztere eigentlich bei jeder Plattform immer geschafft habe.

Smava, später auxmoney, lendico und zencap - die deutschen Plattformen sind entweder eingegangen oder so unattraktiv geworden, dass ich die Investtionen eingestellt habe. Zencap, später FundingCircle Deutschland ist die einzige, bei der ich mir nicht ganz sicher bin am Ende mein komplettes Geld wieder bekommen zu haben.

Auch bei zwei britischen Plattformen habe ich investiert. Abgesehen vom Verfall des Pfundkurses ist moneything inzwischen stark ins Straucheln geraten. Die ersten 50% meiner Anlage waren gut abziehbar, da der Zweitmarkt zusammengebrochen ist und viele Kredite in der Abwicklung sich (und ein paar noch so gut laufen, dass ich sie nicht aufgeben will) wird die zweite Hälfte schwieriger. Auch hier sind am Ende noch Verluste denkbar. Immobilienentwicklung in GB ist keine gute Anlageidee, das habe ich gelernt. Das trifft zum Teil auch ablrate, die sich längst von ihrerm ursprünglichen Modell der Flugzeugfinanzierung gelöst haben. Ablrate hat mir bislang exzellente Renditen beschert, allerdings ist die Liquidität auch hier nur über empfindliche Einbußen von ca. 5% beim Verkauf auf dem Zweitmarkt zu erreichen. Wirklich ausgefallen ist nur ein Kredit mit Containern, ein Betrugsfall. Allerdings befinden sich einige in einer recht aufwändigen Restrukturierung. Dank meiner revolut-Kreditkarte ist der Geldtransfer kostenlos und schnell möglich, ein echter Gewinn.

Außer im Baltikum investiere ich noch auf der irischen Plattform Flender. Ob ich dort dabei bleiben werde, muss sich erst noch zeigen. Nach knapp zwei Jahren gibt es doch etliche Zahlungsstörungen und ob Inkassoverfahren funktionieren merkt man erst nach vielen Monaten bis Jahren.

Das Baltikum ist das Mekka des p2p-Anlegers. So bin ich hier bei Bondora uns swaper, estateguru und crowdestate investiert. Twino und finbee habe ich beendet, Omaraha wirft eigentlich gute Renditen ab, aber über einen Testbetrag bin ich hier nie hinaus gekommen. Mintos gefällt mir persönlich auch nicht so gut, alledings gibt es hier auch viele positive Meinungen.

Würde ich nochmal in p2p anlegen, haben sich die zehn Jahre gelohnt?
Unbedingt. Alledings muss man die Anlagen und Plattformen beobachten und gegebenfalls Konsequenzen ziehen. Knapp zweistellige Renditen sind möglich und ich habe solche auch regelmäßig erzielt. Ein Risiko ist vorhanden, auch wenn die Schwanken lange nicht so extrem sind wie am Aktienmarkt. Liquidität ist nich bei jeder Plattform und in jedem Umfang garantiert, Ausfälle gehören dazu und verlängern im besten Fall die Laufzeit beträchtlich und führen in schlechtern Fällen zur Renditeminderung bis hin zu Verlusten. Schlimme Szenarien drohen, wenn die Plattform in finanzielle Nöte gerät und die Abwicklung der Kredite nicht mehr geregelt ist.

Eignet sich p2p um Finanzkrisen unbeschadet zu überstehen? Eine Alternative zum überhitzten Aktien- oder Immobilienmarkt?
Historisch ist man in den Jahren nach 2008 mit p2p gut gefahren. Finanzkrisen führen zu Einschränkungen der Kreditvergabe und kurbeln damit das Geschäftsmodell an. Allerdings werden auch mehr Kredite ausfallen. Unbeschadet wird also auch der p2p-Investor nicht aus einer solchen Krise herauskommen. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass die Verluste auch nur annähernd so hoch sein werden wie am Aktienmarkt. Solange die Plattformen überleben. Ein sicherer Hafen ist p2p also nicht, kann ja bei hohen Renditen auch gar nicht sein. Aber eine Risikoverminderung ist schon gegeben.

Werden alle p2p-Plattformen die nächsten 5 oder 10 Jahre überleben?
Meiner Meinung nach sicher nicht. Um mal ein paar Namen in den Raum zu werfen: auxmoney, bondora, estateguru oder mintos erscheinen mir der sehr gut aufgestellt. smava ist eigentlich schon tot, lendico genau so. Und twino oder moneything, darauf würde ich auch nicht wetten wollen. Es wird neue Plattforen geben und es wird Fusionen oder Übernahmen geben. Aber das wäre eine gesunde Entwicklung.

Samstag, 16. Februar 2019

Neues von Flender

Flender ist eine kleinere irische B2P Plattform, durch die mittelständische Unternehmen finanziert werden. Ich bin dort seit knapp zwei Jahren investiert und nutze sehr gerne immer mal wieder die Spezialangebote (siehe weiter unten).

Nach einem größeren Schwung an Projekten Mitte 2018 waren die Investitionsmöglichkeiten ziemlich spärlich. Zum Teil lag das sicher an der Zusammenarbeit mit einem institutionellen Investor, der eine recht große Summe bei flender anlegen wollte. Leider ist wenig zu erfahren, in welcher Größenordnung diese Investiotion bereits abgearbeitet ist, doch zeigt diese Zusammenarbeit auch auf, dass man flender für solide aufgestellt hält und das ist auch für uns Kleinanleger eine gute Nachricht.

Ich bin mittlerweile in gut 50 Projekte investiert mit einer Laufzeit zwischen 18 und 36 Monaten. Weitere 5 haben schon zurückbezahlt, bis auf eines alle vorzeitig.. Bislang sind 2 ausgefallen und es ist noch nicht abzusehen, ob und wieviel von dem investierten Geld per Inkasso zurückgeholt werden kann. Bei einem Totalausfall würde meine Rendite von gut 10% um etwa 1,5% sinken. Vermutlich wird es aber zu weiteren Ausfällen kommen - einige der Kredite werden immer mal wieder aus dem "Deposit" bedient, das der Kreditnehmer zur Sicherheit bei Kreditaufnahme hinterlegen muss und aus dem verzögerte Raten dann zunächst bedient werden. Dieses Modell sorgt für einen gut kalkulierbaren Zahlungsstrom, kann aber natürlich Ausfälle auch nicht ganz verhindern.

Flender wurde von Anlegern kritisiert, weil dieses Verfahren zunächst nicht publik gemacht worden war und man so Zahlungsstörungen erst nach einigen Monaten erkennen konnte. Darauf hat man inzwischen reagiert und generell muss man sagen, dass sich die Firma immer der Kritik stellt und sehr offen auf die Anleger zugeht und die gewünschten Informationen zuverlässig liefert. Wenn man auf die richtigen Fragen kommt und sie stellt ;)

Die jetzige Darstellung könnte noch optimiert werden:
  • bislang ist nur in der Einzelkreditansicht der Zahlungshistorie sichtbar, dass die Zahlung aus dem Deposit erfolgt ist. Besser wäre es, dass auch in der Gesamtansicht und insbesondere bei derm csv-Download mit auszuweisen.
  • Ein weiterer Status, der angibt, dass die zunächst aus dem Deposit bestrittene Zahlung inzwischen regulär nachbezahlt wurde, wäre sehr hilfreich.
Flender bietet immer mal wieder Sonderaktionen, die sehr lukrativ sein können. Das geschieht wohl um den Unternehmen eine schnelle Kreditzusage machen zu können und natürlich auch generell um flender bekannter zu machen. Es gibt bei meinen Anlagen keinerlei Zusammenhang zwischen gepushten Krediten und Zahlungsstörungen, eher im Gegeneil, diese Projekte zahlen bislang sehr zuverlässig. Im Moment gibt es, bis zum 22.2., 10% Cashback auf alle Gebote von 1000€ und darüber. Das ist natürlich eine ganz hübsche Summe für ein Einzelinvest und sollte nur dann getätigt werden, wenn es nur einen kleinen Anteil am Gesamtvermögen darstellt. Ein Risiko bei  Krediten mit zweistelligem Zinssatz ist immer gegeben, das ist hoffentlich jedem klar. Aber 100€ Cashback gleich zu Beginn der Anlage ist natürlich sehr attraktiv.

Für alle Neuanleger, die sich über den Link https://flender.ie/join?invitation=I5874U994 anmelden, gibt es für die Anlagen der ersten 30 Tage einen Bonus von 0,5% obendrauf (ich will nicht verschweigen, für mich gibt es den dann auch). Flender gehört zu den wenigen Plattformen die ich noch empfehlen würde, auch wenn die Ausfälle stark unter Beobachtung stehen. Im Moment erhöhe meine Einlagen in Richtung 10k.

Zum Schluss habe ich noch ein im Moment recht exklusives Angebot für Interessierte:
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Flender.ie bietet zeitlich befristet Anlegern die Chance mit institutionellen Anlegern zusammen in folgendes Angebot zu investieren:

15% Zinssatz
3 Jahre Laufzeit
Verzinsung ab dem Investmentzeitpunkt
dadurch keine unverzinsten Anlagezeiträume und keine Notwendigkeit auf neue Kreditangebote auf dem Marktplatz zu warten
Anleger partizipieren an jedem Kredit und erhalten eine Abischerung gegen Ausfälle durch first loss Absicherung
quartalsweise Zinszahlung
Mindestanlagebetrag sind €50,000

Für weitere Informationen bitte Kristjan Koik, CEO von Flender kontaktieren: kristjan@flender.ie

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Einfach auf mich berufen, das ist abgesprochen mit Kris.

Ich hatte vor einer Weile mal 5k nach reichlichem Überlegen in Flender selbst investiert, die vorzeitig mit genialer Rendite zurückbezahlt wurden. 50k sind mir persönlich jetzt zuviel, aber nach den Unterlagen ist es ein attraktives Angebot. Das hoher Mindestinvest liegt an dem nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand hat man mir erklärt.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Bondora: Statistiken Schritt für Schritt

Interessant bei der Anlage bei Bondora ist ja nicht nur die Gesamtperformance, sondern auch die zeitliche Entwicklung der Anlage. Ich habe dazu ein Tool gebastelt und will hier erläutern, wie man es bedient und wie die Ergebnisse zu interpretieren sind.

Die Analyse ist Teil der BoxOfBondora und ist schon in der kostenlosen Variante freigeschalten. Das Plugin für Firefox kann hier heruntergeladen werden: https://ml-tipps.de/downloads/box_of_bondora_pro.xpi

Die Analyse bezieht sich allein auf Zahlungsströme. Das bedeutet, dass keinerlei Zeitangaben außer dem Kaufdatum erfasst werden (können). Renditeberechnungen als IRR oder YTM sind also nicht möglich. Statt dessen wird erfasst, wieviel von den Investitionen eines bestimmten Monats/Jahr zurückgeflossen sind, wieviel noch ausstehen und es wird eine Bilanzprognose erstellt. Dabei bedeuten Werte über 100% dass die Anlage sich gelohnt hat (oder bei einer Liquidierung lohnen würde), Werte darunter einen Verlust. Die Werte können sich verbessern, wenn weitere Zahlungen, insbesondere aus dem Inkasso erfolgen.

Für die Liquidation wurden ziemlich konservative Werte angenommen: grüne Kredite würden zu 100% verkauft, orange mit 35% Abschlag und rote mit 75% Abschlag. (Das ist inzwischen leicht anpassbar).

Verkaufte Anteile können berücksichtigt werden. Auch können Filter angewand werden (z.B. nur estnische Kredite), aber darauf werde ich erst einmal nicht groß eingehen.

Die Daten bereitstellen

Um die Auswertung vornehmen zu können müssen zunächst die Daten von Bondora eingelesen werden. Dazu sind ggf. mehrere Schritte notwendig und Bondora verordnet dazwischen jeweils eine Wartezeit von einer Minute. Kann man nichts machen.

Nach einem Klick auf MyInvestments kann schon die erste Analyse beginnen. Dazu noch ein paar Hinweise:
  • All sollte selektiert sein (fett). Sonst werden nur die Anlagen der letzten Wochen geladen.
  • Active sollte nicht selectiert sein. Sonst fehlen die komplett zurückbezahlten Kredite.
  • Wer mehr als 20k Anteile hat, muss eine Minute warten und dann auf +20k klicken. Ggf. mehrmals.

Anzeige und Interpretation


Nun kann man auf STATS und dann CF-Stats klicken. Es bauen sich für jedes Jahr ein Balkendiagramm und zwei Tabellen auf.

 Der jeweils linke Balken spiegelt die abgeschlossenen Vorgänge wieder. Soviel Geld ist bereits zurückgeflossen bzw. (roter Balken nach unten) fällig gewesen aber nicht bezahlt. Der rechte Balken zeigt die ausstehenden Anteile an. Bei Mouseover werden jeweils die Prozentanteile und eine Summe angezeigt. Z.B. sieht man beim gelben Balken, welcher Prozentsatz der ursprünglichen Anlagesumme bereits als Zins und Tilgung zurückgeflossen ist. Dieses Geld ist safe.
Auch beim Zeigen auf den rechten grünen Balken bekommt man noch eine Zahl gezeigt, die bereits einen Gewinn signalisieren kann. Ist man hier über 100% in der Summe, könnte man die Investitionen mit Gewinn auflösen. Der orange oder gar der rechte rote Balken zeigt zwar auch Prozentsummen an, diese Anteile sind dann aber natürlich im Risiko.

Weiter unten findet man die selben Daten nochmals als Tabelle:



Die Zahlen sollten eigentlich für sich sprechen. Beim Mouseover über die Price-Spalte sieht man wiederum, welcher Anteil zurückgeflossen ist und eine Prognose für den Gesamtrückfluss mit den o.a. Parametern.

Danach kommt noch eine kleine Auswertung zu ausgefallenen Krediten, hier bin ich noch am Arbeiten, weil Bondora zunächst falsche Statistikwerte geliefert hat.

Verkaufte Kredite

Handelt man am Zweitmarkt und will man verkaufte Kredite mit einbeziehen, klickt man am besten in der CF-Statistikseite auf den Button "Add sold loans". Auch hier gilt wieder für das Laden der Daten das oben gesagte.

Wenn man Daten unter MyInvestment filtert, wird diese Filterung nur in die Anlyse übernommen, wenn man jeweils (aktuelle und verkaufte Kredite) auf -> CF klickt. Hier kann jeder seinen Spieltrieb ausleben.

IRR Schätzer

Inzwischen habe ich noch zwei Dinge geändert/ergänzt. Zum einen wird der zurückbezahlte/erwartete Anteil nun hinten in der Tabelle in einer eigenen Spalte angezeigt. Mouseover kann man weder screenshoten noch kopieren - und ich möchte gerne alle paar Monate den Stand archivieren um die Tendenz zu spüren.
Außerdem gibt es noch eine Spalte mit einem IRR-Schätzwert. Dieser ist ein wenig mit Vorsicht zu genießen (Begründung folgt), liefert aber bei vielen Anteilen doch brauchbare Vergleichswerte. Einfach mal ausprobieren!
  • Aus den verwendeten Daten lassen sich keine Zahlungszeitpunkte entnehmen. Lediglich Kauf- und Verkaufsdatum sowie das der letzten Zahlung (nicht aber deren Höhe) sind bekannt. Von daher ist eine exakte Berechnung der effektiven Jahresrendite nicht möglich, da man kein echtes Wissen über die Kapitalbindungsdauer hat. Im wesentlichen schätze ich diese über einen Mittelwert ab. Das kann z.B. bei hohen Einmalzahlungen ziemlich ungenau sein.
  • Kurze Haltedauern führen zu dramatischen IRR-Werten. Der Wert wird daher auf Raten zwischen -100 und +1000 begrenzt.
  • Brachliegendes Cash und Go&Grow bleiben außen vor.
Beim Vergleich mit anderen Berechnungsmethoden hatte ich eine maximale Abweichung von 2 Prozentpunkten auf Jahresbasis. Das sind die Schätzwerte für den Restwert der Kredite vermutlich eine ebensogroße Fehlerquelle.

Tipps und Tricks

So, nun will ich mal wissen, was mir meine verkauften finnischen Kredite so an Rendite eingebracht haben. Dazu muss man die Funktionsweise des Programms schon recht gut kennen und ihr könnte mit diesem Wissen eigene Versuche anstellen.
Zunächstmal ist es wichtig, die Seite neu zu laden, um alle gespeicherten Werte zu löschen. Bevor man dies tut, sollte man ggf. die Forecast-Schätzungen passend definieren, die werden nämlich von Anfang an in die Renditerechnung einbezogen.

Nur verkaufte Kredite zu betrachten, ist eigentlich nicht vorgesehen. Mit einem Trick geht es doch. Gleich nach dem initialen Laden der Seite auf Stats-CF-Stats klicken. Da stehen jetzt natürlich noch keine Werte drin. Dann auf den Knopf "Add sold loans" klicken. Die Verkauften Kredite werden geladen. Hat man sehr viele davon, muss man ein oder mehrmals nach einer Minute Wartezeit auf +20k, denn mehr als 20k Datensätze rückt Bondora auf einmal nicht raus. Jetzt auf Search klicken um in den Daten filtern zu können. Für das Beispiel setze ich nur einen Haken auf [X]FI. Ihr könnt euch denken, was man da sonst noch aussuchen kann. Klick auf Filter.
Jetzt sind nur noch finnische Krediten sichtbar. Im Statistik-Pool sind aber noch alle. Mit einem Klick auf ->CF ändern wir das.
Vielleicht könnt ihr euch jetzt ein wenig vorstellen, wie ich ticke und selber den Rest herausfinden.

Nacht Stats und CF-Stats dann das Ergebnis. +38%. Der Gewinn liegt im Einkauf :)
Die Umsatzrendite beträgt aber nur 5%. Wie kann das gehen? Nun, offenbar habe ich die Kredtanteile im Schnitt keine 2 Monate gehalten. Dadurch ist die Jahresrendite höher als die Gewinnrate. Das muss man auseinanderhalten.
Für die Spanier geht es anschließend schneller. Zurüch auf MyInvestments, Auswahl treffen, Filter, ->CF. Statistig anzeigen. -5%. Bäh.
EE bringt 37,5%. Aber die verkaufe ich auch nicht alle wieder.