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Mittwoch, 8. April 2015

lendico oder wer einmal lügt...

dem traut man nicht. lendico hat diesbezüglich leider keinen guten Start hingelegt. Doch der Reihe nach.
Seit einem guten Jahr investier(t)e ich auch bei lendico, einer relativ jungen p2p-Plattform, die zu Rocket Internet gehört. Aus dem Stand heraus, so die Ziele, wollte man Marktführer in Europa werden und eröffnete daher gleich Marktplätze in einigen europäischen Ländern.

lendico - mein Kurzsteckbrief

lendico vermittelt im Moment Anteile an deutschen Konsumentenkrediten. Den spanischen Markt hat man sehr schnell wieder aufgegeben, deutsche Unternehmensanleihen sind geplant aber noch nicht in größerem Umfang verfügbar.
lendico hat ein eigenes Bewertungssystem, das sich hauptsächlich am Schufa-Score orientiert. Danach richten sich im Wesentlichen auch die Zinsen, die meist zwischen 2 und 14% liegen.
Wie bei deutschen Plattformen üblich, erhebt lendico eine Anlegergebühr. Sie beträgt 1% aller Einnahmen (Zinsen & Tilgungen) und wirkt sich insbesondere bei kurzen Laufzeiten und kleinen Anlagesummen deutlich renditemindernd aus. Vor Ausfällen und Steuern lässt sich so bei breiter Streuung eine Rendite von 6-7% gut erzielen. Angebot ist in der Regel ausreichend vorhanden, allerdings wird nur ein Anteil von weniger als 50% am Ende tätsächlich finanziert und besteht die Prüfung.
Gebote und Auszahlung können über ein Verrechnungskonto (normles Girokonto bis 10k Anlage) oder ein eigens eingerichtetes "Premium"konto bei der wired-Bank geführt werden. Das Konto ist kostenlos.
Auf der Webseite werden Buchungen und Kredite gelistet. Leider sind nicht alle Informationen unmittelbar einzusehen (z.B. die Laufzeit). Teilweise gibt es Exportmöglichkeiten.

Meine Erfahrungen

Ich muss zugeben, schon seit den Klingeltonzeiten habe ich so meine Vorbehalte mit Unternehmen der Samwers-Brüder. So ging ich zunächst sehr vorsichtig ans Anlegen, wurde dann aber sehr positiv überrascht: im ersten Jahr kein einziger Ausfall, ja nicht einmal ein Verzug. Da schien jemand seine Hausaufgaben bei der Kreditprüfung sehr ernst zu nehmen.
Leider kam dann im Februar das große Erwachen: lendico hatte seine Anleger einfach angelogen nicht vollständig informiert. Wie sich später herausstellte, waren rund 30% meiner Anlagen zumindest mal kurzzeitig im Verzug gewesen. Ob aus technischer Unfähigkeit oder bewußtem Kalkül wurden diese zunächst von lendico selbst übernommen - bis die Summen dann doch mal zu hoch wurden. In einer sehr unschönen Aktion wurden so alle Zahlungen um bis zu 10 Tage nach hinten verschoben und die Verzüge seither ordnungsgemäß aufgeführt und nicht ausbezahlt.
Allerdings ist noch immer nicht nachzuvollziehen, ob eine Rate zu spät bedient wurde oder immer pünktlich bezahlt.

Die Rendite scheint immer noch ok zu sein und die Verzüge (Ausfälle gibt es noch keine) halten sich im branchenüblichen Rahmen.

Mein Fazit

lendico hat sich mein Vertrauen ganz schön verspielt. Auch wenn jetzt einige PR-Aktionen und Kulanzangebote laufen, werde ich auf längere  Zeit bei diesem Unternehmen nicht mehr investieren.

Für Neuanleger sollte die Situation jetzt ok sein denn man wird jetzt offen(er) informiert. Wenn man auf der Webseite auch mal Statistiken zur Verzugs- und Ausfallrate finden würde und diese ehrlich kommuniziert, wäre man da einen bedeutenden Schritt weiter.

Sollten sich, und davon ist inzwischen auszugehen, die Ausfallquoten in den Größenordnungen der Mitbewerber einpendeln, ist insbesondere eine Investition in gute Bonitäten wohl kein gutes Geschäft. Bei Zinsen von gut 2% und einer Gebühr von 1% bleibt da wenig Raum, Ausfälle zu kompensieren.

Man wird den Markt bei lendico gut beobachten müssen. Bei der aktuellen Zinslage und der nicht vorliegenden Statistik zu Ausfällen scheint ein Investment recht riskant.

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